Battle Zeque Den im Test

SNES

Leider haben viele Beat ’em ups auf dem SNES nicht den Sprung aus Japan in die westliche Welt geschafft. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, da doch so einige Perlen unter diesen Japan-exklusiven Titeln stecken. Ob Battle Zeque Den von Arsys dazu gehört, das erfahrt ihr nun.

battle_zeque_denFür das Spiel muss man sich für eine von drei Kämpferinnen entscheiden. Diese nehmen sich spielerisch allerdings nicht viel. Alle drei steuern sich sehr ähnlich. Man wird das Gefühl nicht los, dass außer den Sprites an der Protagonistin nicht mehr viel verändert worden ist. Einzig allein die Spezialattacken unterscheiden sich deutlich. Das geht über ein Saiyajin-ähnliches „Aufpowern“ bis hin zu einer Wolfsbeschwörung.

Das Spiel an sich läuft relativ simpel ab. Man startet das Level, der Charakter erzählt ein wenig etwas und es geht los. Von links nach rechts laufen und alles verdreschen, was einen in den Weg kommt. Stumpf? Kann aber Spaß machen, wenn da nicht das Fehlen der Tiefe in den Arealen wäre, denn dies hätte dem Spiel im wahrsten Sinne des Wortes mehr „Tiefe“ gebracht. Ein Ausweichen auf der Z-Achse oder ein Zusammenlocken der Gegner ist so leider nicht möglich. Dafür gehen aber grundsätzlich alle Bewegungen gut von der Hand, welches die nicht vorhandene Tiefe wenigstens ein bisschen vergessen macht. Auch die Anzahl der Attacken kann sich sehen lassen. Am Ende jedes Levels wartet ein Endgegner mit einem spektakulären Auftritt auf euch.

battle_zeque_den5Insgesamt (und leider nur insgesamt) sind die unterschiedlichen Levels sehr abwechslungsreich: Mal geht es in die Wüste, durch den Dschungel, durch eine Höhle, durch einen Tempel, usw. Zwar nichts Neues oder Weltbewegendes, aber in dieser Richtung kann man eigentlich keine negative Kritik äußern. Leider sind die Levels an sich teilweise sehr langatmig. In Wüsten sehen wir immer dieselben Dünen oder im Dschungel sieht jeder Baum gleich aus. Hier hätte man etwas besser arbeiten sollen, besonders da das Parallax-Scrolling sowie andere Effekte wie Feuer und Wasser wirklich schön gelungen sind und im Kontrast zu der Abwechslungsarmut in den Levels steht.

Ein großer Negativpunkt ist auch noch, dass die Gegner sich ständig wiederholen. Alle Gegner wechseln in den Levels nur die Farbe und werden stärker, doch über acht verschiedene Gegnertypen geht es nicht hinaus. Zu allem Überfluss muss man gegen jeden Endgegner im letzten Level noch mal antreten und auch noch hintereinander. Jedenfalls wird man mit einem sehr schön umgesetzten letzten Endgegner belohnt, welcher nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch etwas bietet. Hier darf man endlich einmal taktisch vorgehen und braucht nicht einfach nur stumpf auf den Tasten hämmern.

battle_zeque_den4Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad schafft man das Spiel mit nicht allzu großen Problemen in zwei Stunden durch. Leider gibt es für das Durchspielen auf einer höheren Schwierigkeitsstufe keinen besonderen Abspann zur Belohnung. Dies wäre wenigstens ein kleiner Ansporn gewesen, das Spiel noch einmal durchzuspielen, denn durch die ständigen Wiederholungen in den langen Levels hat man nach zwei Stunden Spielspaß wirklich alles gesehen und steckt das Modul nicht so schnell wieder in den Slot. Ein Zwei-Spieler-Modus wäre auch nicht schlecht gewesen und hätte dem Langzeitspielspaß auf die Sprünge geholfen. Einzig und allein an den Sounds und der Hintergrundmusik gibt es nichts auszusetzen. Diese passen super in das Geschehen hinein und wiederholen sich auch nicht ständig.





Marcel meint:

Marcel

Wer für Zwischendurch einen Beat’em up für wenig Geld sucht und alle brauchbaren Vertreter des Genres abgeklappert hat, kann bedenkenlos zugreifen. Allen anderen rate ich erst einmal zu Prüglern der Final Fight-Serie, denn Battle Zeque Den leidet wirklich am meisten an der fehlenden Tiefe.

Positiv

  • Hübsche Effekte
  • Drei Kämpferinnen

Negativ

  • keine Z-Achse
  • ..die sich aber zu ähnlich sind
  • Kein Zwei-Spieler-Modus
Userwertung
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