Race Driver: Grid im Test

PlayStation3Xbox 360

Colin McRae: DiRT, der mittlerweile sechste Teile der Serie, machte es bereits 2007 vor: Eine leicht zugängliche Steuerung und ein gutmütiges Handling gepaart mit einer flotten Grafik dank neuentwickelter „NEON-Next-Generation-Engine“ und schon ist der Rennspiel-Hit fertig. Genau in dieselbe Kerbe schlägt Race Driver: Grid, der inoffizielle DTM Race Driver-Nachfolger. Ich zockte das Spiel an und kann euch versichern, dass die Neuausrichtung der Reihe gut tat ...

Race_Driver_GRID_11Race Driver: Grid startet spektakulär: So befördert euch das Game unmittelbar nach Anlegen des Spielerprofils direkt ins Cockpit einer dicken Dodge Viper. Die Anfängerlizenz möchte zuerst einmal verdient werden. Dazu müsst ihr eine komplette Rennrunde samt KI-Fahrer bestehen, dabei ist es egal ob ihr als Erster oder Letzter über die Ziellinie rollt. Speziell Neulinge werden hierbei relativ schnell das Rückspul-Feature kennenlernen, welches in dieser Form an Spiele wie Prince of Persia: Warrior Within oder TimeShift erinnert. Legt ihr also einen Totalschaden hin, könnt ihr je nach Schwierigkeitsgrad (auf Easy fünf Mal, auf Profi nur zwei Mal) die Zeit bis zu 15 Sekunden zurückdrehen und so den Unfall ungeschehen machen. Dennoch sollte vorsichtig gefahren werden, denn das wunderschöne und sehr detaillierte Schadensmodell ist nicht nur optischer Natur. Euer Wagen kann Schäden an Schaltung, Aufhängung, Lenkung, Motor und Rädern davontragen. Schäden an der Steuerung reduzieren nicht nur die Fahrzeugkontrolle, sondern können auch dazu führen, dass das Fahrzeug zur Seite zieht.

Mit der Anfängerlizenz in der Hand öffnet sich ein Teil der »Grid Welt«, dem eigentlichen Karriere-Modus von Race Driver: Grid. Von nun an stehen euch verschiedene Fahrerangebote zur Auswahl. Für jedes bestandene Rennen bekommt ihr eine festgelegte Summe sowie Bonuszahlungen, sofern ihr die Rennziele des Teams erreicht. Eure primäre Aufgabe besteht jetzt darin, ein eigenes Rennteam auf die Beine zu stellen und euer Ansehen zu steigern. Habt ihr das nötige Kleingeld beisammen, dürft ihr mit eurem frisch erstellten Team die internationale Bühne des professionellen Rennsports betreten, die in drei Regionen unterteilt ist: USA, Europa und Japan.

Race_Driver_GRID_16Während die amerikanischen Meisterschaften auf eine gesunde Mischung aus Kraft und Tempo setzen und Stock Car bis hin zu GT-Rennen bieten, erwarten euch in Europa traditionelle Rennstrecken (Nürburgring, Donington etc) sowie unterschiedliche Touring-, GT- und Open Wheel-Meisterschaften. In Nippon hingegen dreht sich alles um knallharte Straßenrennen, Drift-Meisterschaften und Pro Tuned-Series.

Sobald ihr ein paar Wettkämpfe erfolgreich meistert, melden sich auch schon die ersten Sponsoren, mit der Bitte, ihr Logo auf euren Rennboliden draufzuklatschen. Allerdings müsst ihr bestimmte Bedingungen erfüllen, ehe sie euch auszahlen: Beendet dazu ein Rennen komplett unfallfrei, überquert als Erster die Ziellinie oder besteht einfach nur den Wettstreit - egal mit welcher Plazierung. Abseits der Rennen gibt es neben dem Managen der Sponsorenverträge sowie dem Erweitern des Fuhrparks so gut wie keine Aufgaben, da Race Driver: Grid komplett auf Tuning als auch auf Fahrzeugsetups verzichtet. Im Spiel macht sich das arcadelastige Gameplay ebenfalls bemerkbar: Qualifikationsrunden und Boxenstopps = Fehlanzeige! Dafür fanden zahlreiche Renndisziplinen den Weg ins Game, die wir euch an dieser Stelle kurz vorstellen wollen:

    Grip Rennen: In diesem Modus tretet ihr gegen ein Feld von bis zu gegnerischen 20 Wagen an und müsst als Erster die Ziellinie überqueren. Die Wettkämpfe umfassen verschiedene Klassen von GT-Wagen über Open Wheel- und Pro Muscle-Fahrzeuge bis hin zu den beliebten Touring Cars.

Race_Driver_GRID_9    Drift Rennen: Hier geht es ausschließlich ums Driften. Punkte erhaltet ihr für den Driftwinkel sowie für das Drifttempo. In der Disziplin gibt es verschiedene Driftvergleiche: »Drift GP«, »Drift-Schlacht«, »Freestyle-Drift« und »Downhill Drift«.

    Touge-Rennen: Knallharte NFS-typische Kopf-an-Kopf-Wettkämpfe auf engen japanischen Straßen. Zusätzlich sind diese in »Touge-Profi-Wettkampf« und »Touge-Mitternachts-Wettkampf« unterteilt.

    Endurance-Rennen: Sogenannte Ausdauer-Rennen zu denen u.a. die berühmten »24 Stunden von Le Mans« gehören (inkl. Tag-Nacht-Zyklus).

    Crashderby: Sieger ist wer als Erster die Ziellinie überquert - Regeln gibt es keine!

Das Fahrverhalten in Race Driver: Grid stellt eine gelungene Mischung aus Arcade und Simulation dar, geht dabei absolut unkompliziert von der Hand, und lässt sich in dieser Form am ehesten mit Rennspielen wie Project Gotham Racing 4 vergleichen. Wer´s noch ein bisschen realistischer mag, darf Fahrhilfen wie ABS, Traktions- und Stabilitätskontrolle ausschalten. Die etwas rücksichtslose KI fällt dafür absolut anspruchsvoll aus: Bereits auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad fährt die Konkurrenz am Limit und klebt euch hierbei buchstäblich am Heck, ständig bemüht, euch beim kleinsten Fehler gnadenlos zu überholen. Nicht selten werdet ihr dabei von hinten angerempelt, was zur Folge hat, dass ihr einen fiesen Dreher hinlegt.

Race_Driver_GRID_17Doch so kämpferisch die KI-Gegner auch sind, selbst sie fahren keinesfalls fehlerlos: So passiert es relativ häufig, dass ein Konkurrent das Kiesbeet unsicher macht. Ganz klar ein dickes Atmosphäre-Plus das obendrein den Rennverlauf sehr spannend gestaltet. Spielt ihr Grid online, dürft ihr mit bis zu zwölf Spielern in 32 Wettbewerben auf über 80 Strecken und an 15 verschiedenen Schauplätzen um die Wette rasen. Alternativ steht euch noch ein klassischer System-Link Modus zur Verfügung.

In grafischer Hinsicht rockt der Titel gewaltig: Die weiterentwickelte „NEON-Next-Generation-Engine“ lässt in den extrem detaillierten Stadtkursen gewaltig ihre Muskeln spielen, die zusätzlich mit unzähligen Details wie wehenden Fahnen und tosenden Zuschauermassen am Streckenrand versehen sind. Obendrein gibt es in den Kursen wunderschöne Licht- und Schattenspiele sowie feinste Partikel- und Raucheffekte zu bewundern, die zusammen mit dem eindrucksvoll in Szene gesetzten Schadensmodell ihresgleichen suchen. Getoppt wird das Ganze letztlich von dem voll animierten Cockpit, das mit allen Instrumenten, Spiegeln und dynamischen Schatten ausgestattet ist. Um es kurz zu fassen: Race Driver: Grid ist ein wahres Grafikbiest! Doch Vorsicht: Wie bereits Dirt verrichtet das Spiel ausschließlich im 60 Hz-Modus den Dienst.

Race_Driver_GRID_21Soundtechnisch kann der Titel leider nicht mit der grandiosen Optik mithalten. Speziell der GameOST, der dynamisch auf das Spielgeschehen reagieren soll, enttäuscht mit seinen monotonen Techno-Beats. Glücklicherweise wird ein ein Custom Soundtrack unterstützt. Des Weiteren nerven die Kommentare eures Teamleiters während den Rennen. An der guten und glasklaren deutschen Sprachausgabe ist nichts auszusetzen. Weniger gelungen sind die Motorensounds der PS-Biester, die etwas zu schwachbrüstig und zu wenig energiegeladen klingen. Dafür steckt ordentlich Saft hinter den Crash-Geräuschen.





Daniel meint:

Daniel Neben der pfeilschnellen Optik und dem genialen Schadensmodell sind zweifelsohne die zig unterschiedlichen Renndisziplinen und Rennklassen das eigentliche Sahnehäubchen in Race Driver: Grid. Dennoch schmälern ein paar klitzekleine Macken wie die rücksichtslose KI, die schwachen Motorensounds oder die "nur" 60 Rennboliden den Gesamteindruck ein wenig. Liebhaber klassischer Simulationen im Stil von Forza 2 seien jedoch vorgewarnt: Das Gameplay ist definitiv Arcade-orientiert - Boxenstopps, Einstellungs- und Tuningmöglichkeiten etc werdet ihr keine vorfinden, auch nicht im berühmten Circuit de la Sarthe Kurs. 

Positiv

  • Schadensmodell, Optik
  • Rückspul-Feature, Karriere-Modus
  • Online-Ranglisten, System-Link

Negativ

  • Keine DTM-Lizenz / kein Tuning / KI
  • Sound
  • Nur 60 Rennboliden

Kai meint:

Kai

Das Fahrgefühl ist ausgezeichnet, die Lenkung geschmeidig und der Schwierigkeitsgrad ausgewogen, in punkto Schadensmodell und Gegner-K.I. bildet Race Driver: Grid sogar die neue Referenz-Klasse. Zum endgültigen Rennspiel-Olymp fehlen nur Tuning-Optionen und eine breitere Fahrzeug-Auswahl. Dennoch kommt kein Freizeit-Schumi an dem Spiel vorbei. Klare Kaufempfehlung!

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Forum
  • von Civilisation:

    Daniel und Kai haben damals ein paar Runden gedreht. Hier sind ihre Eindrücke. Race Driver: Grid Colin McRae: DiRT, der mittlerweile sechste Teile der Serie, machte es bereits 2007 vor: Eine leicht zugängliche Steuerung und ein gutmütiges Handling gepaart mit einer flotten...

  • von Civilisation:

    Liebe Medienpartner, Mit GRID 2™ aus dem Hause Codemasters® fährt heute eine nagelneue Generation von Rennsport-Spielen in die europäischen Händlerregale ein. Zusammen mit dem langerwarteten Release des Spiels für Xbox 360®, PLAYSTATION®3 und PC veröffentlicht...

  • von Mistercinema:

    Denke, es wird eine 1:1 Umsetzung der PC-Version sein. M.C....

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