Wie eingangs beschrieben, ging es Activison bei der „Skylanders Creativ Academy“ nicht nur um die Vorstellung des neuen „Skylanders Trap Team“. Vielmehr wollte man den Kindern zeigen, was hinter einem Spiel steckt. Hierzu begrüßten uns an Tag zwei mehrere Mitglieder des „CoderDojo Cologne“. Die Coderdojo-Szene ist ein weltweiter Zusammenschluss von Programmierern und Interessenten, die fachliches und medienkompetentes Wissen kostenfrei vermitteln und so die Lust am „Was steckt dahinter?“ wecken wollen.
Nach einem Mittagessen im Kölner Hyatt, welches für die kommenden vier Stunden die körperlichen Kräfte aktivieren sollte, ging es auch schnell zur Sache. Die heutige Aufgabe war die Erstellung eines Spiels mit eigenen Figuren, Hintergründen und Möglichkeiten. Zu diesem Zweck hatte man bereits ein Grundgerüst in der „Cloud9“, einer kostenfreien Entwicklerumgebung in der Cloud, erstellt. Alle Teilnehmer mussten sich dort anmelden, um so auf ihre spezifischen Inhalte zu gelangen. Der Clou: Wer hier Blut leckt, kann sein Projekt von zu Hause einfach weitereditieren, Freunden das neue Wissen weitervermitteln und mit ihnen andere oder neue Dinge einbauen.
Das System ist hierbei eine Mischung aus Javascript gepaart mit HTML 5. Sicherlich war kaum einer der Anwesenden in der Lage, den Maincode selbst zu schreiben oder groß zu erweitern. In diesem ersten Schritt ging es darum, den Kindern zu erklären, dass ein Computer im Grunde eines der dümmsten Dinge des Planeten ist. Ohne Input – kein Output. Alle wurden aufgefordert, Figuren sowie einen Hintergrund zu malen. Diese „Werke“ kamen im Anschluss per Scan und durch Austausch der Dateien ins Spiel. Die Laufwege woanders hin? Die Erdanziehung manipulieren? Mehr Items zum Einsammeln, Kollisionsabfragen oder eine der beliebten Stellen (mehr Leben) verändern? All das wurde jetzt Seite an Seite mit den Mitgliedern des CoderDojo erlernt, verstanden und danach umgesetzt. Bei manchen Wünschen mussten sich diese sogar miteinander besprechen, da mein Sohnemann z. B. auf die Idee kam, Portale ins Geschehen einzubetten. Vier Stunden später waren „Lehrer“ als auch „Schüler“ platt und die Erkenntnis, dass alles was auf einem Bildschirm oft einfach aussieht, mit viel Fleiß und Fachwissen zustande kam, verinnerlicht.
Ich denke sowohl die Kinder als auch wir Eltern waren von diesem Tag fasziniert. Zeigte der Nachwuchs doch, wie kreativ er sein und wie zügig man die ersten Schritte in der Welt der Programmierung erlernen kann. Vor allem aber wurde deutlich, dass jedes Programm und jedes Spiel in wochen- und monatelanger harter Arbeit seinen Weg auf dem Bildschirm findet und das in den meisten Fällen natürlich nicht verschenkt werden kann. Sicherlich vereinfachen die heutigen Grafik- und Physikengines die Erschaffung der beliebten, bunten Welten, doch auch diese Engines müssen vorher von irgendjemand wiederum programmiert werden.
neXGam, meine Kinder und ich möchten sich an dieser Stelle für das Angebot zur Teilnahme dieses „ausgefallenen“ Kurses herzlich bedanken. War das doch eine willkommene Abwechslung im oftmals gleichen, stressigen Messeablauf. Besonderen Dank auch an die Mitglieder des CoderDojo Köln, welche mit so jungen Gästen sicherlich viel Geduld mitbringen mussten. Am Ende des Tages wurden alle Interessierten eingeladen, bei Interesse an den monatlichen Treffen von jetzt an teilzunehmen. Wer weiß? Eventuell erblicken wir in einigen Jahren ein Spiel oder Programm aus der „Feder“ einer der Teilnehmer!