Final Fantasy VI im Test

PlayStation1

Ein Jahrtausend verging seit dem „War of the Magi“ und die Magie verschwand vom Antlitz der Erde. Doch wie durch ein Wunder wird in einer rußigen Mine der verschlafenen Bergsiedlung Narshe ein Esper, eine magische Kreatur, gefunden. Sofort entsendet das Imperium Teile seiner besten Spezialeinheit (ausgerüstet mit hochentwickelten Magitek-Rüstungen) um den Gerüchten auf den Grund zu gehen. Als sie das friedliche Dorf stürmen, metzeln sie den verzweifelten Widerstand der Einwohner nieder, um in das Gebirge einzudringen - im tiefsten Schacht treffen sie auf das schlafende Wunderwesen. Plötzlich breitet sich jedoch gleißendes Licht im Raum aus und zwei der Soldaten werden getötet, ihre Kommandantin erwacht Tage später aus dem Koma und kann sich an nichts mehr erinnern ... Eine spannende und wendungsreiche Story nimmt ihren Lauf!

Final_Fantasy_VI_11Im Laufe der Storyline gesellen sich bis zu 14 unterschiedliche Charaktere zu eurer Party, davon sind die meisten bei weitem nicht so gesichtslos wie in den Vorgängern. Jeder verfügt über seine eigenen Beweggründe, seine persönliche Vergangenheit und Hoffnungen für die Zukunft. Im Kampf bildet ihr eine Einheit aus vier zähen Kriegern, die strikt rundenbasiert den Feind in die Flucht schlagen.

Dabei verfügt jeder Chara neben konventionellem Angriff und Item-Einsatz noch seine Spezialtechniken, die sich grundlegend unterscheiden und so willkommene Abwechslung ins Spielgeschehen bringen: Kampfsportler Sabin greift per Handkantencombo an, tippt also blitzschnell die korrekte Tastenkombination ein (vergleichbar mit Xell aus FF VIII)! Ein Waisenkind lernt Attacken des Feindes, ein Glücksspieler packt seine Slotmaschine aus und lässt das Zufallsprinzip entscheiden.

Das Zaubersystem bietet euch hingegen die Möglichkeit, dass jeder Charakter theoretisch alle Zauber erlernen kann. Von Zeit zu Zeit findet ihr „Magicites“, versteinerte Überreste der Esper. Diese könnt ihr an einen Helden binden, um so zum einen mächtige Angriffs- bzw. Heilungsmagien zu lernen, andererseits ein starkes Zauberwesen im Kampf zu beschwören. Nach einem schweißtreibenden Fight werden ihr schließlich in Erfahrungspunkte und Moneten entlohnt, die ihr genre-typisch in Wirtshausübernachtungen und besseres Equipment investiert. Auch die Dungeons verfügen über das gewisse Etwas, die verschachtelten Bitmapgänge bieten wesentlich mehr Knobelarbeit als spätere, leidlich interaktive Renderkulissen. Mal gilt es nur den richtigen Schalter zu finden, mal findet ihr euch auf einer wilden Floßfahrt wieder und müsst gefährlichen Stromschnellen ausweichen.

Final_Fantasy_VI_2Wie bereits erwähnt war die Technik des Moduls damals legendär. Wunderschön designte Bitmaplandschaften zeugen von höchster künstlerischer Genialität, die meist dunkleren, trüben Farbtöne fangen die leicht melancholische Stimmung des Rollenspiels gekonnt ein. Unzählige Details erfreuen das Auge des Zockers, schummrige Nebelschwaden ziehen über die Dörfer, Häuserfassaden sind mit Holzbrettern, Scharnieren und sonstigen Kleinigkeiten aufgewertet. Die Oberwelt präsentiert sich zeitgemäß in 3D, flott scrollende Mode7-Plateaus sind wie schon bei Seiken Densetsu 2 (Secret of Mana) optischer Höhepunkt. Bei der Übertragung auf die PSone änderte man hierbei nichts. Playstation-exklusiv sind zudem die wunderschön Gerenderten Vor- und Abspänne, mit orchestraler Musikuntermalung zeigen sie einen Zusammenschnitt der Ereignisse quer durch das ganze Abenteuer.

Der Soundtrack zählt ebenfalls zum Besten, was es je in einem Rollenspiel zu hören gab. Leicht traurige Melodien, die absolute Ohwurmqualität bieten verbinden sich mit der Grafik zu einer atmosphärischen Symbiose. Tracks wie „Cele‘s Opera“ muss man einfach mitbekommen. :-) Und genau wie bei der Darstellung entspricht die Untermalung nahezu 1:1 der SNES-Vorlage.




Kai meint:

Kai

Spielerisch und storytechnisch noch immer auf höchstem Niveau, ist das sechste Final Fantasy auch neun Jahre nach der Erstveröffentlichung eine Runde wert. Wenn ihr einmal in die verzwickte Erzählung eingetaucht seid, werdet ihr die CD erst nach dem Abspann aus dem Laufwerk ziehen. Einen dezent bitteren Nachgeschmack hinterlassen nur die stümperhafte PAL-Anpassung (dicke Balken, Geschwindigkeitsverlust) und die nicht vorhandene Eindeutschung der Texte.

Positiv

  • Grafisch wunderschön
  • Musikalisch umwerfend
  • Spielerisch grandios

Negativ

  • Miese PAL-Anpassung
  • Texte nicht eingedeutscht
Userwertung
7.8 27 Stimmen
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Forum
  • von Ignorama:

    Den ersten Kampf kann ich sogar dulden ...

  • von 108 Sterne:

    Muß dir leider aber sagen, dass Ultros wissenschaftlich erwiesen awesome ist. Er ist Octopus Royality. Ein FFVI ohne Ultros wäre ein Insta-Fail. ... Aber man könnte ihn zumindest in optionale Sidequests auslagern. ...

  • von Ignorama:

    108 Sterne schrieb: Ich würds mir eher im Stil modernerer FFs wünschen. Also komplett 3D, 3rd Person Perspektive, maßstabsgetreu... Definitiv das und nicht wie Octopath Traveler. Diese süße Optik kann den Schmutz der Story nicht...

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