Pac-Man im Test

Atari 2600

Es ist sowohl eine schwierige, als auch eine freudige Aufgabe für einen Redakteur ein Spiel vorzustellen, das nicht nur einfach erschien, sondern eine ganze Generation und die gesamte Geschichte der Videospiele prägte. Es war ein Japaner namens Toru Iwatani, der eine simple, aber geniale Idee für ein Videospiel hatte: Er kreierte einen Helden, an den man sich erinnern konnte. Herausgekommen ist Pac-Man, das wohl bekannteste, gelbe Rund aller Zeiten.

pac_man_22Die Idee zu Pac-Man kam Toru Iwatani bei der Mittagspause in seinem Programmierlabor. Nach eigener Aussage war eine Pizza, von der ein Stück fehlte, die Inspiration für die Form des korpulenten Helden gewesen. In bunter Japano-Grafik wuselte Pac-Man ab 1980 durch die Spielhallen um den Leuten die Münzen förmlich magisch aus der Tasche zu ziehen. Für Atari war klar, dass man sich die Lizenz für eine Heimversion auf dem Atari 2600 sichern musste. So wollte man den Käufern Spielhallenatmosphäre für zu Hause bieten. Gegen andere Firmen, die versuchten das Spielprinzip zu kopieren, ging man rigoros vor. Gegen KC Munchkin für das Videopac G7000 von Phillips erwirkte man einen Verkaufsstopp, da sich in den Augen des Gerichts beide Spiele zu sehr ähnelten.

 

 

pac_man_05Im März 1982 flackerte Pac-Man, zumindest in Nordamerika, endlich über den heimischen Bildschirm. Doch was die Spieler sahen war ernüchternd: Eine rechteckige Spielfläche, die nur ansatzweise dem Original ähnelte. Dazu flackernde Sprites, die über den Bildschirm huschten und Pillen auf dem Spielfeld, die gar keine Pillen waren. Witzigerweise spricht das auch die Anleitung an. Dort ist im englischen Original von video-wafer die Rede, was 1:1 ins Deutsche übersetzt wurde. So futtert unser Pac-Man auf dem Atari 2600 keine kleinen Pillen, sondern fleißig „Video-Waffeln“. Das mag vielleicht seine akuten Gewichtsprobleme erklären.

 

Hat man den ersten Schock überwunden, findet man allerdings nahezu alle bekannten Elemente des Arcade-Originals vor: Man bewegt Pac-Man mit dem Steuerknüppel über das Spielfeld, um alle Pillen - pardon - Video-Waffeln zu vertilgen. Und natürlich den Kontakt mit den Geistern zu vermeiden. Aufmerksame Fans werden nicht nur die Farben der geisterhaften Wesen vermissen, sondern auch die Kumpanen auf den Screenshots. Dies liegt am Spiel selbst, da es durch das Flackern unmöglich ist, auf Einzelbildern alle Geister gleichzeitig abzulichten.

Offensichtliche Veränderung ist die Verlagerung des Warptunnels von der Seite nach oben, durch den man auf die gegenüberliegende Seite des Bildschirms gelangt. Ebenfalls vorhanden sind die zeitweise auftauchenden Goodies für Extrapunkte. Sowie Power-Pillen, die Pac-Man kurzzeitig Unbesiegbarkeit verleihen und mit Bonuspunkten beschenken, wenn er in diesem Zustand die gegnerischen Geister in die Flucht schlägt.

 

pac_man_08Man darf nicht den Fehler machen, Pac-Man als Umsetzung des Spielhallenautomaten zu sehen. Denn dann verliert das Modul auf ganzer Linie. Das dürfte der Grund gewesen sein, weshalb die Hälfte der sieben Millionen verkauften Module binnen kürzester Zeit wieder zurück an die Händler gingen. Sieht man das Spiel jedoch als eigenständigen Titel, kann man damit Spaß haben. Warum? Weil die wichtigsten Features integriert wurden, die Pac-Man populär machten. Zeitgleich bekam es zusätzliche Spielvariationen um die Geschwindigkeit der Geister zu regeln. Selbst ein Zwei-Spielermodus wurde integriert. Auch wenn die Spieler nacheinander antreten müssen. Und was ist schöner als ein Spiel aus der Arcade spielen zu können, ohne ständig Geld einwerfen zu müssen. :-)






Unser Let's Play-Video zu Pac-Man

Michael meint:

Michael

Dieses Spiel objektiv zu bewerten fällt schwer. Nüchtern betrachtet ist es eine grausige Spielhallenumsetzung. Grafisch mau, Sound kaum vorhanden und die Spielelemente vereinfacht. Im Kern aber bietet Pac-Man auf dem Atari 2600 genau das, was das Spiel einst so groß machte. Deshalb nicht von der verhältnismäßig niedrigen Wertung abschrecken lassen und Pac-Man eine faire Chance geben. Zumal es den Titel auf Flohmärkten und Internet Auktionshäusern nahezu geschenkt gibt.

Positiv

  • Klassisches Spielprinzip
  • Zweispielermodus

Negativ

  • Flackerinferno!
Userwertung
7.5 11 Stimmen
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7.5
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Forum
  • von atari_afternoon:

    Ähnlich wie bei herr-g war´s bei mir. Ms. Pac-Man war mein zweites eigenes VCS-Spiel und Pac-Man lernte ich erst Jahre danach kennen, außer Haus und gleichzeitig mit Jr. Pac-Man. Da konnte Pac-Man einfach nicht gewinnen Wobei mich als Kind ausschließlich gestört hat, dass es ein und...

  • von bmX:

    Habs gewrn gespielt, trotz techischer eigenarten.

  • von herr-g:

    Damals hatte ich mir Jr. Pac Man und mein Kumpel sich Ms. Pac Man gekauft. Beide hatten wir wirklich exzessiv gezockt, da jedes auch seinen eigenen Reiz hat(te) - schnelle Action vs. Arcade-Authentizität. Als wir irgendwann mal auf dem Flohmarkt für 5 DM ein Pac Man gekauft und zuhause gezockt...

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