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Action Man - Destruction X im Test

PlayStation1
Wer ist der Superheld mit dem dämlichsten Namen? Wer hat mehr Hightech-Spielzeug als Batman und Bill Gates zusammen? Und wem wurde gerade ein neues Playstation-Spiel gewidmet? Natürlich geht es hier um "Action Man", den Hartplastik-James-Bond für Kinder bis zur vierten Klasse.
Die Story von "Destruction X" ist so simpel, als wäre sie zwei Fünfjährigen beim Spielen mit "Action Man"-Figuren eingefallen. Der superfiese "Dr. X" will mal wieder die Weltherrschaft an sich reißen und unser smarter Held muss ihn stoppen. Das ist eigentlich schon alles. Die genauen Details des ständigen Kampfes zwischen Gut und Böse sind ebenso nebensächlich wie stereotyp. Zwischen den einzelnen Missionen wird man in ein paar kurzen Sätzen über die neuesten Gemeinheiten seines Erzfeindes informiert, der meistens Waffen klaut, Leute entführt oder Bomben legt.

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Nicht halb so spannend, wie es den Anschein hat...


Im ersten Level des Spiels muss sich "Action Man" gegen einen gigantischen Tyrannosaurus zur Wehr setzen, der von "Dr. X" ferngesteuert wird. Anscheinend soll diese Mission als Vorgeschichte dienen, aber im Endeffekt wirkt sie nur verwirrend. Sobald der Dino besiegt ist und man eine kurze Zwischensequenz vorgesetzt bekommen hat, beginnt nämlich erst das eigentliche Game. Nun geht es plötzlich darum, mit diversen Fahrzeugen in der Vogelperspektive durch eine Stadt zu flitzen und verschiedene Aufgaben zu erfüllen. So muss "Action Man" während seines Abenteuers Rennen fahren, Bomben entschärfen und geflohene Gangster einfangen.

Während man durch die Level rast, wird man immer wieder von den Mitarbeitern des Widersachers "Dr. X" angegriffen. Dank seiner Ausrüstung ist der Held natürlich auf alles vorbereitet. So gibt es eine ganze Reihe von Vehikeln, die mit unterschiedlicher Bewaffnung und allerlei technischem Schnickschnack bestückt sind. Wenn man ein feindliches Fahrzeug mit dem Polizeiwagen verfolgt, kann es beispielsweise nicht nur zerstört, sondern sogar eingefangen werden. Mit Hilfe einer Schussvorrichtung, die an eine Seilwinde gekoppelt ist, ist es möglich, seine Gegner wie Fische zu angeln. Es gibt auch ein paar Spezialeinsätze, in denen man ein Gebäude unter Beschuss nehmen muss. Dank eines Richtungspfeils weiß "Action Man" glücklicherweise immer, wo seine Heldentaten als nächstes benötigt werden. Nach jeder Teilmission darf man speichern und wenn man ein komplettes Szenario beendet hat, kann es im Arcade-Modus angewählt werden, um auf die Jagd nach der Highscore zu gehen.

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Dumpf, dumpfer - die Rasereien!


Die einzelnen Missionen des Spiels werden sehr schnell langweilig. Schon in der ersten Viertelstunde wird praktisch alles gezeigt, was es zu sehen gibt. Da der Schwierigkeitsgrad nur unglaublich langsam ansteigt und lediglich in den Rennen ein angemessenes Niveau erreicht, vergeht einem schnell die Lust weiterzuspielen. Zwar bietet das Game einige interessante Ideen, aber viel zu häufig wiederholt sich der Spielablauf. So ist es anfangs noch ganz lustig, ein Verbrecherfahrzeug mit der Seilwinde einzufangen. Muss man dies aber sechs Mal hintereinander machen, ohne das auch nur der geringste Unterschied erkennbar ist, wird es zur Qual. Oft unterscheiden sich die Missionen nur grafisch. So ist es egal, ob man ein brennendes Haus löscht oder es mit einem Scheinwerfer nach Gangstern durchsucht. Die Finger bewegen sich auf die gleich Art und Weise über das Joypad. Ein klein wenig Abwechslung bieten die verschiedenen Vehikel, die "Action Man" im Laufe seines Abenteuers steuern kann, da sie sich vom Handling teilweise ein bisschen unterscheiden. Die Steuerung reagiert zwar gut, aber leider scheinen die engen Straßenschluchten im Spiel nicht für Verfolgungsjagden gemacht zu sein. Auch erfahrende Spieler werden ständig vor der Wand landen, wodurch ein flüssiges Spielgefühl schon im Keim erstickt wird.



Ein weiteres gravierendes Manko ist die künstliche Intelligenz der Gegner. Eigentlich gibt es nur zwei grobe Schemata, nach denen die Schergen von "Dr. X" agieren. Entweder sie fahren geradeaus auf einen zu und ballern aus vollen Rohren, oder sie fliehen und lassen alle paar Meter eine Mine fallen. Ein kleines bisschen Motivation kommt aber letztendlich doch noch auf, da man durch das erfolgreiche Abschließen der verschiedenen Levels eine ganze Reihe von Bonus-Modi frei schalten kann. Diese sind zwar auch nicht spektakulärer als das eigentliche Spiel, aber immerhin sorgt dieses Feature für das Mindestmaß an Spannung.

Das einzig Sehenswerte an der Grafik ist das erste Level des Spiels. Der Kampf gegen den Dino wurde perfekt in Szene gesetzt. "Action Man" bewegt sich flüssig und auch sein Gegner ist sehr gut animiert worden. Leider ist der Rest des Spiels absolut unterdurchschnittlich. Dass man trotz einer sehr hoch angesetzten Vogelperspektive ein optisch ansprechendes Spiel schaffen kann, wurde bereits mit den "Grand Theft Auto"- und "Micro Machines"-Serien bewiesen. Leider lässt "Destruction X" nicht die geringsten Anstrengungen in diese Richtung erkennen. In lieblos gestalteten Fahrzeugen, die nur durch ein paar minimalistische Effekte aufgewertet werden, fährt man durch eine absolut öde und farbarme Stadt. Gebäudestrukturen wiederholen sich unendlich und selbst die Explosionen wirken billig und unspektakulär. Die Spielsequenzen, in denen Häuser unter Beschuss genommen werden, wirken noch grober als in dem ein oder anderen antiken 16-Bit Spiel.

Auch der Sound ist eine Zumutung. Spätestens nach zehn Minuten wird auch der gutmütigste Zocker den Ton ausschalten, da sich die simple Melodie beinahe im Sekundentakt wiederholt. Die Soundeffekte wirken monoton und selbst ungeschulte Ohren dürften die minderwertige deutsche Sprachausgabe entlarven.
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