Dark Souls III - das Beste kommt zum Schluss im Test

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Fast auf den Tag genau 25 Monate nach dem Release von Dark Souls II dürften todeserfahrene Spieler endlich die ersehnte Fortsetzung der Spielreihe in ihr Laufwerk legen. Die Vorfreude war diesmal besonders groß, stellte der zweite Teil doch viele Liebhaber nicht so zufrieden, wie sie erhofft hatten. Mit Dark Souls III schwenkt man nun wieder erheblich in Richtung des Erstlings, was von der ersten Minute freien Spielerlebnis aufgeht und alle in seinen Bann zieht? Aber wirklich alle? Wir haben den Verlauf zwischen Veteranen und einem Neueinsteiger notiert und für euch zusammengefasst.
 

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Diesmal darf das Land Lothric von euch durchwandert werden. Bereits zu Beginn fühlt man sich vom schnelleren Ablauf der Figur und der Umgebung eingefangen, wobei der erste Tod „natürlich“ nicht lange auf sich warten lässt. Es hat schon ein wenig Tradition, dass man in Dark Souls in den ersten Minuten beigebracht bekommt, was auf einen zukommt - etliche tausend Tode. Die Spreu wird zeitnah vom Weizen getrennt, wobei dieser Effekt nach der entstandenen Popularität der Serie nicht mehr ganz so intensiv sein dürfte, wie bei Dark Souls 1. Ich erinnere mich in diesem Gedankengang noch deutlich an einen Morgen im Betrieb, als mein Arbeitskollege mir die Post ins Büro brachte und dabei nebensächlich erklärte, dass er Dark Souls „durch“ hätte. Ich muss ziemlich verdutzt geguckt haben, denn mein Kollege war knapp 60 Jahre alt und in den Tagen davor, hörte ich ihn täglich immer nur über das Spiel fluchen. Ganz beiläufig öffnete ich während seiner Ausführung den ersten Umschlag, griff rein und zog...... eine zerbrochene Dark Souls Xbox 360 CD aus dem Briefkuvert. In diesem Moment bekam seine Wortwahl eine ganz neue Dimension.

Ganz so schlimm ist es bei Dark Souls III nicht, wobei man euch auch hier erneut einen ersten dicken Brocken kurz nach dem Start vor die Nase setzt. Erst danach erlaubt man euch den Zutritt zum Feuerbandschrein. Yeah diesen und vieles mehr aus Dark Souls 1 gibt es nun wieder im dritten Teil. Schmied Andre ist zurück, eine nette Feuerhüterin sorgt für Upgrades am Stück und einige Händler lassen an diesem „ruhigen Ort“ auch nicht lange auf sich warten. Freunde der Pyromantie dürfen ebenfalls jubeln und den Gegnern alsbald Feuer unter dem Hintern machen. Und habe ich schon den die Drachen erwähnt? Ihr merkt, hier kommen Dark Souls Liebhaber sehr schnell auf ihre Kosten, wobei man sich gerade im ersten Drittel des Spiels auf Örtlichkeiten und Settings von Teil 1 konzentriert, im Anschluss dem finalen dritten Teil seinen eigenen Touch obendrauf gewährt. Ich muss sehr aufpassen hier nicht zu Spoilern, gehen mir doch so viele Dinge durch den Kopf, die ich erzählen möchte. Als alleinerziehender Doppelvater, der neben neXGam auch einen Vollzeitjob sowie ein Betriebsratsamt bekleidet, dürfen die folgenden Werte Erklärung genug sein, ob sich Dark Souls III lohnt oder nicht. Denn bereits nach vier Abenden hatte ich satte 25 Stunden auf dem Spielzeittacho gepaart mit einer Session, die bis 04:30 morgens ging. Ok, ich muss zugeben, dass ich hierbei auch viel Zeit „online“ verbracht und anderen Mitstreitern mein Geleit angeboten oder deren in Anspruch genommen habe. Wer hier aktuell sein Zeichen legt, ist innerhalb von Sekunden in einem parallelen Spiel untergebracht. Per Passwortsperre könnt ihr es problemlos auf den Freundeskreis eingrenzen, was einwandfrei funktioniert.

Etwas mehr Probleme auf der Xbox One hatte ich, wie schon bei Dark Souls 2 nur mit der Einwahl bzw. dem Abrufen der Kalibrationen . Konnte ich dies im Vorgänger noch mit dem Bewegen der Hardware vor die Firewall (DMZ) deutlich minimieren, muss ich hier schon einige Versuche unternehmen, um online angemeldet zu werden. Kurioserweise hat mein Kollege Patrick, der ebenfalls auf der Xbox One unterwegs ist, hier kaum Startschwierigkeiten. Es könnte sich hier um ein Problem mit dem Ausgang über eine Fritzbox handeln. Im Netz habe ich zudem eine kuriose „Hilfe“ gefunden. Da stellte eine Spieler fest, dass diese Probleme geringer werden, wenn die Xbox im Hintergrund einen Download am Laufen hat. Ist er drin, pausiert er das Runterladen einfach und spielt. „Gefühlt“ hat dies auch bei mir funktioniert. Vielleicht habt ihr hier auch Erfahrungen gesammelt oder werdet diese machen und möchtet diese mit uns im unten verlinkten Forentopic zu Dark Souls III diskutieren!? PVP? Ja klar ist das auch wieder möglich! Online können in den meisten Gebieten zwei Phantome hinzugerufen werden. Es sollte dann nicht lange dauern, bis euch ein Finstergeist einen Besuch abstattet. Mit einem speziellen Item lassen sich nun sogar drei Phantome zur Hilfe herbeirufen. Der Haken an der Sache ist, dass in diesem Falle auch zwei Invader euer Spiel heimsuchen dürfen.

nexgam_ds3_4Was besonders auffällt, ist das „alles aus einem Guss“ Gefühl. Obgleich ihr schon ab dem ersten Feuer „reisen“ dürft, sind die Gebiete nun wieder sensationell gut miteinander verbunden. So lassen sich nach dem Durchqueren die Bekannten Abkürzungen öffnen, wodurch viele Reisen nicht mehr benötigt werden. Gerade Personen, die den letzten Winkel jeden Areals erkunden wollen, kommen hierdurch voll auf ihre Kosten. Denn eins wissen wir, hier kann in jeder Ecke eine nützliches Item liegen. Neu ist das Management des Estus Flakon. Von diesem gibt es nun zwei, den gelben und einen neuen blauen. Dieser ist für alle mit Zauber- oder Pyromntiefähigkeiten gedacht. Sind eure magischen Kräfte aufgebraucht, reicht nun ein Schluck aus der neuen Pulle und ihr dürft wieder loslegen. Bei Andre könnt Ihr Estusscherben einlösen und auf die beiden vorhandenen Gefäße nach Belieben verteilen - das Ganze sogar „kostenlos“. Sicherlich kratzt das drei bis vier „Mann“ online Erlebnis etwas am ursprünglichen Dark Souls Feeling. Auf der anderen Seite macht es verdammt viel Spaß und die Gegner werden pro Teilnehmer auch etwas stärker. Zudem muss man dies nicht machen, wenn man nicht will. Wer sich vor Eindringlingen schützen möchte, da diese relativ schnell erscheinen, sobald man eine Glut genommen hat, um Menschlichkeit zu erlangen, sollte einfach den Netzwerkstecker ziehen. Ein weiterer Arbeitskollege von mir spielt die Reihe seit dem ersten Teil auf diese Weise und ist sehr glücklich damit. So nun aber genug von mir. Meine neXGam Kollegen wollen auch noch zu Wort kommen und ich so schnell wie möglich zurück vor den Flachbildfernseher. Auch wenn ich natürlich gespannt auf Uncharted 4 warte, so steht mein Spiel des Jahres 2016 im Grunde fest. Dark Souls III rockt das Haus und macht vor allem Kenner des Erstlingswerks verdammt glücklich. Kaum verwunderlich, dass wir diesen Artikel mit satten 50 selbsterstellten Screenshots garnieren. Gelobt sei die Sonne!

 

Michaels Meinung: Dark Souls geht in die dritte Runde und es ist ebenso mein dritter Versuch etwas in diesem Spiel zu reißen. Ich gebe es zu, genauer gesagt ist es mein vierter Versuch, wenn man Bloodborne mit dazu zählt. Von uns dreien bin ich quasi der Frischling der Runde, denn im Gegensatz zu Stefan und Patrick habe ich die Serie bisher noch nicht so heiß und innig geliebt wie die beiden. Versteht mich nicht falsch, ich liebe dieses Spiel. Ich liebe das Artdesign, diese düstere Spielwelt, die zwar hoffnungsverloren trostlos ist, aber nicht verloren, denn der strahlende Held in eigener Rüstung ist hier, um dem Schicksal noch ein Schnippchen zu schlagen.Doch Dark Souls zeigt auch im dritten Teil bereits zu Beginn, dass Gelegenheitsspieler hier nichts verloren haben. Bereits im ersten Gebiet geht's nach kurzer Einweisung gleich ans Eingemachte mit dem ersten Boss, der gelegt werden möchte.

 
Da wir drei bei meinem ersten Spielabend noch in telefonischen Kontakt waren, konnten meine Kollegen meine zahlreichen Flüche durchaus vernehmen und ihnen ein hämisches Grinsen aufs Gesicht zaubern. Erinnerte es sie doch daran, wie sie damals angefangen haben. Dark Souls III ist ein Spiel, an dem man wächst, das dir wirklich zeigt, wie lernfähig du bist. Denn jeder Boss, jeder einzelne Gegner hat ein gewisses Schema, dem er folgt und das will erst mal durchschaut werden. Man erwischt sich oft dabei, dass man bei Bossen immer mit denselben Verhaltensmustern angreift und zu Beginn immer scheitert. Das Problem dabei ist hier nicht, dass das Spiel unfair sei, sondern einfach, dass man selbst zu stur ist, seine Verhaltensweise zu ändern. Wenn man das erst mal verstanden hat, dann gelingt es auch einem im Spiel erste Erfolge zu feiern. Die Bosse zeigen zum Teil ja sogar, dass sie ihr Verhalten ändern, indem sie in eine zweite Angriffsphase treten in der sie sich teilweise sogar optisch verwandeln.
 

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Spielerisch hat sich Dark Souls III im Grunde auch nicht sehr gewandelt gegenüber seinen Vorgängern. Wobei man erkennt, dass das PS4 exklusive Bloodborne durchaus seine Spuren hinterlassen hat. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich bei manchen Gegnern das Schild lieber wegstecke und ausweiche, als wenn ich mich hinter meinem Schild verschanze und auf eine Lücke bei den Angriffen des Feindes warte. Doch die Unvorsicht und die Leichtsinnigkeit sind es, die mir bei diesem Spiel besonders zu schaffen machen, denn wenn man Fehler macht, dann ist Dark Souls III unerbittlich und bestraft diese oft mit dem Tod. Wobei ich zugeben muss, dass man wenn man genau hinsieht auch eine gewisse Stagnation erkennen kann. Manche Dinge erinnern an vorhergehende Teile, wie sich hinter den Ecken oder Kisten versteckende Feinde, die unvermittelt angreifen sobald man näher kommt. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn das Spiel macht nach wie vor Laune und nichts ist befriedigender als nach zwanzig Bildschirmtoden endlich einen Feind erledigt zu haben. Doch ist der meist nur ein kleiner Schritt näher ans Ende, auch wenn es oft nur das eigene Ende ist.
 
Patricks Meinung: Nach Bloodborne waren meine Erwartungen groß an das neue Dark Souls. Vor allem, weil ich Teil 2 bei weitem nicht so gut fand wie den grandiosen Erstling. Bloodborne dagegen konnte mich genauso in seinen Bann ziehen und war neben The Witcher 3 mein Lieblingsspiel im letzten Jahr. Ich war also sehr gespannt und konnte es kaum erwarten, die Disk endlich in die Konsole zu packen.
 
Wurde ich enttäuscht? Mitnichten! Da mein Vorredner schon eine Menge losgeworden ist, versuche ich mich ein wenig kürzer zu halten. Ich kann meine Meinung sehr gut in einer Superlative zusammenfassen: »Dark Souls 3 ist der beste Teil der Reihe!« Warum das so ist? Das liegt zum einen an dem alten, fulminanten Dark Souls Gefühl, diese »Aha«-Momente, die mir im zweiten Teil so gefehlt haben, sind nun zu Häufe vorhanden. Die gesamte Welt zieht mich von der ersten Sekunde in den Bann.  Wenn es ein Spiel schafft, dass ich Nächte durchzocke und nicht aufhören möchte, bis mich die Müdigkeit besiegt, dann kann ich mit ruhigem Gewissen von einem Spiel-des-Jahres Anwärter reden!
 

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Das Gameplay ist eine Fusion aus dem altbekannten Dark Souls Feeling und dem schnellen Bloodborne. Für mich haben die Entwickler die perfekte Backmischung gefunden. Es kommt mir sogar so vor, als wäre Dark Souls 3 das, was Teil 2 schon hätte sein sollen. Nur dass man damals noch zu sehr durch die Hardware eingeschränkt war. Das ist natürlich ein sehr subjektives Gefühl, aber ich denke es beschreibt gut, wie sehr ich dieses Spiel liebe! Ich würde mal behaupten, wer Dark Souls 3 und Bloodborne gut fand, der wird genau so empfinden. Eine Gampelaysymbiose die seines Gleichen sucht. 
 
Und auch das allerwichtigste macht Darks Souls 3 wieder besser als sein Vorgänger: Die Boss-Fights! Ich werde hoffentlich nicht zu viel Spoilern, wenn ich sage, dass so gut wie jeder Obermotz, den ich bisher erleben durfte, für sich alleine steht. Kein Recyclen mehr von Bossen, die nur durch die Masse schwieriger werden. Schon beim ersten Boss fühlte ich mein Herz pochen, meine Wut ansteigen und ich denke, Stefan kann sich noch sehr gut an den Freudenschrei erinnern, als er dann nach gut 10 Versuchen endlich besiegt war! Das ist für mich die perfekte Spielerfahrung, voller Emotionen, voller Energie und den Drang, auch beim X-ten Versuch nicht aufzugeben. Wenn ich sterbe, dann weiß ich, dass nur ich alleine verantwortlich dafür bin. Mein Ehrgeiz wird gepackt und ich will einfach nicht aufgeben, und diesem Gegner zeigen, wer hier der Boss ist! Es ist halt Dark Souls! Und so muss es sein!
 
Technisch befindet sich Dark Souls 3 in etwa auf einem Level mit Bloodborne. Die Grafik haut niemanden aus dem Hocker, was Texturen oder Details angeht. Aber dieses Artdesign. From Software versteht es, einer Spielwelt ohne den Einsatz von tausenden Skriptmomenten leben einzuhauchen. Ich merke mir gerne jeden Stein, jeden Abzweig. Ich weiß, was ich sehe, dass erreiche ich auch! Und das trotz Teleport Funktion direkt von Beginn an. Wenn ihr es zulasst, saugt euch Dark Souls 3 in eine Welt, die in sich zusammenhängend und lebendig wirkt, auf eine dunkle und düstere Weise.
 
Da verzeihe ich dem Spiel den einen oder anderen Verbindungsabbruch beziehungsweise Absturz (Ja, auch auf der Xbox One kommt das gerne mal vor). Es stört mich nicht, denn dafür ist der Inhalt pures Gameplay, so wie ich es mag und brauche. Dark Souls 3 rockt und schließt die Trilogie fulminant ab. Da macht es mich fast traurig, dass es wohl so schnell keinen Nachschub geben wird, oder entwickelt man vielleicht schon an einem Bloodborne 2? Ich wäre nicht abgeneigt!


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  • von 108 Sterne:

    Ich habe vorher Siegward aus dem Gefängnis befreit. Der Kampf ist ja darauf ausgelegt, dass Siegward den Stormruler benutzt, auch ganz ohne Summon hilft er im Kampf, falls du ihn befreit hast. Dann ist es der leichteste Bosskampf. Er benutzt dann eben den Stormruler, zwingt Yhorm in die Knie, und...

  • von Ignorama:

    Abstand und Ruler. Für mich mit Abstand der einfachste Boss tbh. Wenn du weißt, dass du den Storm Ruler brauchst, hast du eigentlich den schweren Teil gemeistert

  • von manji:

    yhorm the giant... Bislang für mich der schwerste boss. Vielleicht konzentriere ich mich auch zu sehr ihn mit dem stormruler anzugreifen. Der braucht ewig zum chargen und meistens reicht yhorm 1-2 hits um mich zu killen. Hab jetzt paar mal mit coop versucht. Auch als Phantom. Werde aber immer...

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