Shovel Knight – Moderne Nostalgie im Test

PlayStation 4Xbox One

Es gab im Laufe der Jahre schon viele Methoden, mit denen sich Helden ihrer Feinde entledigen konnten. Eiserne Hosenböden, Schwerter, Knarren und Pogostöcke waren häufig vertreten. Das neuste Instrument? Eine Schaufel, die der Ritter Shovel Knight mit sich führt.

Shovel_Knight_neXGam_11Shovel Knight ist ein interessanter Titel. Der Entwickler Yacht Club Games geht natürlich mit dem Trend vieler Independent-Programmierer, ein Spiel auf den Markt zu bringen, das sich grafisch an der NES-Ära orientiert. Sprich, es besitzt eine Optik, die sich aus Pixeln zusammensetzt.

Doch Shovel Knight, das via Kickstarter finanziert worden ist, geht dabei noch einen Schritt weiter. Das Spiel, das 2014 für PC, 3DS und Wii U herauskam, sieht, spielt und hört sich wie ein Game an, das genauso gut in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hätte erhältlich sein können. Gleichzeitig wird einer ganzen Reihe an prominenten NES-Titeln auf die eine oder andere Art und Weise Tribut gezollt.

Und so fühlt man sich als Kenner der Videospielszene an Mega ManCastlevaniaDuck TalesLegend of Zelda und selbst Super Mario Bros. erinnert. Dabei werden einzelne Spieleelemente der Vorlagen entnommen und zu einem neuen Ganzen vermengt. Das Ergebnis ist ein Spiel, bei dem man oft fluchen wird, nur um im nächsten Moment sofort weiterzuspielen.
 
Shovel_Knight_neXGam_2Man steuert den Helden Shovel Knight, der einst zusammen mit seiner Kameradin und Gefährtin Shield Knight in der Welt unterwegs war. Bis er sie im Turm des Schicksals verliert. Voll Trauer zieht er sich zurück, bis er erfährt, dass die sogenannte Verzauberin gemeinsam mit ihrem Orden ohne Gnade das Land mit Finsternis überzieht. Also nimmt sich der Heroe beisammen, krallt sich seine Schaufel und macht sich auf den Weg, dem Bösen eins überzubraten.

Dabei muss man sich auf eines gefasst machen, nämlich dass man sterben wird ... und zwar oft. Sehr oft! Man stirbt, wenn man in einen der vielen Abgründe fällt. Man stirbt, wenn man nicht aufpasst und in die Stacheln gerät. Man stirbt, weil man nicht schwimmen kann. Und man stirbt, weil die Feinde zuvor zu viel der Lebensenergie abgezapft haben.

Ist das schlecht? Nein. Es ist eben ein Bestandteil des Spiels, dass der Schwierigkeitsgrad hoch ist. Aber es wird nie unfair. Mit etwas Übung und Einspielen schafft man selbst die schwierigste Passage. Und wenn man scheitert? Verliert man kein Leben, sondern nur das eingesammelte Gold, das man jederzeit am Ort des Ablebens einsammeln kann. Falls man auf den Weg bis dahin nicht erneut ins Gras beißt ...
 
Shovel_Knight_neXGam_9Die Rücksetzpunkte sind dabei fair verteilt. Man muss nie einen zu langen Weg zurücklegen, um dorthin zu gelangen, wo man verstorben ist. Gleichzeitig kann man diese Punkte auch zerstören, um an Gold zu kommen, wodurch sie allerdings ihre Funktion verlieren.

Gold ist dabei für das Gameplay besonders wichtig. Nur mit ausreichend davon kann man dauerhaft überleben. Und nur mit ausreichend Gold ist man in der Lage, die immer teurer werdenden Upgrades für Lebensenergie und Magie zu kaufen und einzusetzen.

Außerdem braucht man jedes Fitzelchen an zusätzlicher Energie, um im Spiel weiterzukommen. Das ist nicht untertrieben, denn es erwarten den Spieler wiederholt kleinere »Gemeinheiten«, die einen dazu zwingen, schnell zu reagieren. Dazu gehören Levelabschnitte, die im Dunkeln liegen und nur gelegentlich von Blitzen erhellt werden, oder Böden, die in Wahrheit Flammenwerfer sind, die sich dann aktivieren, wenn man über sie läuft.
 
Shovel_Knight_neXGam_6Doch wie gesagt: Das Spiel ist schwer, aber nicht unfair. Und das Leveldesign ist einfach nur grandios. Wie bei Mega Man ist jeder Level in einem bestimmten Thema gehalten, passend zum Endboss. Die Stage des King Knights zum Beispiel ist ein riesiges Schloss, das mit Rössern und (un)noblen Greifen bevölkert ist. Beim Spectre Knight hingegen stapft man durch eine gruselige Landschaft voller Gräber und Skeletten sowie verzauberten Fröschen. Schon allein deshalb lohnt sich das Zocken.

Und es gibt vieles zu erforschen: Immer wieder führen Wege in Seitenabschnitte, in denen man Noten für den Barden entdecken kann oder weitere Edelsteine, die sich beim Aufsammeln in Gold umwandeln. Oder sie sind alternative Routen, die durchaus einen Blick wert sind.

Gleichzeitig haben die Entwickler sich für die Konsolenbesitzer besondere Schmankerl einfallen lassen. PS4-Besitzer dürfen sich über einen Gastauftritt von Kratos freuen, dem God of War. Leute, die die Xbox One hingegen ihr Eigen nennen, dürfen sich über die Battletoads freuen, die in den 80er und 90ern viele Spieler zur Verzweiflung trieben.
 
Ich hatte am Ende viel Spaß mit Shovel Knight. Zwar hat mich das Spiel häufig zur Weißglut getrieben, doch gleichzeitig genoss ich es auch, so herausgefordert zu werden.



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Forum
  • von pseudogilgamesh:

    Vielleicht ja n alter Hut, aber ich war gestern im Zuge meiner 2ten, laaaangen WUU-am-4:3-CRT-TV-Session im 8ten Himmel, als ich beim Aktualisieren des (Normalversion im e-shop, vom suicider ge-downloaded vor Ewigkeiten, war auf Ver 2.2 bei meinem ersten, "regulären" Durchmarsch)...

  • von Stardragon:

    Mittlerweile haben alle Versionen von Shovel Knight - Treasure Trove (Version 3.0) Coop (außer Vita und 3DS). Das ist mittlerweile aber erst so. Ursprünglich war es nur Single Player und der Coop wurde durch das Amiibo finanziert, weswegen er zunächst nur für die Wii u verfügbar war, wenn man...

  • von Darkshine:

    Haben andere Versionen keinen Multiplayer?

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