Ab durch die Hecke im Test

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Dieser Tage bekam das Kino ein weiteres Animationsabenteuer aus dem Hause „Dreamworks“ spendiert, welche vor allem durch Shrek bekannt wurden. Wie üblich werden hier alle Konsolen sofort mit Ablegern zum Film beliefert und so könnt Ihr nach dem Kinobesuch zusätzliche Abenteuer mit Ab durch die Hecke bestreiten. Ich habe einen Blick in die Xbox- und PS2-Version des Spiels getan, um zu erkunden, ob wir erneut eine Lizenzgurke serviert bekommen oder doch akzeptable Leckereien genießen dürfen.

Ab_durch_die_Hecke_11In Ab durch die Hecke geht es im Grunde ums Essen. Im Film als auch im Spiel lernen wir einige recht sympathische Bewohner der Tierwelt kennen, welche eben aus ihrem Winterschlaf erwachten. Doch in den vergangenen Monaten hat sich viel getan und statt der bis dato üblichen Friedlichkeit und Weitsicht stehen unsere Protagonisten plötzlich vor einer großen Hecke. Die in der Nähe befindliche Stadt breitete sich über den Winter aus und erreichte das Gebiet der Tiere. Ihr lernt jetzt Verne die Schildkröte, Hammy das Eichhörnchen, Stella das Stinktier und weitere Bewohner des Vorgrüns kennen. Diese sind natürlich mit der Situation überfordert. Gut, dass genau zu diesem Zeitpunkt Richie der Waschbär aufkreuzt, der sich mit den Menschen auskennt. Er drängt darauf den anderen zu helfen, die nach dem Schlaf recht hungrig sind. Aber irgendwie ist er fast zu sehr darauf aus, allen zu helfen. Steckt da etwa noch mehr dahinter ….

Ihr landet im Menü des Titels, in dem Ihr in den Optionen ein paar Sound- und Videoeinstellungen vornehmen könnt. Der Punkt „Extras“ ist zu diesem Zeitpunkt bislang leer. Ihr müsst ein neues Spiel beginnen, welches Ihr wahlweise solo aber jederzeit auch zu zweit bestreiten könnt. Hierzu muss der zusätzliche Gamer nur seinen Controller an die Konsole anschließen und per Knopfdruck beitreten. Spielt Ihr das Game als Solist, übernimmt der Computer die Steuerung der weiteren Figur. Im Single-Player könnt Ihr über die „schwarze Taste“ in jedem Moment zwischen beiden Charakteren hin- und herschalten, um so brenzligen Situationen zu entgehen bzw. die »minimal anderen« Fähigkeiten des zweiten Helden auszunutzen.

Ab_durch_die_Hecke_16Es geht zu Anfang darum in ein Haus zu kommen, welches voll mit Leckereien ist. Auf dem Weg dorthin müsst Ihr aber durch einige Gärten hindurch, in dem neben zusätzlichen „unfreundlichen“ Tieren ebenso viele Fallen und Aufgaben auf Euch warten. In den einzelnen Etappen zum Ziel gibt es viele zerstörbare Objekte, die Euch immer wieder mit frischer Energie und weiteren Goodies versorgen. Mit manchen müsst Ihr ebenfalls interagieren. Dieses kann man gut an einem blau leuchtenden Rand um den Gegenstand erkennen. Jeder Charakter verfügt hierbei eine Waffe, die sich meist aus unterschiedlichen Schlägern zusammensetzt. Im Verlauf von Ab durch die Hecke bekommt Ihr auch einige Schusswaffen in die Pfoten, welche Gegner z.B. einfrieren oder einheizen können. Via dem fleißigen Einsammeln verschiedener Objekte wie z. B.  CDs oder Chipstüten könnt Ihr Eure Figur im Laufe des Spiels immer stärker machen und nebenbei im „Extras-Menü“ kleine Filme, Hintergrundinfos, Konzeptgrafiken oder Musikstücke freischalten. Es lohnt sich, in jeder Ecke der Etappen gründlich nachzusehen bzw. dort alles zu zerstören.

Die Stadtbewohner sind über den Einfall der Tiere in „ihr“ Reich natürlich nicht erfreut. Allen voran gemeint ist “Gladys Sharp“ die Vorsitzende der Hauseigentümergemeinschaft. Sie engagiert “Kevin den Kammerjäger“, der mit etlichen fiesen Fallen vom Bewegungsmelder über Geschütze bis hin zu Laserbarrieren alles auffährt, was Euch den Garaus machen könnte. Je weiter Ihr im Abenteuer vordringt, desto gemeiner werden seine Tricks und so bringt er ab einem bestimmten Moment sogar gedankenmanipulierende Helme aus seinem Labor, welche andere Tierarten auf Euch losgehen lässt. Wie gut, dass es ab und an hilfreiche Items wie z.B. unterschiedliche Hüte gibt, die Euch zeitweise kompletten Schutz vor Angriffen geben.

Ab_durch_die_Hecke_33Ihr dürft Euch jetzt durch vier verschiedene Gebiete vorarbeiten, wobei #5 der Wald quasi Eure Basis ist. Von dort aus könnt Ihr die einzelnen Aufgaben in „der Hecke, der Vorstadt, dem Freizeitpark“ und schlussendlich „Vermtech – dem Labor von Kevin dem Kammerjäger“ in Angriff nehmen. Ihr könnt hier die Reihenfolge der Spielabschnitte im Grunde frei wählen. Auf einer Pinnwand bekommt Ihr übersichtlich gezeigt, wo noch Aufträge zu erledigen sind. Zwischen den Missionen gibt es auch immer kleine Ausschnitte aus dem Kinofilm zu erblicken, welche die Grundstory vorantrieben. Bei gewissen Zielpunkten schaltet Ihr außerdem Minispiele frei, die neben der Haupthandlung separat angewählt werden können. In diesen könnt Ihr u. a. Autoskooter fahren, mit ferngesteuerten Flitzern umherdüsen oder Eurer Geschick mit dem Golfschläger beweisen.

Grafisch kann man Ab durch die Hecke als passend bunt zum Film charakterisieren. Wer diesen sah, wird jeden Charakter natürlich gleich wieder erkennen, wobei diese recht detailliert dargestellt werden. Die Umgebungsgrafik ist hierbei als ausreichend zu bezeichnen, wenngleich es die Xbox und die PS2 im Grunde kaum fordert. Etwas mehr Kantenglättung hätte ich mir hierbei schon erwartet, obwohl die angepeilte jüngere Zielgruppe hier sicherlich drüber hinwegsieht. Neben den bekannten Figuren aus dem Film gibt es im Spiel natürlich noch ein paar Orte und Gestalten zusätzlich zu entdecken.

Ab_durch_die_Hecke_9Die Steuerung der einzelnen Protagonisten ist im Grunde gelungen, wenngleich man Euch leider keine frei wählbare Kamera an die Hand gibt, was ab und an zu kleinen Übersichtsproblemen enden kann. Im Grunde genommen ist sie aber deutlich auf jüngere Spieler ausgelegt, da hierbei besonders am Anfang das wilde Hämmern auf die Tasten schon fast ausreicht. Manches Mal müsst Ihr ebenfalls Gegenstände bewegen, wobei Euch hier eine Hand den Weg zum Ziel anzeigt. Für Härtefälle könnt Ihr auch auf den zweiten Charakter springen, um so die doppelte Angriffskraft einzusetzen.

Sound mäßig gibt es natürlich einige Stücke aus dem Film zu hören. Diese passen zur Rahmenhandlung und dudeln fleißig im Hintergrund. Eigene Soundtracks könnt Ihr nicht einspielen. Die deutsche Synchronisierung passt wie schon öfters gerade so eben und wurde teilweise aus Textstücken des Films zusammengeworfen. Sie konnte mich allerdings nicht überzeugen. Das Soundpaket kommt bei vorhandenem Equipment in Dolby Digital zu Euch, ohne hier aber großartig in Erscheinung zu treten.




Stefan meint:

Stefan

Ab durch die Hecke zielt deutlich auf eine junge Käuferschicht ab, die sich bereits den Film antaten. Wer etwas Erfahrung mit Videospielen besitzt, wird hier nicht all zu lange gefesselt. Im Grunde kann man von einer soliden Beistellung zum Leinwandabenteuer reden, die jungen Jump´n Run Fans die Tage danach versüßt - mehr aber auch nicht. Ich muss aber auch klar erwähnen, dass ich schon wesentlich schlechtere Lizenzkost zu Gesicht bekam. Vor allem der Zweispieler-Koop-Modus reisst hier das Ruder herum. Daumen ab zur Mitte von mir.

Positiv

  • Spiel zum Film
  • Freispielbare Extras
  • Ko-Op Modus

Negativ

  • Klassischer Lizenzbrei ohne Höhen
  • Soundkulisse enttäuscht
  • Fixierte Kameraperspektive
Userwertung
5.6 3 Stimmen
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