Alien vs Predator im Test

SNES

Es gilt schon als besonderes Kunststück, wenn man zwei Hit-Lizenzen zu einer verschmelzt und dies auch noch kräftig versaut. Ich kann mich noch lebhaft erinnern, als ich den ersten Kontakt mit Activisions Lizenzschrott hatte: Zu der Zeit der Veröffentlichung wurde ich von einer Grippe geplagt. Eigentlich versuchte ich mittels Drogen zu genesen, aber mein Gesundheitsbild verschlechterte sich, als mir mein bester Kumpel seine neueste Errungenschaft präsentierte. Ganz stolz stampfte er in meinem Zimmer auf und ab und erzählte mir, was Alien vs. Predator für ein Hammergame sei ...

Alien_vs_Predator_5Angeschlagen vom Fieber dachte mein krankes Hirn: ’’Goil...Aliens verkloppen mit dem Predator. Daran kann nichts Falsches sein!’’ Natürlich musste eine Vorführung her und mein Kumpel kommentierte jede Spielszene genüsslich. Ich sah hingegen nur sprachlos zu und dachte mir: ’’Bin ich wirklich so krank oder ist das Game so schlecht?’’ Die Antwort kam Tage später, als ich wieder auf dem Weg der Besserung war. Um ganz sicher zu sein, ob das Game wirklich so miserabel war, wie es jenen Abend aussah, lieh ich es bei meinem Kumpel aus und traute meinen Augen kaum. Es war sogar noch mieser als am jenem Abend!

Auf dem Planeten Vega 4 ist jeden Tag Montag. Das bedeutet morgens in aller Herrgottsfrühe aufstehen, sein Frühstück runterschlingen und sich auf der Fahrt zum Arbeitsplatz mit dem Verkehr rumschlagen. Hat man sich dann auf der Arbeit eingefunden, kriegt man erst eine Stunde lang einen Vortrag vom Chef, wie wichtig die Pünktlichkeit der Mitarbeiter für (s)einen Betrieb sind. Nach der Standpauke macht es gleich doppelt so viel Spaß sich in einen 100 Meter tiefen Schacht zu Budeln und dreckige Luft einzuatmen. Hat man nach neun Stunden unter Tage sein Werk verrichtet, geht es ab nach Hause und der Tag ist gelaufen. Für manche von uns ist der beschriebene Akt eine Lebenserfüllung, für andere der blanke Schrecken.

Alien_vs_Predator_6Die ganze Sache ändert sich schlagartig, als die Minenarbeiter ein Aliennest im Schacht ausgraben. Augenblicklich beginnt der Horror, als sich die Facehugger über ihre Beute hermachen. Schon nach kurzer Zeit kamen die ersten Aliens in verschiedenen Formen ans Tageslicht und der blanke Horror nahm auf Vega 4 seinen Lauf. Aus Verzweiflung und um der Sache Herr zu werden, schickte die Regierung von New Shanghai einen Hilferuf zur Erde in der Hoffnung das ein Rettungsteam der Marines die Sauerei beseitigt.

Doch zu ihrem Pech empfängt ein Predator-Kampfschiff den Funkspruch und nimmt sofort Kurs auf Vega 4, um sich diese Chance nicht entgehen zu lassen. Auf dem Planeten angekommen herrscht Anarchie, und so ölt sich der Predator die Fäuste für die kommende kriegerische Auseinandersetzung.

Habt ihr im Optionsmenü die Steuerung und den Schwierigkeitsgrad eingestellt, geht es auch gleich ans Eingemachte. In der Rolle des Trophäen sammelnden Predator verkloppt ihr in bester Final Fight-Manier ganze Horden von Aliens, die euch in verschiedenen Farben und Formen vor die Faust laufen. Die Steuerung eures Protagonisten ist simpel gehalten und verlangt keine großen Beat ’em Up Kenntnisse. Mit dem A-Knopf auf eurem Controller wird die Brut mittels Schlagkombos geplättet. Mit B vollführt ihr einen Sprung der kombiniert werden kann zum Sprungkick wenn ihr den A-Knopf betätigt. Die aus den Filmen bekannte Schulterkanone hat auch ihren Weg ins Spiel gefunden und wird mit Y ausgelöst. Haltet ihr den Button länger gedrückt, könnt ihr die Stärke der Waffe bestimmen. Und zuletzt ist es dem Predator möglich mittels L & R Tasten einen Baseballslide auszuführen, was Facehuggers gar nicht lieben.

Alien_vs_Predator_10Wird die Action mal zu unübersichtlich oder gewinnen die Gegner die Oberhand, kann der Predator auf zwei Specialmanöver zurückgreifen. Haltet ihr den Y-Knopf länger gedrückt, ist der Predator im Stande mit Hilfe des Mutterschiffs Lasersäulen auf seine Feinde zu schleudern, die dann sofort ins Reich der Toten geschickt werden. Kombiniert ihr den Sprung- und den Schlagknopf im richtigen Moment, wirft der Predator mittels Roundhousekick alle Gegner über den Haufen. Bei Anwendung der Specialmoves sollte allerdings beachtet werden, dass die Ausführung der Aktionen wertvolle Lebensenergie verbraucht.

Wie im großen Vorbild aus dem Hause Capcom bestand der Reiz die Gegner mit Waffen und Gegenstände zu vertrimmen. Auch hier kann der Predator auf die bekannten Waffen aus den Filmen zurückgreifen. Haben ein paar Aliens das Zeitliche gesegnet, hinterlassen sie meist Trophäen, Unsichtbarkeitsschilde oder den Speer beziehungsweise einen Diskus, welche aber schon nach kurzer Zeit verbraucht sind. Kommt euch mal ein säurespukender Außerirdischer zu Nahe, könnt ihr ihn auch in den Schwitzkasten nehmen und im wahrsten Sinne die Scheiße aus ihm rausprügeln.

Untermalt wird das ganze Schauspiel von hohlen Sounds, der Soundtrack ist eine Achterbahn der Gefühle. Hören sich manche Musikstücke hitverdächtig an, geht beim nächsten Lied das Niveau drastisch in den Keller. Zu guter Letzt ein Wort zur Grafik, denn da hat sich Activision wirklich Mühe gegeben, es zu versauen. Die Charaktere sind gut zu erkennen, wirken aber als würden sie über den Boden schweben. Zudem sind die Animationen spärlich, was auch voll und ganz auf die Hintergrundgrafiken zutrifft.




Dominic meint:

Dominic

Alien vs. Predator ist das beste Beispiel, das eine gute Lizenz nicht gleich ein gutes Spiel ist. Zu lieblos wurde das Predator-Universum mit den Aliens verbunden. Zu dumm wirken die ewig gleichen Keilereien, was die abwechslungsreichen Level (Straßen, Abwasserkanal, Wald, Aliennest usw.) mit ihrer lieblosen Grafik nicht wettmachen können. Wenn ihr ein wirklich grandioses Game im Alien vs. Predator-Universum sucht, empfehle ich euch zur gleichnamigen Atari Jaguar oder PC-Umsetzung.

Positiv

  • Teils nette Musik
  • Aliens vertrimmen

Negativ

  • Langweiliges Gameplay
  • Miese Grafik
  • Kein 2-Spieler Modus
Userwertung
7.6 11 Stimmen
Wertung abgeben:
7.6
senden
Mehr zum Thema