Run Saber im Test

SNES

Könnt ihr euch noch an die lustigen Modern Talking Videos aus den Achtzigern erinnern, wo Dieter Bohlen in bunten Jogging-Anzügen vor der Kamera turnte? Glaubt es oder glaubt es nicht – aber bei Run Saber sind Allen und Sheena mit solchen Strampelanzügen und jeweils einem Laserschwert bewaffnet, um das Böse zu bekämpfen. Da kann man mal sehen, das einige Dinge nie richtig aus unmodern kommen.

Run_Saber_2Damit steht eines fest: Im Jahre 2998 werden bunte Jogginganzüge erneut voll in Mode sein - genauso wie ökologische Katastrophen oder verrückte Professoren, die im Namen der Menschheit zu viel mit mutierten Genen spielen. Wenn ihr glaubt, dass dieser Stoff sich wie der Inhalt eines B-Movies anhört, liegt ihr nicht so falsch. Es ist aber vielmehr der Auftakt zu Run Saber, seinerzeit von Hori Electric programmiert und von Atlus in Japan und Amerika vermarktet. Konzentrieren wir uns nicht zu sehr auf die Story, die, so am Rande erwähnt, nur schmückendes Beiwerk ist.

Run Saber ist (wie der Name eventuell vermuten lässt) ein reinrassiges Actiongame der Marke Contra/Probotector. Wo in Konamis Spring- und Balleralbtraum dicke Waffen sprechen, haben die Protagonisten Allen (Thunder Sword) und Sheena (Ice Sword) ein Laserschwert, das zum Schnetzeln der Gegner geeignet ist. Wahlweise allein oder im kooperativen Modus besucht ihr fünf Levelabschnitte, die allesamt geradlinig aufgebaut sind. Am oberen Rand des Bildschirms wird euch jederzeit durch ein Pfeil angezeigt, in welche Richtung ihr laufen müsst. Zwar ein nettes Gimmick, aber angesichts der Linearität der Passagen überflüssig.

Die Wahl ob ihr die Levels laufend oder hangelnd bewältigt, liegt bei euch, denn die beiden Weltverbesserer sind agil und hängen schon mal an Wänden bzw. Decken. Natürlich kommen bei eurem Links/Rechts- oder Rechts/Links-Marathon schleimige Mutanten und furchterregende Kampfmaschinen in euren Schlagradius, die es mittels Button-Smashing zu grillen gilt. Komplizierte Combos oder mehrere Schlagvarianten kennen die Helden allerdings nicht. Daher ist die Steuerung einfach: Ein Knopf zum Springen, einer zum Schlagen und wiederum einer um die „Hyper Bomben“ zu aktivieren. Die sind zwar nicht so furchteinflößend wie die Smart Bombs bei Super Probotector, können aber einige Gegner knacken.

Run_Saber_1Zu guter Letzt kann euer Held bei hohem Gegneraufkommen einen flinken Baseballslide vollführen, den ihr entweder mit der L- bzw. R-Taste auslöst. In der Tradition anderer Action Games warten Unmengen Mittelgegner verstreut in jedem Level, denen ihr am besten im Team beikommt. Gelangt ihr nach einem kurzen Spaziergang endlich zum Showdown mit dem Endboss, gilt es nicht lange nachzudenken, sondern einfach draufzuschlagen. Run Saber ist folglich sicher eher etwas für Actionfanatiker, die bei einer Runde klassischen Videospiels gerne ihr Gehirn abschalten.

Echte Überraschungen werdet ihr in den fünf recht kurzen Levels mit der Lupe suchen, allein weil Hori Electrics Devise beim Erstellen dieser Software vermutlich ’’Besser gut geklaut, als selber schlecht gemacht’’ dachte. Anno 1992 kam Super Probotector auf das Super Nintendo und hob das Actiongenre auf ein neues Niveau, sowohl grafisch als auch spielerisch. Obwohl Run Saber ein Jahr später in den Läden zu finden war, konnte es besonders grafisch nicht mit dem Genre-König mithalten. Nichtsdestotrotz ist das Spiel optisch immer noch solide, mit einem flüssigen Scrolling und abwechslungsreichen Hintergründen. Was ein bisschen negativ auffällt, ist die Detaillosigkeit der Sprites und der Levelabschnitte insgesamt. Soundtechnisch werden ein paar nette Melodien geboten, die aber nach dem Ausschalten der Konsole schnell vergessen sind.




Dominic meint:

Dominic

Technisch Mittelmaß, Sound ist auch OK, fünf kurze Levelabschnitte und die Aktionen der Charaktere sind begrenzt. Trotzdem ist Run Saber kein schlechtes Spiel, was es vordergründig dem gelungenen Zweispielermodus zu danken hat. Wenn ihr das Game auf einem Flohmarkt findet und einen 16-Bit begeisterten Kumpel habt, kauft es euch und ihr werdet heute immer noch viel Spaß haben.

Positiv

  • Netter Zweispielermodus
  • Solide Action

Negativ

  • Grafik könnte besser sein
  • Schläge nach oben oder zur Seite nicht möglich
  • Recht kurz

Sebastian meint:

Sebastian
Meine Erinnerungen an Run Saber liegen schon gut ein Jahrzehnt zurück. Schon damals war ich vom Spiel selbst nicht soooo begeistert, doch die Möglichkeit kooperativ zu zweit auf Monsterjagd zu gehen, hat den Titel seinerzeit erheblich in der Gunst meines Freundeskreises steigen lassen. Für Einzelspieler gibt’s sicherlich bessere 16-Bit Perlen, wer gern zu zweit daddeln, dürfte hier aber (wie Dominic schon schrieb) auch heutzutage noch gut unterhalten werden!  
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Forum
  • von Civilisation:

    Da musst du Dominic oder Sebastian fragen, was sie sich dabei gedacht haben.

  • von Azazel:

    Wieso wurde das Spiel im Test eigentlich mit super Probotector verglichen? Damit hat's doch nicht wirklich viel gemein. Jeder der sich halbwegs im 16 Bit Bereich auskennt merkt doch nach 5 Minuten das es sich um einen (recht guten) Strider Clone handelt. Einzig die Musik Untermalung...

  • von Civilisation:

    Und hier ist der Test von Dominic und Sebastian. Run Saber Könnt ihr euch noch an die lustigen Modern Talking Videos aus den Achtzigern erinnern, wo Dieter Bohlen in bunten Jogging-Anzügen vor der Kamera turnte? Glaubt es oder glaubt es nicht – aber bei Run Saber sind Allen und...

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