Monster Hunter Stories - ist das noch ein Monster Hunter? im Test

Nintendo 3DS

Monster Hunter Stories bricht mit allen Serienregeln. Statt Monster nur zu jagen, sammeln wir sie  und lassen sie aus Eiern schlüpfen. Ob die Pokemon-Formel den 3DS zum Glühen bringt?

nexgam_monster_hunter_stories_1Völlig anders als bei früheren Teilen der Serie durchstreifen wir als Rider die relativ frei begehbaren Gebiete auf der Suche nach Monsternestern. Warum das Ganze? Wir wollen die Eier aus den Nestern stehlen. Denn als Rider haben wir die besondere Fähigkeit, Monstereier schlüpfen zu lassen und die hervorkrabbelnden Monsties für unsere Zwecke zu nutzen. Monster sammeln und sie in Kämpfen einsetzen, das kommt dem einen oder anderen vielleicht bekannt vor? Jap, Monster Hunter Stories hat sich einiges von den Pokemon Spielen abgeschaut.

Wobei abgeschaut nicht das richtige Wort ist. Gerade zu Beginn hat man einige Male das Gefühl, einen richtigen »Pokemon-Klon« zu zocken. Das würde dem Spiel jedoch nicht gerecht werden. In vielen Belangen ist es vielmehr eine Weiterentwicklung der Pokemon-Formel. Das fällt vor allem bei den Kämpfen auf. Es handelt sich, ähnlich wie bei den Pocket Monstern, um rundenbasierte Gefechte, die jedoch ein klein wenig anders ablaufen.

Denn man kämpft selbst mit seiner Figur, das Monster steuert man nur indirekt. Pro Runde wählt man zwischen 3 verschiedenen Angriffstypen. Der Clou an der Sache: Diese drei Angriffstypen verhalten sich zueinander, wie man es von Stein, Schere und Papier kennt. Dadurch ergibt sich ein dynamischeres Kampfsystem bei den rundenbasierten Gefechten. Jedes Monster, das man trifft, verhält im Kampf anders. Das bedeutet für den Spieler, dass er sich bei jeder neuen Begegnung erneut einstellen muss.

nexgam_monster_hunter_stories_2Manche Monster sind aggressiver als andere und greifen daher vermehrt mit Kraftangriffen an. Diese gilt es, mit Geschwindigkeitsangriffen zu kontern, welche sich wiederum sehr gut durch Technikangriffe erwidern lassen. Man muss sich zu Beginn etwas rein fuchsen, eignet sich die Angriffsmuster der Monster aber irgendwann an. Dadurch ergibt sich eine motivierende Lernkurve.

Die Bindung zu eurem Monster im Kampf kann ebenfalls entscheidend für Sieg und Niederlage sein. Während eines Gefechts lädt sich eine Leiste auf, die die Bindung zwischen euch und eurem Gefährten darstellt. Hat sie eine gewisse Grenze erreicht, könnt ihr auf euer Monster aufsitzen und so gemeinsam angreifen. Zusätzlich gibt es noch eine spezielle Attacke, welche sich gut mit den Limit-Breaks aus einem Final Fantasy vergleichen lässt. Dieser starke Angriff erteilt dem Gegner einen riesigen Schaden und löst die Bindung auf. Dann beginnt der Spaß von neuem.

Und was tut man, wenn man nicht kämpft? In Monster Hunter Stories gibt es einen Haufen Dinge zu erledigen. Eine Menge Nebenquests, die öfter dem gleichen Schema folgen. Sammle 20 davon, töte 10 hiervon. Klassische RPG Kost also. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch ganz klar darauf, in Monsternester einzusteigen, um Eier zu finden und diese auszubrüten. Hier spielt der Zufall eine sehr entscheidende Rolle. Denn nur weil ihr in ein starkes Monsternest eindringt, um ein brauchbares Ei zu finden, bedeutet das noch lange nicht, dass das Monster schlüpft, was ihr haben möchtet. Das kann mitunter etwas frustrierend sein und auf den Spielspaß drücken.

nexgam_monster_hunter_stories_3Bewegen könnt ihr euch durch die Welt zu Fuß oder auf dem Rücken eures Monsters. Dabei wird vor allem der Entdeckungstrieb geweckt, da man mit verschiedenen Monstern auch unterschiedliche Orte erreichen kann. An jeder Ecke gibt es Dinge, die eingesammelt werden möchten oder Gebiete, die zum Erkunden einladen. Dazu gesellt sich eine teils dichte Atmosphäre, die sich gerade auf dem 3DS nicht so einfach finden lässt. Dank Animelook wirkt alles stimmig und sieht super aus. Man merkt recht schnell, dass hier noch einmal alles aus dem Nintendo 3DS raus geholt wurde, was ging.

Vor allem auf dem »alten« 3DS kommt das Spiel daher ab und an ans Ruckeln. Das ist zwar nervig, die tolle Grafik tröstet allerdings darüber hinweg. Mit Monster Hunter Stories kommt definitiv ein grafisches Highlight gegen Ende seiner Lebenszeit auf 3DS und New 3DS. Auch der 3D-Effekt weiß zu überzeugen und rundet das grafische Gesamtbild gut ab.

Monster Hunter Stories ist anders als seine Serienkollegen, ja. Aber wenn man sich auf die Stiländerung einlässt und vom Monsterjäger zum Monsterzähmer entwickeln mag, kann man etliche Stunden in der Welt der Rider verlieren. Das Kampfsystem spielt sich überraschend neu und dynamisch, das Sammeln von Monstern und das Erkunden der Welt regen ebenfalls zum Weiterspielen an. Einzig der Zufallsfaktor beim Brüten von Monstern fällt etwas negativ auf. Ansonsten gefällt mir der Spagat zwischen Monster Hunter und Pokemon wirklich sehr gut. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sich die Entwickler der Pokemon Spiele einiges von Monster Hunter Stories abschauen können.

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Forum
  • von Undead:

    Manche Games währen mit ihrem Content oder Story/Gameplay sogar "100€ wert", aber das ist ja nicht das Prinzip von "wert". Wenn man jeden einzelnen der 75 Base Kämpfer bei Smash auf 5€ rundet + allen "Skins", würde man bei einem F2P Game schon über 300€...

  • von walfisch:

    Ich hab MH Stories für nen Zehner sealed gekauft. Allerdings ist der Titel auch 20 wert wenn man vom Spielspaß ausgeht. Ich freu mich schon sehr auf den 2. Teil, der auf der Switch wirklich perfekt aufgehoben ist und ein schönes zur Plattform passendes Exclusive darstellt.

  • von Darkshine:

    Da gab es schon krassere Beispiele wie Ereignisse die Preise von Spielen in die Höhe treiben können, z.B. bei Moonwalker nach Michael Jacksons Tod. Manchmal muss einfach nur ein "Influencer" (schreckliches Wort) ein Spiel vorstellen um den Wert steigen zu lassen.

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