R-Types im Test

PlayStation1

Adidas vs. Puma, Halo vs. Killzone, Mario vs. Sonic, Mercedes vs. BMW. Zwischen manchen Konkurrenten herrschen regelrechte Glaubenskriege. Auch bei den seitlich scrollenden Shoot em ups. Mitte der Achtziger bis Anfang der neunziger Jahre gab es da zwei große Namen: Gradius und R-Type.

2.pngWährend Konamis Vorzeigetitel über viele, unterschiedliche Waffensysteme verfügte und actionbetonende Geschwindigkeit bot, war R-Type eher der taktische Vertreter seiner Art. Die Force, eine unzerstörbare Sonde, wurde vom Spieler vorne oder hinten an den Raumgleiter gekoppelt, um auf diese Weise feindliche Schüsse abzuwehren. Dadurch war die R-Type Serie tendenziell etwas gemächlicher.
 
Damals war das egal, denn es war schwer, an gute Shoot ‘em ups zu kommen. Die Ballerwelt auf den Konsolen/Handhelds war klein und heiß umkämpft. Im Endeffekt gefielen mir beide Serien gut. Auch wenn R-Type einen kleinen Vorsprung hatte. Ich mochte diesen Hauch von Taktik  und das Grafikdesign. Doch eine perfekte Arcadeumsetzung gab es nicht. Vielmehr angepasste Portierungen für alle gängigen Heimcomputer und Konsolen. Dieser Traum sollte erst mit R-Types erfüllt werden, das im Jahr 1998 über Virgin Interactive in Europa für die PlayStation erschien.
 
7.pngAuf der schwarzen Disc befinden sich R-Type und sein Nachfolger R-Type II, die 1987 bzw. 1989 in der Arcade veröffentlicht wurden. Für die Playstation Umsetzung wurden neue Features hinzugefügt. Neben einem schmucken Intro, das zu Anfang über den Bildschirm flimmert, gibt es Memory Card und Rumble Unterstützung. Im Optionsmenü können Schwierigkeitsgrad, Buttonlayout und andere Parameter eingestellt werden. Vom Startbildschirm aus wählt ihr den Erstling oder dessen Nachfolger. Nach einer sehr kleinen Ladepause sieht man auch schon den Startbildschirm des Arcade-Originals. Und mit drücken der Select-Taste regnet es haufenweise Credits.
 
In allen beiden Arcade-Klassikern steuert ihr einen R-9-Jäger und müsst das Bydo-Imperium im 22. Jahrhundert vernichten. Hierzu fliegt ihr stets von links nach rechts und nutzt die Dauerfeuerfunktion um Feinde auszuradieren. Größere 'Bydos' lassen sich mit geladener Beam-Funktion schneller umnieten, was in R-Type II nochmals verfeinert wurde. Der Clou ist aber schon seit jeher die Force, die vorhin beschriebene flexible Sonde, die euch als Schutz- und Waffenupgrade dient. Sammelt ihr dann noch bunte Powerups ein, stehen euch der Anti-Raumschiff-Laser (rot), Reflektions-Laser (blau), Boden-Laser (gelb), Such-Laser (grün) und Schuss-Laser (grau) zur Auswahl. Natürlich sind Speed-Ups und Raketen-Extras mit von der Partie.
 

7.pngWährend ihr in R-Type acht Stages bezwingen müsst, bietet der zweite Teil sechs an der Zahl, die immer mit einem fetten Obermotz aufwarten. Während die ersten Gradius-Spiele grafisch recht einfallslos waren - was die grafische Abwechslung im Leveldesign betrifft, ließ Irem es ordentlich krachen: Jede Stage war künstlerisch sehr abwechslungsreich in Szene gesetzt. Vom kalten düsteren Weltraum ging es durch lebende Höhlen, in ein Aliennest oder eine futuristische Stadt. Natürlich war der Schwierigkeitsgrad nicht zu unterschätzen. Doch von Unfairness war niemals die Rede. Das Weiterkommen in den anspruchsvollen Stages lag an den eigenen Fähigkeiten und daran, ganze Levelpassagen und Angriffsmuster auswendig zu lernen. Der Aufwand lohnte sich.


Technisch waren beide Shooter seinerzeit ein Meilenstein in dem Genre. Beim Release von R-Types war die Bitmap-Optik auf der PSOne natürlich nicht mehr ganz zeitgemäß. Doch egal: Der Charme der beiden Titel springt sofort auf einen über und man schwelgt auf Anhieb in Erinnerungen. Die vielen Details und die wunderschön gezeichneten Endgegner sind auch heutzutage noch sehenswert. Leider nagte der Zahn der Zeit an dem Soundtrack, der recht dumpf im Hintergrund vor sich hin dudelt. Auch die PAL-Anpassung ist nicht ganz perfekt gelungen. Abgesehen von leichten Slowdowns (die zum Glück nur sehr schwach vorkommen) stören dicke schwarze Balken das tolle Spielgefühl.

 



Dominic meint:

Dominic

Beim Einlegen der CD-ROM kommen Kindheitserinnerungen zurück. Und die Motivation alle Passagen durchzuspielen, um sich am Ende in der Hall of Fame der besten R-Type Piloten zu verewigen. Dank Memory Card Support ist das gleich viel motivierender. Kritik verdient aber die schlechte PAL-Anpassung. Und das Fehlen von R-Type III. Solltet ihr nur im Besitz einer PS2- bzw. PS3 sein, dann freut euch:  R-Types läuft darauf genauso formidabel wie auf der alten PSone.

Positiv

  • 1:1 Port der Klassiker
  • Memoy Card und Rumble Support
  • Zeitloses Leveldesign

Negativ

  • Schlechte PAL-Umsetzung
  • Kein R-Type III dabei

Daniel meint:

Daniel
 

Ohne Frage. Die R-Types Compilation gehört mit zu den besten Shoot ´em Up Spielen auf der PSOne. Wer die beiden Irem-Shooter bislang verpasst hat, und nicht schon im Besitz von R-Type Dimensions ist, sollte schleunigst nach dem Titel Ausschau halten. In diesem Sinne: „Blast off and strike the evil Bydo Empire!!“

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Forum
  • von acrid:

    Das R-Type III nicht in der Compilation enthalten ist (siehe Review), stört mich nicht so sehr, weil es nicht in der Arcade erschienen ist und für das SNES/SFC erhältlich ist. Viel mehr fehlt mir R-Type Leo.

  • von Civilisation:

    Dominic und Daniel haben sich Klassiker gewidmet. Sie haben R-Types für die PS1 getestet. R-Types Adidas vs. Puma, Halo vs. Killzone, Mario vs. Sonic, Mercedes vs. BMW. Zwischen manchen Konkurrenten herrschen regelrechte Glaubenskriege. Auch bei den seitlich scrollenden Shoot em...

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