Tales of Vesperia im Test

Xbox 360

Kulleraugenoptik, bewährtes Kampfsystem und knappe 50 Stunden Spielzeit. Entwickler Namco Bandai Games liefert mit etwas Verspätung ihren neuen JRPG-Hit Tales of Vesperia in Deutschland ab. Aber ist es besser als seine Konkurrenz? Die folgenden Zeilen geben euch die Antwort.

Tales_of_Vesperia_10Tales of Vesperia ist kein Nachfolger zu einem vorherigen Tales of, also können Neulinge beruhigt zugreifen. Die Story scheint nicht mehr zu sein, als das typische „Gut gegen Böse Prinzip“. So ist es auch, dennoch bietet die Geschichte mehr und kommt ebenso mit ein paar spannenden Wendungen daher. Aber worum geht es genau? Die Welt „ Terca Lumireis“ wird von den sogenannten Blastias beschützt. Das sind mit „Aer“-Energie angetriebene Energiekristalle, die für die Barrieren der Städte benötigt werden. Diese halten die Monster fern, damit jeder Bewohner in Ruhe und Frieden leben kann. Nicht alle dürfen jedoch die Vorteile der Kristalle nutzen. So war es zumindest, bevor die armen Gesellschaften ihre Gilden gründeten. Denn vorher hatte das „Reich“ die Macht zu bestimmen, wer die Vorzüge der Blastias nutzen darf und wer nicht. Die Vereinigungen in Terca Lumireis kämpften für die Freiheit der Welt. Allerdings blieb ein mehr als gespanntes politisches Verhältnis zwischen den Gilden und dem Reich, welches noch auf eine harte Probe gestellt werden sollte. Denn eines Tages wird in der kaiserlichen Unterstadt ein Aqua-Blastia gestohlen, so dass der Bezirk zu verdursten droht. Ihr seid Yuri Lowell, ein ehemaliger kaiserlicher Ritter, der dort lebt und dessen Einwohner beschützt. Ihr macht euch also auf die Suche nach dem Übeltäter, um eure Unterstadt zu retten. Doch dies ist nur der Anfang eines Abenteuers in dem es um mehr als nur Energiekerne geht. Es befinden sich Zivilisationen im Machtkampf und ihr seid mittendrin.

Rollenspieltypisch seid ihr nicht alleine unterwegs. Nach und nach gesellen sich weitere Heroen zu euch. Zu Beginn kämpft ihr nur mit eurem treuen Pfeifen rauchenden Hund Repede gegen die kaiserlichen Schergen, doch nach kurzer Zeit steht euch, die in Kämpfen unverzichtbare, Estellise mit ihren heilenden Fähigkeiten zur Seite. Später könnt ihr eure vier Helden starke Gruppe mit verschiedenen Charakteren nach Belieben zusammenstellen. Neben dem anarchistisch veranlagten Yuri mit Hund und der barmherzigen Estellise finden noch das großmäulige Kind Karol, die zornige Magierin Rita und der mysteriöse Raven den Weg in eure Gruppe. Den einen oder anderen verschlägt es noch kurzweilig zu euch, allerdings möchte ich da nicht vorweg greifen. Jeder der Gefährten hat seine eigene Vergangenheit und Charakterzüge, welche für viel Heiterkeit und den einen anderen Witz sorgen. Außer in den Zwischensequenzen könnt ihr nämlich auch ab und an mit der Back-Taste dem Haufen bei verschiedenen Dialogen lauschen. So erhält man auf Knopfdruck mehr Story. Man muss sich die vertonten Schnipsel nicht anhören. Aber es lohnt sich und man lernt durch diese gelungenen Diskussionen seine Charaktere erst richtig lieben, vor allem weil es keine 0-8-15 JRPG-Protagonisten wie zuletzt bei Star Ocean: The Last Hope sind.

Tales_of_Vesperia_5Richtig lieben werden Serienkenner das Kampfsystem, was sehr Tales-of-typisch ist. Ihr habt es also nicht mit Rundenbasierten, sondern mit echtzeitbasierten Gefechten zu tun. In den Dungeons und auf der sogenannten Feldkarte warten nur unzählige Monster darauf, geschnetzelt zu werden. Ein Glück gibt es keine Zufallskämpfe, also bestreitet man meist nur dann Kämpfe, wenn einem danach ist. Die Gegner sind jederzeit sichtbar, so dass ihr auch an ihnen vorbeihuschen könnt. Aber Achtung, denn nicht jeder Kampf ist vermeidbar. Doch Rollenspiel sei dank wird oft genug gekämpft und gelevelt. Was sehr angenehm gefällt, ist dass auch die Charaktere, die sich gerade nicht in eurer Gruppe befinden, mitleveln. So sind alle Helden immer gleich auf. Des Weiteren erlernt man Fertigkeiten, wie verschiedene Ausweichmanöver oder Konterattacken. Außer Erfahrungspunkte erhält man nach jedem Gefecht die überall akzeptierte Währung „Gald“ und ebenso das eine oder andere Objekt für eure Synthese.

Die ist ein Verfahren, wobei man bestimmte Materiale dem örtlichen Händler übergibt, der euch sofort je nach Verfügbarkeit ein Objekt, eine Rüstung oder eine Waffe daraus baut. Je nach Level und Örtlichkeit gibt es bei vorgegebenen Personen brandneue „Rezepte“ für eure Synthesen. Anleitungen, also Kochrezepte findet man ebenfalls immer wieder auf seiner Reise. Ja ihr lest richtig …es kann auch gekocht werden. Wiederholt begegnet man einem Koch. Der Tim Mälzer unserer Spielewelt ist immer als etwas unpassendes, wie z.B. als Riesenkarotte getarnt, in den verschiedensten Städten anzutreffen. Enttarnt man ihn, winkt als Belohnung ein neues Kochrezept. Einmal erlernt könnt ihr jedes immer wieder nachkochen, so dass die gesamte Gruppe davon profitiert, sofern ihr die Zutaten habt. Aus jedem lässt sich etwas Nützliches köcheln, so kann man aus Hähnchen mit Pommes z.B. seine Lebensenergie füllen. Nicht immer klappt das Kochen, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…soll heißen ihr müsst öfter brutzeln, bis man manches Rezept beherrscht.

Tales_of_Vesperia_8Kochen und Synthese sind nützliche Verfahren, um im Spiel immer gut gewappnet zu sein gegen die verschiedensten Monster und Bossgegner. Gerade bei Letzteren solltet ihr immer mit etwas Strategie vorangehen. Denn hier reicht es oft nicht aus, einfach mit dem B-Knopf drauflos zu hämmern. Auch eure Artes, also eure Spezialattacken solltet ihr in Kombos einbauen, um größeren Schaden anzurichten. Je stärker sie sind, desto höher der „Magieverbrauch“. Ihr könnt jeder Zeit mit der Y-Taste den Kampf pausieren, um Objekte für euch oder eure Mitglieder zu benutzen. Oder ihr ändert die Strategie eurer Truppe. So kann man jedem einzelnen bestimmte Aufgaben zuweisen. Vier verschiedene Schlachtpläne können auf die Richtungen des Digipads gelegt werden. Ansonsten bleibt alles beim altbewährten traditionellen Tales-of-Kampfsystem. Leider stößt einem das altbackene Rollenspielprinzip ohne Neuerungen etwas auf, zwar nicht besonders, aber so verhindert sich das Spiel eine höhere Wertung. Was hingegen sehr erfreulich ist, ist dass jeder Zeit bis zu drei Kumpels mit ins Kampfgeschehen einsteigen können. Einfach das Gamepad anmelden und eure Freunde sind in den Gefechten an eurer Seite. Allerdings ausschließlich in den Kämpfen, denn euer Protagonist wird immer noch vom ersten Player gesteuert.

Sollte eure Strategie oder euer derzeitiger Level zu schlecht sein und ihr segnet das Zeitliche, so müsst ihr nicht verzweifeln. Das Spiel bietet drei Schwierigkeitsgrade. Für den blutiger Anfänger bis zum eingefleischten Tales-of-Profi sollte da der richtige Herausforderungsgrad dabei sein. Auch wenn man in den Kämpfen und Bosskämpfen stirbt ist es nicht sonderlich schlimm, da die Speicherpunkte sehr fair gesetzt sind. Ihr müsst selten mehr als 2 bis 3 Minuten bis zum letzten Ableben spielen, sofern ihr jeden Sicherungspunkt ausnutzt. Auf der Feldkarte, also der Oberwelt kann man sogar jederzeit Speichern.

Tales_of_Vesperia_9Die Feldkarte ist grafisch recht einfach gestaltet. Man kann diese um 360 Grad drehen und eine Minimap mit den nächsten Anlaufpunkten ist auch stets eingeblendet. Monster puffen immer aus guter Entfernung auf, so dass man selten zum Kampf gezwungen wird. Die Städte sind liebevoll gestaltet, ebenso wie die Charaktere. Die Welt ist sehr stimmig und bietet eine schöne Cel-Shading-Grafik. Alles wirkt lebendig und wie aus einem Guss. Die verschiedenen Dungeons und Metropolen, die ihr während eures knapp 50 stündigen Abenteuers bereist, sind allesamt sehr unterschiedlich. So pilgert ihr in Ritterstädte, durch dunkle Wälder über alte Ruinen bis zum verregneten alten Hafen. Die Präsentation ist top, das ist euch gleich nach dem drei Minuten kurzen Opening klar. Im Spiel selber gibt es etliche in Spielegrafik gehaltene und traumhaft inszenierte Zwischensequenzen. Ebenso die gezeichneten Animesequenzen sind eine Augenweide…Animefans was wollt ihr mehr?! Zwar sieht es „nur“ nach einem Tales of Symphonia in HD aus, aber alles mit sehr viel Liebe zum Detail.

Auch eure Ohren werden mit schön komponierten Stücken verwöhnt. Jeder Track passt zum Geschehen und trägt viel zur Atmosphäre bei. Leider wiederholen sich die musikalischen Einlagen nach einer Weile, was aber nicht besonders tragisch ist. Die englische Sprachausgabe ist sehr gelungen und die deutschen Untertitel ebenso.

Written by Daniel Lewers für neXGam.de




Gregory meint:

Gregory

Wenig Neues und viel Altbewährtes, trotzdem haben wir hier ein gelungenes traditionelles JRPG für die Xbox360. Mit tollen Charakteren, einer guten Story und hervorragenden Zwischensequenzen. Hier wird einem innerhalb der knapp 50 Stunden Spielzeit viel fürs Geld geboten. Die Figuren sind klasse und man sieht und hört ihnen gerne zu. Ich bin zugegebener Maßen kein großer Rollenspielfan, aber Tales of Vesperia fesselte mich sehr lange an meine Xbox gefesselt. Genrefans greifen so oder so zu und alle anderen, die mit dem Kulleraugenlook nix anfangen können sollten trotzdem einen Blick riskieren…es lohnt sich.

Positiv

  • Spannende Story
  • Kampfsystem für Einsteiger + Profis geeignet
  • Faires Speichersystem

Negativ

  • Kaum Nebenmissionen
  • Zu wenig Monster
  • Zu wenig Neuerungen
Userwertung
8.5 1 Stimmen
Wertung abgeben:
8.5
senden
Forum
  • von Civilisation:

    Und? Wie hat Gregory die Xbox 360-Version damals gefallen? Tales of Vesperia Kulleraugenoptik, bewährtes Kampfsystem und knappe 50 Stunden Spielzeit. Entwickler Namco Bandai Games liefert mit etwas Verspätung ihren neuen JRPG-Hit Tales of Vesperia in Deutschland ab. Aber ist es...

  • von Mr.Deadshot:

    Ha, voll automatisches kämpfen rockt, kann ich nebenbei surfen xD

  • von Mr.Deadshot:

    geht mir gerade leicht auf den Sack mit seinen Schwierigkeitsgradspitzen. Da hilft nur dröges Leveln.

Insgesamt 351 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema