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Der Pate II im Test

XboxXbox 360
Es war eines der besten Filmsequel aller Zeiten: Der Pate II konnte Anno 1974 begeistern und fesselt auch heute noch bedingungslos. Nachdem EA 2006 bereits Der Pate auf die Xbox 360 brachte, können wir nun im Nachfolger auch auf der Konsole miterleben, wie Michael Corleone zum Don wird. Wir haben uns den Belangen der Famiglia gewidmet...
Der Spieler hat die Kontrolle über Dominic. Wie auch im ersten Spiel zum Paten kommt dieser Charakter in keinen der Filme vor. Als rechte Hand von Michael Corleone bekommt Dominic den Auftrag, selber als Don das Familiengeschäft in New York, Florida und Kuba zu betreiben. Diesmal muss man sich also nicht in der Familie hocharbeiten, sondern ist selber der Chef, der sagt, was Sache ist. Die Story bietet die ein oder andere spannende Stelle und greift auf die Ereignisse vom zweiten Film zurück, kann aber nicht im geringsten, trotz des guten Endes, mit dem Plot der Filme mithalten. Doch bevor es überhaupt losgeht, darf man sich nach einer kleinen Rückblende aus dem ersten Patenspiel in einem umfangreichen Charakter-Editor namens Mob-Face austoben. Hier erstellt man seinen virtuellen Gangster von Kopf bis Fuß, steckt ihn in das richtige Outfit und schmückt das ganze noch mit Accessoires aus.

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Nach einer kleinen Tutorial Mission in Kuba findet der Spieler sich in einem kleinen New Yorker Stadtteil wieder. Wer eine große belebte Metropole erwartet liegt hier falsch. Die Karten der Städte sind sehr überschaubar. So entfallen lange Autofahrten und Erkundungstouren mit den sehr schwammig zu steuernden Vehikeln. Der Pate II legt mehr Wert auf Action. Die Städte sind zum Großteil von einer oder mehreren rivalisierenden Familien eingenommen. Das gefällt den Corleones gar nicht. Also werden verschiedene Aufträge angenommen, um sich langsam an die Spitze zu kämpfen und Herrscher über die Stadt zu werden. Dafür übernimmt man verschiedene Kartelle in den Bereichen Schmuggel, Prostitution, Glücksspiel und Drogen. Fordert Schutzgeld, um etwas Geld in die Kasse zu spülen. Die Inhaber werden sich erst gegen euch stellen. Wer lässt sich schon gerne erpressen? Doch mit den richtigen Mitteln wie Verprügeln oder Demolieren kriegt man den Besitzer dazu, die gewünschte Summe zu zahlen. Jedoch darf man nicht zuviel Druck ausüben, denn sonst erreicht man gar nichts.

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Mit dem gewonnen Geld kann man nun das Kartell mit Wachen besetzen, denn die gegnerische Familie wird sicher etwas dagegen haben, wenn man ihre Gebäude besetzt und wird versuchen, sie wieder an sich zu reißen. Nach der Eroberung eines Kartells winkt auch ein Bonus wie Totschläger, schutzsichere Westen und kugelsichere Autos. Doch Vorsicht: Wurde ein Teil des Kartells vom Gegner zurückerobert ist auch der Bonus weg. Das gibt dem Spiel eine taktische Komponente. Die gegnerischen Familien werden natürlich versuchen an die Boni zu kommen. Eine gut platzierte Bombe kann die Kartellkette zumindest für kurze Zeit außer Betrieb setzen und den soeben gewonnen Vorteil wieder aus den Händen reissen. Wurden alle Gebäude der rivalisierenden Familie eingenommen, gilt es den jeweiligen Don in seinem Anwesen zu „besuchen“ und ein für alle mal zu klären, wer in der Stadt das Sagen hat. Das dies meist blutig abläuft ist klar.

Doch was kann ein einzelner Don ohne Untertanen schon anrichten? Richtig, nicht viel. Um sich erfolgreich den anderen Familien zur Wehr zu setzen benötigt man selber eine große und schlagfertige Familie. Hilfsbereite Männer findet man entweder im eigenen Anwesen, in eingenommenen Geschäften oder auf der Straße. Jeder hat eine Spezialität, wie zum Beispiel Sanitäter, Bombenexperte, Brandstifter oder Ingenieur. Einmal in der Familie aufgenommen kann man bis zu vier gemachte Männer als Begleiter einstellen oder ihnen verschiedene Aufträge geben wie beispielsweise ein Mordanschlag verüben oder ein Geschäft beschützen, einnehmen oder wegbomben. Als Begleiter machen die NPC’s einen passablen Job. Sie beschützen den Protagonist so gut es geht und reagieren auf Befehle wie „Folgen“ und „Wartet hier“. Falls sie mal irgendwo hängen bleiben, werden sie unauffällig wieder hinter dem Spieler „gespawned“. Dadurch muss man in hitzigen Gefechten nicht auf sie warten, wenn man schnell mit einem Auto verschwinden will, da sie gleich nach dem Aussteigen plötzlich wieder auftauchen. In Autos steigen sie nämlich meist nur über Umwege, in dem sie sich verlaufen oder um das Auto herumrennen. Im Kampf verhalten sie sich, wie die Gegner, ebenfalls weniger klug. Statt sich Deckung zu suchen wird hier drauf los gerannt und alles niedergeschossen, was nicht zur eigenen Familie gehört. Dank Lock-On Funktion kann der Spieler somit in kürzester Zeit Hunderte von Gegnern auslöschen. Übrigens: In der deutschen Version von Der Pate II ist es nicht möglich unschuldige Passanten anzugreifen oder gar zu überfahren. Auf brutale Exekutionen müssen deutschen Zocker allerdings nicht verzichten.

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Neben dem Aussehen und der bevorzugten Waffe kann man die Gefolgsleute mit Upgrades verbessern. Außerdem sollte man sie befördern, um sie noch effektiver zu machen und eine weitere Spezialität lernen zu lassen. Dasselbe werden die gegnerischen Dons mit ihren gemachten Männern machen. Um die rivalisierende Familie zu schwächen tötet man diese. Infos zu ihren Aufenthaltsorten findet man auf der Strasse. Man macht verschiedenen Passanten einen Gefallen, wie ein Auftragsmord oder ein Diebstahl, um als Belohnung an die begehrte Information zu kommen. Dann ist es nur noch eine Frage der Taktik, wie man den meist schwer bewachten Untertanen am Besten zur Strecke bringt.

Wie im Vorgänger habt ihr die Möglichkeit handgreiflich zu werden. Festhalten, rumschubsen und Kopfnüsse verteilen ist natürlich eine Art, die sich gewaschen hat. Dank der Lock-On Funktionen der Waffen kann man aber auch verschiedene Körperteile direkt anschießen. Nette Idee, so werden allerdings große Schießereien etwas vereinfacht. Lock-On, Schuss, Lock-On, Schuss, Lock-On, Schuss... Solange bis niemand mehr steht. In Gebäuden ist das dank der etwas störenden Kamera ganz hilfreich, in Außenarealen aber eher unnötig. Über einen Klick auf den rechten Analogstick geht der Spieler in Deckung, aus der man sich herauslehnen kann um mit einer von acht Waffen im Ringmenü zu schießen. Anders als bei Grand Theft Auto IV wird man nach einem Mord oder Diebstahl nicht direkt von der „alles-sehenden“ Polizei verfolgt, sondern hat eine gewisse Zeit sich aus dem Gebiet zu entfernen oder Augenzeugen zu bestechen. Eine andere Möglichkeit ist es, korrupten Polizisten Geld für das Ignorieren der Tat zuzustecken. Das gleiche lässt sich auch mit Rechtsanwälten und Bauunternehmen machen. Mit dem nötigen Kleingeld erholen sich die gefallenen Gefolgsleute sofort wieder oder gesprengte Gebäude werden schneller aufgebaut.

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Im Überblick behaltet ihr eure Machenschaften mit der neuen Don-Ansicht, die nach und nach sehr gut vom Spiel erklärt wird. Auf der leider dank der vielen Menüs etwas unübersichtlichen 3D-Karte seht ihr, wie sich eure Familie ausbreitet und welche Gebäude ihr bereits übernommen habt. Zu jedem Gebäude gibt es eine kleine Info, was für Vorteile ihr aus diesen zieht und wie viele Wachen für Ruhe Sorgen. Außerdem findet ihr in der Don-Ansicht die Stammbäume eurer und den der gegnerischen Familien, eure Finanzen und eure Don-Verbindungen wie beispielsweise korrupte Beamten, zu denen ihr Kontakte habt und Gefälligkeiten für Informanten. Abgerundet wird das ganze mit Büchern, die die Spielerstatistiken enthalten.

Eher ein Bonus ist der Multiplayer Modus. Hier spielt man mit einem seiner Gefolgsleute aus der Kampagne gegen bis zu 16 andere Spieler in vier Modi auf sechs Karten um das heißbegehrte große Geld, welches anschließend für den Singleplayer Modus zugerechnet wird. Neben dem klassischen Team-Deathmatch gibt es die Modi Feuerteufel, Safeknacker und Sturm, die die jeweiligen Fähigkeiten eurer gemachten Männer benötigen. So muss man in Feuerteufel verschiedene Objekte in Flammen aufgehen lassen, während man in Safeknacker die Gegner beklauen und in Sturm sogar das Hauptquartier in die Luft jagen muss. Als Anreiz kann man für seine gemachten Männer verschiedene Waffenupdates gewinnen, um sie noch stärker zu machen. Zusätzlich gibt es den sogenannten Don-Modus. Hier spielt man wie in einem Strategiespiel aus der Vogelperspektive, gibt Mordaufträge, legt Sprengfallen und unterstützt das Team mit neuer Ausrüstung. Als Don wird vor dem Spiel ein Teil des Geldes aus dem Singleplayer Modus gesetzt. Dieser Betrag wird unter dem Gewinnerteam aufgeteilt. Außerdem bekommt jeder Spieler als Extra einen vorher festgelegten Prozentsatz. Der Don-Modus bringt sicher frischen Wind in die Online-Welten, trotzdem ist der Multiplayer Modus eher eine nette Dreingabe um seine gemachten Männer zu verbessern, aber sicher nicht der Kaufgrund für Der Pate II.

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Grafisch haut Der Pate II niemanden vom Hocker. Sehr hübsche Explosionen und Effekte treffen auf matschige Texturen und gelegentliche unnatürliche Animationen. Auch mit einigen Pop-Ups und Clipping-Fehlern hat der Spieler im grauen, eintönigen New York und im sonnigen, bunten Florida und Kuba zu kämpfen. Die Hauptcharaktere samt ihrer Gesichtsanimationen sind mehr oder weniger das grafische Highlight des Spiels. Eigentlich hat sich im Vergleich zum Vorgänger aus dem Jahre 2006 leider nicht viel geändert. Dafür läuft das Spielgeschehen meist flüssig ab. Der Sound kann hier schon eher punkten. Dieser fällt sehr stimmig aus und wechselt, je nach Spielsituation, von ruhigem Trompetenspiel zu hektischen Klängen einer Verfolgungsjagd. Im Autoradio wird je nach Stadt eine andere Musikrichtung gespielt. So lauscht man in New York zu Jazz, während man in Florida zu Salsa durch die Strassen heizt. Das Spiel wurde komplett deutsch synchronisiert und ist etwas lieblos ausgefallen. Vor allem die Stimme des Hauptcharakters klingt sehr unsympathisch. Aber das ist wohl Geschmackssache. Eure Mitstreiter und die Passanten wiederholen ihre Sprüche schon nach kurzer Zeit und fangen an zu nerven, da sie zu wirklich allem eine Meinung abgeben müssen. Trotzdem verhilft gerade der Sound die richtige Atmosphäre in das Spiel zu schaffen.

Tobias meint:

Tobias Der Pate II führt die gute Idee vom Vorgänger weiter und verbessert sie in allen Punkten. Zugegeben, auf Dauer kann die Spielmechanik eintönig werden, da im Prinzip immer das gleiche gemacht werden muss. Auch wenn man abseits der Story andere Aufträge und Gefälligkeiten erledigen kann. Gegnerische Gebäude übernehmen, ein Mordauftrag durchführen, klauen und/oder randalieren. Im Grunde war es das. Der neue Strategieteil bringt etwas Abwechslung ins Spiel und weiß zu gefallen. Die Kontrolle über alles zu haben macht einfach Spaß und lockt trotz der Routinearbeiten immer wieder vor die Konsole. Die Don-Ansicht bringt die nötige Würze in den Mafia-Alltag und hebt sich somit von der Konkurrenz wie Grand Theft Auto IV ab. Die Grafik hätte im Vergleich zum ersten Patenspiel ruhig noch weiter verbessert werden können. Doch das gleicht der Sound wieder aus, der mit seinen verschiedenen Musikstilen sehr schön zur Atmosphäre beiträgt. Wer auf wilde Schießereien im Mafia-Stil steht, kann ruhig zugreifen. Der Rest sollte dem Spiel zumindest eine Chance geben und es mal ausleihen.

Positiv

  • Mafia-Atmosphäre
  • Frische Strategiekomponente
  • Stilvoller Soundtrack

Negativ

  • Altbackene Grafik
  • Dumme KI
  • Wiederholender Spielablauf

Gregory meint:

Gregory
Wie schon beim Vorgänger kann man auch bei Der Pate II meiner Meinung wieder sagen, dass es sich hierbei vor allem um "etwas für die Fans" handelt. Wer die Corleones für die coolsten Typen unter der italo-amerikanischen Sonne hält, muss hier auf jeden Fall zugreifen. Diejenigen, denen der Vorgänger bereits gefallen hat, werden ebenfalls nicht enttäuscht. Verbesserung auf der ganzen Linie, auch wenn technisch sicherlich mehr möglich ist heutzutage. Macht aber alles nicht, es ist der Godfather - spielenswert! 
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