Burnout 3: Takedown im Test

PlayStation2

Im November 2001 war es soweit: Burnout erblickte das erste Mal auf der PlayStation 2 das Licht der Welt. Das etwas andere Rennspiel war aufgrund seines damaligen neuen Spielprinzips mit den besonders in Szene gesetzten Unfällen sehr beliebt. Im Oktober 2002 erschien mit Burnout 2 ein äußerst beliebter Nachfolger, der mit einigen Verbesserungen aufwarten konnte. Das Spiel erfreut sich noch heute sehr großer Popularität. Nun schreiben wird das Jahr 2004 und im Monat September wird der dritte Teil der Serie auf uns zurasen. Einige angekündigte Neuerungen machen Lust auf mehr, unter anderem ist das Spiel jetzt das erste Mal im PlayStation NET online spielbar. Geht die Rechnung auf…..?

Burnout_3_1Für verwunderte Blicke wird sicher das auf der Packung prangernde Electronic Arts Logo sorgen, aber keine Angst - das Spiel hat nur einen neuen Publisher. Die Entwickler, nämlich Criterion Games, sind dieselben geblieben.

Nach einem äußert stimmungsvollem und fetzigem Intro befindet man sich im Hauptmenü von Burnout 3, welches die verschiedenen Spielvarianten aufzeigt. Der Einzelevent bietet verschiedene Modi wie: "Rennen" (3. Platz muss erreicht werden), "Zeitfahren", "Road Rage" (Ramme so viele Gegner wie möglich), und den allseits beliebten Crash Modi. Unter dem Menüpunkt Multiplayer hat man die Auswahl zwischen den bereits oben genannten Modi (außer Zeitfahren) sowie noch weiteren: "Team-Crush" (2 Spieler Rennen), "Double Impact" (2 Spieler Crashrennen, wer verursacht am meisten Schaden in $?) und "Crash-Party" (2-8 Spieler Crashrennen, Solo oder Co-Op in 2er Teams). Unter der Auswahl "Online" verbirgt sich der neue Onlinemodus, dazu aber später gesondert mehr.

Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt vielmehr auf der Burnout 3 Welttour, welche durch 3 Kontinente führt. (USA, Europa und Asien). Am Anfang steht nur Amerika zur Verfügung, um in den so genannten "Events" die Straßen unsicher zu machen, im späteren Spielverlauf stoßen die zwei  anderen Landmassen dazu. Die Events schalten nicht nur die verschiedenen Gebiete frei, sondern auch immer wieder eben andere Events und vor allem neue Autos. Insgesamt hat man viel zu tun, es gibt 72 Fahrzeuge, 40 Strecken und 100 Crash Events. Je nachdem wie gut man ist, schaltet man durch bloßes Gewinnen einer Strecke den einen oder andere Boni frei. Damit es aber nicht bei diesen simplen Möglichkeiten bleibt, hat man sich etwas Besonderes ausgedacht. Für fast alles bekommt man in der Burnout-Welt eine Belohnung.

Burnout_3_18Sei es in Form von Crash Dollars, die bei jedem Rennen gesammelt werden können, die Global Racing Points oder das Erreichen bestimmter "Ziele" im Spiel. Meistens sind damit besonders spektakuläre "Takedowns" gemeint. Man schubst seinen Gegner kraftvoll von der Strecke, so dass dieser einen Unfall baut, welchen man auch gleich eindrucksvoll in einer "Impact-Time" (Zeitlupe) veranschaulicht bekommt. Das Resultat des Ganzen sind nicht nur Punkte, sondern auch ein gefüllter Boostanzeiger.

Dieser hat sich im Vergleich zu den Vorgängern auch stark verändert. Während man in den Vorgängern nur die Anzeige mittels Drift, auf der falschen Straßenseite fahren oder durch Schneiden der Autos füllen konnte (und man warten musste, bis die Leiste voll war, um den Geschwindigkeitsschub auszulösen) ist in Burnout 3 fast alles anders. Hier kann er nahezu ständig eingesetzt werden. Neben den bekannten Möglichkeiten zum Auffüllen der Anzeige gibt es auch einige Neue. So erhält man für jede Berührung des gegnerischen Fahrzeuges etwas Boost, den ultimativen Schub erhält jedoch mittels "Takedown". Habt ihr so den unliebsamen Gegner von der Strecke katapultiert, füllt sich eure Anzeige um das Doppelte.

Dies ist bis zu vier Mal möglich, so dass die Leiste fast den ganzen unteren Bildschirmrand in Beschlag nimmt. Doch aufgepasst - baut ihr einen Unfall oder werdet "getakedownt" wird wieder entsprechend ein Punkt der Leiste abgezogen. Während des Crashes kann man jedoch zumindest noch die R2 Taste betätigen und die "Impact-Time" (ähnlich Matrix Bullet Time) auslösen. Dort hat man die Möglichkeit das Auto in alle Richtungen zu bewegen und mit Glück noch einen Rivalen mitzunehmen. Dies nennt sich dann "Aftertouch-Takedown", somit ist nach dem Aufprall die Boost Anzeige wieder etwas gefüllt und es kann sofort mit Full Speed weiter gehen. Besonders gelungen sind während der Crashs die Schadensmodelle der Fahrzeuge. Die Boliden lassen sich wirklich komplett in alle Einzelteile zerlegen und sehen äußerst realistisch aus.

Burnout_3_8Wie oben schon angesprochen, bietet jeder Kontinent einzelne Events auf die ich jetzt etwas genauer eingehen möchte. Standardmäßig gibt es die Rennen, welche wohl keine Erklärung mehr brauchen. Im "Face off" spielt man gegen einen NPC. Gewinnt man, bekommt man sein Fahrzeug. Verliert man jedoch, gehört euer Auto ihm! Besonders interessant gestaltet sich der "Road Rage", hier muss man in einem festgelegtem Zeitlimit so viele Takedowns wie möglich machen. Jedoch nimmt auch euer Wagen Schaden, ist dieser zu groß, scheidet man früher aus. Das "Burning Lap" besinnt sich auf Zeitfahren, jedoch gestaltet sich gerade dieser Modus nicht einfach. Denn die Zeitvorgaben sind manchmal mehr als nur knapp. Dann gibt es noch den "Grand Prix", hier gibt es pro Rennen Punkte, die später halt einfach addiert werden.

Die beliebtesten Modi sind aber ohne Frage die schon aus den Vorgängern bekannten "Crash Events". Hier hat sich ebenfalls einiges getan. Während bei Burnout 2 einfach nur mehr oder weniger simples Hineinrasen in die Menge genügte, geht es bei Teil 3 schon etwas spannender zur Sache. Es gibt nun in den Crash Events diverse Pickups, die euch das Leben als "Crashkit" erschweren oder erleichtern. Ziel ist nach wie vor das Erreichen einer hohen Schadenssumme.

Burnout_3_41Auf der Strecke findet man neben dem Boost Pickup, noch goldene, silberne und bronzene Geld-Boni-Pickups. Hinzu kommen noch 2 und 4-fach Multiplikatoren die eure Summe entsprechend verdoppeln oder vervierfachen. Meiden sollte man das Heartbreaker-Pickup, hier wird die Schadenssumme halbiert, das kann schon ärgerlich sein wenn man gerade die Zielsumme erreicht hat und nun doch wieder alles abgezogen wird. Das Crashbreaker Pick-up bringt den Wagen sofort zur Explosion, dadurch resultiert wieder eine "Impact-Time". Verpasst man dieses Pickup, gibt es eine weitere Möglichkeit. Wenn nach dem Crash noch mindestens 10 Fahrzeuge in den Karambolage hineinfahren, kann man den Crashbreaker auslösen.

Online lassen sich dieselben Modi wie beim Multiplayer spielen. Hat man sich erst einmal einen neuen Login ausgesucht, kann es auch schon losgehen. Leider benutzt EA eigene Server, welche ohne Central Station Verifikation laufen. Das heißt, dass man bei EA Spielen unter Umständen einen ganz anderen Nickname hat.

Burnout_3_19Online kann man erst einmal verschiedene Lobbys wählen wie: USA, Italien, Frankreich und viele mehr. Darunter natürlich auch Deutschland. In der Lobby sieht man zunächst die 50hz von den 60hz Spielen getrennt. Ein 60hz Spieler kann kein 50hz spiel betreten und anders herum.

Betritt man ein Spiel, kann man mittels Bildschirmtastatur mit den Spielern chatten. Hier muss ich eindringlich bemängeln, dass es wieder mal kein USB-Tastatur-Support gibt. Was mich hingegen sehr erfreut hat ist, dass man das USB-Headset der PlayStation 2 zumindest in der Lobby nutzen kann. Angezeigt wird dies durch ein Icon neben dem Nickname und der Verbindungsgeschwindigkeit. Im Rennen kann man ebenfalls per Headset kommunizieren. Super ist auch das die im Onlinemodi gesammelten Global Race Points auch offline zählen!

Doch jetzt kommen wir zur Schattenseite des Onlinemodus. Manchmal kann man einfach keinen Raum betreten oder fliegt nach 5 Sekunden wieder raus. Ebenfalls kann es im Spiel zu Verbindungsabbrüchen kommen, oder man versteht sein Gegenüber per Headset überhaupt nicht (was aber auch an mangelhaften Routern/Headsets liegen kann). Die Krönung ist allerdings, dass manchmal der Rang nicht aktualisiert werden kann, was aber dann später doch irgendwann geschieht. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die schlechte Serverleistung wenn mehrere Leute einen Raum betreten. Die Verbindungsbalken nehmen kontinuierlich ab oder schwanken. Selbst User mit DSL2000 haben Probleme. Dies lässt wohl auf mangelhafte Server von EA Deutschland rückschließen. Denn wenn ich eine ausländische Lobby betrete, funktioniert nahezu alles einwandfrei.

Burnout_3_11Burnout 3 zählt mit Sicherheit zu den grafisch aufwendigsten Spielen für die PlayStation2. Es wird eine ordentliche Weitsicht, sowie sehr detaillierte Texturen geboten. Die Autos blinken und blitzen wie Neuwagen und die Umgebung ist selbst bei großen Geschwindigkeiten noch ruckelfrei zu genießen. Im Geschwindigkeitsrausch kommt auch der mit Blur Effekten versehene "Tunnelblick" sehr gut rüber. Alles toppen aber die derzeit wohl besten Schadenmodelle in einem Rennspiel. Hier wurde auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Bei einem Unfall fliegen euch einfach nur so die Teile um die Ohren. Bei der Grafik gibt es sonst eigentlich gar keinen Kritikpunkt bis auf ein wirklich minimales Kantenflimmern. Zwischen der Xbox und der PlayStation 2-Version konnte ich übrigens grafisch absolut keinen Unterschied ausmachen.

Der besonders deftige rockige Soundtrack passt zu dem Spiel wie eine Faust aufs Auge. 40 mehr oder weniger bekannte Künstler steuern ihre besondere Note zu dem Spiel bei. Die Motoren und Umgebungsgeräusche kommen im feinsten Dolby Pro Logic II daher, die sich nicht vor dem Dolby Digital Track der Xbox verstecken zu brauchen. Einzig alleine der Moderator "DJ Blackpearl" des Radiosenders Crash FM nervt ohne Ende. Zum Glück kann man dieses Gebrabbel aber abschalten. In Englisch hört sich die Sprachausgabe wesentlich besser an, jedoch kann man die deutsche Pal Version nur auf Französisch umstellen.




Kristian meint:

Kristian

Burnout 3 ist ganz klar der neue Stern am Arcade-Racer Himmel. Ich würde das Spiel sogar als legale Droge bezeichnen. Sitzt man einmal davor, kommt man so schnell nicht mehr weg. Der Onlinemodus ist gut aber aufgrund der Probleme nicht ausgreift. Sollte EA nichts daran ändern, kann man den Onlinemodus getrost in die Tonne kloppen. Die Burnout Reihe sollte aber trotzdem in keiner Spielesammlung fehlen. Vorallem nicht der neue König Burnout 3! KAUFEN! CRASHEN! SPASS HABEN!

Positiv

  • Viele Neuerungen
  • Endlich auch online spielbar

Negativ

  • Online-Service mangelhaft
Userwertung
7.9 5 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Und hier ist nachgereicht Stefans Review der Xbox-Fassung. Burnout 3: Takedown Xbox Hallo und willkommen bei Crash FM.... Seit im Mai 2003 der zweite Teil der Serie die Spieler in hitzige Rennschlachten entführte, ist einige Zeit vergangen. Der zweite Auftritt auf der Xbox wird uns...

  • von Nognir:

    Dito. auch eins der wenigen Spiele bei der ich bei jeder Strecke schon überall Gold hatte und trotzdem weitergespielt hab Lag auch damals am Soundtrack, der nie wieder so genial war wie bei Burnout 3....

  • von Retro:

    Bis heute mein Lieblingsteil der Burnout-Reihe! Kaum ein Rennspiel habe ich so oft und immer wieder gezockt wie Burnout 3- Für mich ein klarer 10/10 Kandidat! ...

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