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Neo Geo Battle Coliseum im Test

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In letzter Zeit ist bekannermaßen ein erhöhtes Aufkommen von Ports microsoftfremder, leicht gestriger Software für die Xbox Live Arcade festzustellen. Mein heutiger Testkandidat und zugleich jüngster Spross dieser Transferwelle sollte dabei vor allen Dingen PS2-Veteranen bekannt vorkommen, geht es doch um ein Spiel, dass ursprünglich auf Sonys Kühlergrill erschien. Genauer gesagt handelt es sich um SNKs Neo Geo Battle Coliseum, einen Tag-Team Prügler, der die besten Eigenschaften so ziemlich aller berühmten SNK Beat ‘em Ups vereinen soll. Ich bin was solche Fussionen angeht ja immer höchst skeptisch, aber vielleicht werde ich dieses Mal ausnahmsweise in positiver Hinsicht überrascht... Wäre mal eine super Sache..
 
Sobald man das Spiel gestartet hat, wird man von einem ziemlich nüchternen aber durchaus funktionellen Startbildschirm begrüßt, der die für Prügelspiele üblichen Auswahlmöglichkeiten und Spielmodi bietet.  So kann man sich alleine durch einen Story- und einen Survivalmodus schlagen, oder im Trainingsmodus an seinen Fähigkeiten feilen. Außerdem darf der obligatorische Versus-Multiplayer-Modus natürlich nicht fehlen.

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Zum Einstieg entscheide ich mich zunächst einmal für den Storymodus, stellt dieser doch bei praktisch allen Beat ‘em Ups den Kern der Singleplayer-Unterhaltung dar. Im nächsten Schritt steht wie üblich die Charakterwahl auf dem Programm. Hier klotzt das Spiel dann geradezu und bietet mit 39, von Anfang an spielbaren Charakteren, eine wahre Flut an Möglichkeiten. An dieser Stelle wird deutlich, dass es SNK mit dem Anspruch, ihre größten Prügelhits in einem Spiel zu präsentieren, durchaus ernst meint. So sind Charaktere von Final Fight, über Fatal Fury bis hin zu Samurai Shodown vertreten, um nur einige zu nennen. Sogar Marco Rossi und ein Mars Männchen aus dem Metal Slug-Franchise haben ihren Auftritt.  Weil man stets mit zwei permanent wechselbaren Charakteren prügelt und ich ohnehin ein Freund der Metal Slug-Reihe bin, entscheide ich mich dann auch für die beiden Letztgenannten.

Das eigentliche Gameplay stellt im Gegensatz zu der großen Auswahl an Kämpfern leider eher gewöhnliche Prügelkost dar. Die Special-Moves sind meistens durch streetfighter-ähnliche Halb und sonstige Kreise plus diverse Knöpfe auszulösen, sonst gibt es im Westen auch nicht wirklich viel Neues. Erwähnenswert ist lediglich dass der Charakter, mit dem gerade nicht gekämpft wird seine Lebensenergie langsam aber stetig regeneriert. Ein ganz interessantes Feature, aber auch keine wirkliche Weltneuheit.

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Nach einigen besiegten Gegnern offenbart sich dann auch schon recht bald die erste Schwachstelle. Das Wort „Story“ in Story-Modus kann man nämlich getrost vergessen. Eine Geschichte oder etwas ähnliches gibt es schlicht nicht... Nach den Kämpfen werden zwei langweilige Anime-Standbilder mit unnötigen Texten präsentiert und vor dem Endgegner erfreut eine ein paar Sekunden lange Anime-Sequenz das Auge des Betrachters, das wars dann auch schon.. So eine Präsentation war schon anno 2005, dem Veröffentlichungszeitpunkt auf der Ps2 absolut zuwenig. Daran kann auch der total langweilige Abspann nach erfolgreicher Big-Boss Verprügelung nichts mehr ändern.

Wenn ich schon bei dem Punkt Endgegner bin. Irgendwie ist es ja bekanntlich seit geraumer Zeit Mode, die Endgegner als solch übermächtigen Typen zu programmieren, dass es häufig Glück und Zufall brauch um gewinnen zu können. Neo Geo Battle Coliseum geht hier noch ein Stückchen weiter und präsentiert den ersten, so gut wie nicht zu besiegenden Endgegner der Prügelspielgeschichte. Nicht nur, dass es seine Moves praktisch unmöglich machen auch nur in Schlagreichweite zu kommen, der Sack regeneriert auch permanent seine Lebensenergie -und das rasend schnell. Dazu kommen noch die extreme Durchschlagskraft seiner Angriffe und eine übelst aggressiv machende Lockerheit mit der man jedesmal über den Jordan expediert wird. Ihr seht schon, alles in allem eine extrem nervige Angelegenheit.

Zum Glück hatten die Entwickler aber dieses mal wenigstens etwas Mitleid mit uns. Falls man wieder einmal das Zeitliche gesegnet hat, kann man netterweise diverse Hilfen in Anspruch nehmen. So kann die Lebensenergie des Gegners auf ein Viertel reduziert, sich selbst drei Power-Leisten für die extrem durchschlagskräftigen „Super-Deadly-Moves“ verschafft oder den CPU Level herunterschraubt werden. Die einzige Option, die bei dem Endgegner überhaupt Wirkung zeigt ist natürlich die Sache mit der Lebensreduktion und selbst damit ist es es wirklich schwer zu gewinnen, falls man keinen Kämpfer mit extrem starker Fernkampfwirkung dabei hat. Hier hätte eine etwas fairere Konzeption des Endgegners für erheblich mehr Spielspaß gesorgt.

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Bevor ich nun zu den rein technischen Aspekten komme,wollte ich noch kurz einige Worte zur Steuerung verlieren. Hier stellt das unfassbar schlechte Digikreuz des Xbox Pads nämlich wieder eine wirklich furchtbare Hürde dar. Es wurde ja schon genug darüber geschimpft, aber ganz ehrlich... Microsoft hat jede einzelne Zeile  Hohn, Spot und Wut mehr als verdient. Wie man es wagen kann eine Next-Gen Konsole mit einer solchen Steuerungskatastrophe auszustatten ist schon ein starkes Stück. Wegen der Ähnlichkeit vieler Moves zu den Streetfighter Pendants ist dann auch leider bei Neo Geo Battle Coliseum ein echter Arcade-Stick dringenst empfehlenswert, will man wirklich Spaß an dem Spiel haben.

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Was die Grafik betrifft wird man als Spieler ebenfalls nicht wirklich positiv überrascht. Schon zu PS2-Zeiten hinkte das Spiel dem Standart mehr als hinterher. Wenn man sich die einstige Ausnahmestellung von SNK auf diesem Gebiet in Erinnerung ruft, stellt Neo Geo Battle Coliseum wirklich einen absolut  traurigen Abstieg dar. Die Hintergründe sind langweilig und wirken bis auf wenige Ausnahmen sehr statisch und die Kämpfersprites reißen ebenfalls keine Bäume aus. Es gibt zwar die Möglichkeit mit einem optionalen Pixelfilter etwas korrigierend einzugreifen, aber zu einer wirklichen Schönheit wird das Spiel dadurch auch nicht. Hier hätte wesentlich mehr gehen können und auch müssen. Der langweilige Standartsound rundet dieses traurige Erscheinungsbild dann trefflich ab.

Der einzige Grund, warum das Spiel trotz allen dieser Schwächen eine Daseinsberechtigung besitzt, ist der durchaus spaßige Multiplayer-Modus. Hier kommt es  bei ähnlich starken Gegner zu wirklich spannenden Gefechten, die auch für eine gewisse Langzeitmotivation sorgen.

Andreas meint:

Andreas Neo Geo Battle Coliseum ist ein ziemlicher Tiefflieger, dass muss einfach so festgestellt werden. Grafisch von Vorgestern, spielerisch unauffällig und soundtechnisch durchschnittlich hat das Spiel nur wegen dem spaßigen Multiplayer-Modus eine Daseinsberechtigung. Für Fans klassischer Prügler sollte ganz klar Super Street Fighter II Turbo HD Remix das Spiel der Wahl sein.. gegen dieses Kaliber hat Neo Geo Battle Coliseum keine Chance.

Positiv

  • Lustiger Multiplayer-Modus
  • Jede Menge bekannte Charaktere zur Auswahl

Negativ

  • Grafisch von Vorgestern
  • Spielerisch Durchschnitt
  • Es gibt wesentlich bessere Alternativen
Userwertung
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