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Hitman: Contracts im Test

Xbox
Die Freude war groß, als vor wenigen Tagen bei uns das Pressemuster zu Hitman: Contracts von Eidos eintraf. Unsere Erwartungen an das Spiel waren, nicht zu letzt wegen dem grandiosen Vorgänger, extrem hoch. Ob das Spiel unserem Test standgehalten hat, und ob es den Vorgänger vielleicht sogar noch übertrifft, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.
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Nr. 47 ist endlich wieder da...


Ihr übernehmt wieder, wie nicht anders zu erwarten die Kontrolle über den Profikiller Nr. 47. Der Mann mit der Glatze und ihm edlen schwarzen Anzug tritt wieder auf dem Plan um für seine Klienten ein paar „Probleme“ zu beseitigen. Kenner der ersten beiden Titel der Reihe werden sich sicherlich denken können, um welche Art von „Problemen“ es sich dabei handelt. Es gilt gewisse Zielpersonen zu eliminieren. Wie der Spieler das anstellt bleibt ihm völlig selbst überlassen. Inhaltliche Unterschiede zur den Vorgängern gibt es nur insofern, als das Nr. 47 keine fest zusammenhängende Geschichte durchlebt, sondern zu Beginn des Spiels angeschossen in ein verlassenes Apartment geht und dort, während er sich auskuriert, Flashbacks von seinen vergangen Aufträgen erlebt. Dabei handelt es sich selbstverständlich um komplett neue Missionen und keine aus dem ersten oder zweiten Teil der Hitman Serie.

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Die Flashbacks bringen euch an weltweit verstreute Schauplätze...


Die Möglichkeiten in Hitman: Contracts seine Ziele zu erreichen sind sehr unterschiedlich. In einer Mission gilt es einen reichen Gutsherrn zu liquidieren. Dieser sitzt gemütlich mit einem Gläschen Whiskey vorm Kamin und hört Musik, um ihn herum natürlich unzählige Bodyguards. Wir haben nun 3 Möglichkeiten unsere Zielperson zu töten. Möglichkeit 1: Da der Gutsherr offensichtlich schon mal gerne etwas tiefer in die Flasche guckt können wir dies zu unserem Vorteil nutzen. In regelmäßigen Abständen bestellt er bei seinem Butler einen neuen Whiskey. Also machen wir uns auf und suchen den „Pinguin“ mit der Whiskey Flasche in der Hand. Wir warten in einer dunklen Ecke, die auf seiner Tour liegt, bis er vorbeikommt und jagen ihm mit unserer 9mm (natürlich mit Schalldämpfer, wir wollen ja kein Aufsehen erregen) eine Kugel in den Kopf. Er sackt zu Boden. Wir schnappen uns seinen Anzug und tragen fortan die Kleidung des Butlers. Damit unsere Tarnung nicht auffliegt verstecken wir den toten Hausdiener in einer Ecke, wo ihn keine der Wachen sieht und greifen uns den Whiskey. In diesen Füllen wir nun etwas Gift, welches wir vorher aus einem anderen Raum mitgebracht haben und marschieren ganz unscheinbar in den schwer bewachten Raum des Gutsherrn. Wir geben ihm den Whiskey und verdrücken uns schnellstmöglich.

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Über sechzig verschiedene Waffen stehen Nr. 47 zur Verfügung...


Kurze Zeit später erfahren wir durch eine Zwischensequenz, dass der Gutsherr bedauerlicherweise verstorben ist. Möglichkeit 2: Da der Gutsherr in einem Raum mit Kamin sitzt, bedeutet das für uns, dass wir vom Dachboden aus etwas durch den Kamin nach unten fallen lassen können. Und was bietet sich da mehr an, als eine kleine Bombe? Damit es auch ordentlich knallt weißt uns das Spiel darauf hin, wir sollen doch noch eine leicht entzündbare Flüssigkeit beschaffen. Zufällig finden wir 2 Etagen tiefer einen Kanister Benzin. Perfekt! Wir gehen also wieder hoch und Kippen alles zusammen den Schornstein runter. Der Erfolg unserer Mission wird uns mit einer eindrucksvollen Zwischensequenz quittiert. Bumm! Möglichkeit Nummer 3 ist eher etwas für die härteren Zeitgenossen und empfiehlt sich eigentlich auch nur auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad: Ihr zückt eure Silver Ballers, stürmt in den Raum des Gutsherrn und nietet alles um, was sich euch in den Weg stellt. Da der Gutsherr, wie ja bereits zu Anfang gesagt, stark bewacht wird, sollte man ziemlich treffsicher sein um diese Lösungsvariante erfolgreich abzuschließen.

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Manchmal reicht es auch einen Gegner, wie hier mit dem Scharfschützengewehr aus der Entfernung zu eliminieren...


Wie ihr seht bietet Hitman: Contracts euch die Wahl zwischen geschicktem und trickreichen Vorgehen und der „Stirb Langsam“-Methode. Natürlich führt Erstere zu einer besseren Endbewertung beim Abschluss der Mission. Neben der Tatsache, dass sich die brutale Methode manchmal gar nicht vermeiden lässt, kommt noch hinzu, dass, durch die große Auswahl von über 60 verschiedenen Waffen, die Hitman: Contracts dem Spieler offeriert, diese auch recht verlockend ist. Von den Silber Ballers, dem Markenzeichen von Nr. 47, über Scharfschützengewehre bis hin zu Fleischerhaken bietet der Titel alles, was das Herz eines Killers höher schlagen lässt.

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47 pirscht sich durch einen Schneesturm in Sibirien


Da es sich bei Hitman: Contracts um den dritten Teil der Serie handelt stellt man sich als potenzieller Käufer natürlich die Fragen „Was hat sich im Vergleich zu den Vorgängern verändert?“ und „Was wurde verbessert?“ Letztere Frage finden wir eher überflüssig, da bereits der Vorgänger sehr gelungen war. Auffällige Veränderungen zum Hitman 2 findet man lediglich bei den Menüs. Diese wurden nämlich etwas umgebaut und sind nun wesentlich bequemer zu bedienen. Die Schriftgröße allerdings konfrontierte uns schnell mit der Frage „Muss ich mal wieder zum Optiker? Ich kann kaum was lesen.“ Entwickler IO Interactive hat sich aus uns völlig unerklärlichen Gründen dazu entschlossen das Pausenmenü mit einer extrem kleinen Schriftgröße zu versehen. Sitz man etwas weiter vom Fernseher weg bekommt man selbst mit gesunden Augen das Problem, dass die Menüs aus dieser Distanz einfach nicht lesbar sind. Die kleinen Menüs passen dadurch zwar sehr gut zu den eh verkleinerten In-Game Menüs, wir halten es aber trotzdem für einen Fehler, die Menüs so klein zu machen.

Grafik:
Wenn ein Entwickler einen Nachfolger zu einem erfolgreichen Titel produziert versucht er in erster Linie die Grafik zu verbessern, weil diese dem Spieler natürlich als Erstes ins Auge fällt. Das ist IO Interactive nur bedingt gelungen. Zwar lassen sich kleine Verbesserungen beim Licht- und Schatten-Spiel und bei den Spiegelungen erkennen, große Fortschritte zu Hitman 2 sucht man allerdings vergebens. Dies ist aber nicht weiter tragisch, da bereits der Vorgänger mit einer recht ordentlichen Grafik aufwarten konnte. Die Power der Xbox Technologie nutzt Hitman: Contracts aber definitiv nicht ausreichend aus. Hier wäre noch etwas mehr drin gewesen. Trotzdem kommt das Spiel mit einer schönen und stimmigen Optik daher, die sehr gut zur Atmosphäre des Titels beiträgt.

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Manchen Forderungen muss Nr. 47 auch mit Gewalt Dachdruck verleihen...


Sound:
Einer der großen Vorteile der Xbox im Vergleich mit der PlayStation 2 und dem GameCube (der ja aller Voraussicht nach nicht mit Hitman: Contracts bedient wird) ist der In-Game Dolby Digital Sound. Umso erfreulicher, dass, obwohl der Titel natürlich wieder primär für Sonys Konsole entwickelt worden ist, die Entwickler dem Spiel einen ordentlichen Surround Sound verpasst haben. Die Kugeln pfeifen euch nur so um die Ohren und ihr könnt genau hören aus welcher Richtung sich eine Wache auf euch zu bewegt. Wir hätten uns lediglich eine bessere Trennung der beiden Rear-Kanäle gewünscht. Denn man kann nur hören, dass etwas hinter einem ist, nicht aber ob es von links oder von rechts ertönt. Die musikalische Untermalung ist, wie man es bereits vom Vorgänger gewohnt ist, grandios und gliedert sich hervorragend in die düstere Atmosphäre von Hitman: Contracts ein. Wir waren absolut begeistert! Etwas „schlampig“ fanden wir die technische Umsetzung der In-Game Dialoge, die Nr. 47 von Zeit zu Zeit führt. Hier hat man den Eindruck, und die Geräusche des Xbox Laufwerks bestätigen diese Theorie noch, dass die Konsole jedes Sprachsample erst dann lädt, wenn es von der Polygon-Figur ausgesprochen werden soll. Dadurch kommt es eigentlich generell immer zu kleineren Aussetzern im Verlauf der Dialoge. Das trägt, wie ihr euch sicherlich denken könnt, nicht gerade zur Verbesserung der Spielatmospähre bei. Die Vermutung liegt nahe, dass die Entwickler, dadurch, dass das Spiel hauptsächlich für die PlayStation 2 entwickelt wurde, völlig auf die Verwendung der Xbox Festplatte als Zwischenspeicher verzichtet haben. Denn hier hätte man die Dialoge einfach beim Levelstart komplett ablegen und bei Bedarf ins Spiel streamen können. Warum dies nicht geschehen ist, bleibt uns schleierhaft.

Steuerung:
„Never chance a runnig System!“ – Den Leitspruch vieler Computer-Anwender haben sich wohl auch die Jungs von IO Interactive zu herzen genommen und haben die Steuerung des Vorgängers eins zu eins in Hitman: Contracts übernommen. Ihr steuert Nr. 47 wie gewohnt über den linken Analogstick, zieht eure Waffen mit dem X-Button, öffnet das Hauptmenü mit Y und blendet die Karte noch immer mit der weißen Taste ein. Die rechte Schultertaste feuert die gewählte Waffe ab, der Linke führt dazu, dass Nr. 47 sich duckt bzw. schleicht und der rechte Stick steuert die Kamera. Die Steuerung ist sehr intuitiv und gut gelungen. Nur die etwas verwirrende Doppelbelegung der schwarzen und weißen Taste trübt das ansonsten sehr gute Gesamtbild der Steuerung.

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Die Grafik wirkt wie aus einem Guss...

Alexander meint:

Alexander Hitman: Contracts ist ein wirklich gutes Spiel. Daran gibt es absolut keinen Zweifel. Es macht tierisch Spaß sich heimlich, still und leise in große Anwesen zu schleichen, sich zu verkleiden, um nicht von den Wachen entdeckt zu werden, und möglichst elegant und unblutig die Mission zu vollenden. A propos unblutig: Das Spiel hat nicht umsonst eine „Ab 18“-Einstufung bekommen. Erschossene Gegner hinterlassen große dunkelrote Blutfützen und so manche Waffe, wie zum Beispiel der Fleischerhaken, übersteigen doch etwas den guten Geschmack. Insgesamt ist der Grundgedanke des Spiels, nämlich als Profikiller auf beliebige weiße menschliche Ziele zu eliminieren, ethisch sehr fragwürdig. Nichts desto trotz ist Hitman: Contracts ein grandioses Spiel bei dem Kenner der Serie ebenso wie Neueinsteiger bedenkenlos zugreifen können.

Positiv

  • 47 in Höchstform

Negativ

  • Unleserliche Schrift im Pausenmenü
Userwertung
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