Ab durch die Hecke im Test

PC Windows

PC-Spieler konnten sich in den letzten Jahren davon überzeugen, dass vor allem Animationsfilme stets mit eigenen Umsetzungen bedacht wurden, die sich uninspiriert und höchst durchschnittlich zeigten. So kommt auch Ab durch die Hecke, der PC-Titel zum gleichnamigen Dreamworks-Film, kaum überraschend im typischen Jump‘n‘Run-Genre daher und weckte bei mir eher niedrige Erwartungen für den Test. Ob das Spiel nichtsdestotrotz die gängigen Vorurteile gegen Lizenzprodukte durchbrechen konnte?

Ab_durch_die_Hecke_11Die Versoftung hält sich storytechnisch strikt an die Vorgaben des Films: Die tierischen Bewohner eines Waldes erwachen aus dem Winterschlaf und finden unerwartet eine riesige Hecke in ihrem Territorium vor, die die wachsende Stadt vom Waldgebiet abtrennt. So machen sich der Waschbär Richie, das gefräßige Eichhörnchen Hammy, die Schildkröte Verne und die anderen haarigen Charaktere des Leinwandabenteuers auf den Weg in die Siedlung. Ihr Ziel liegt darin, tonnenweise Menschenfutter abzutransportieren und nicht zuletzt ihren geliebten Wald zu retten.

Im Klartext bedeutet das über 30 Missionen, in denen ihr mit jeweils 2 tierischen Charakteren die Straßen und Gärten der Stadt unsicher macht. In typischer Jump‘n‘Run-Manier stellen sich dabei gefährliche Fallen wie Bewegungsmelder oder Laserstrahlen entgegen, die ihr mit Sprüngen oder den üblichen Schalterrätseln umgehen müsst. Natürlich integrierten die Entwickler ebenso kleinere Keilereien ins Spiel, sodass ihr mit Golfschlägern oder ähnlichen Geräten ungestüm auf Ratten oder diverse Boss-Gegner einprügelt. Zum krönenden Abschluss sammelt ihr innerhalb der relativ weitläufigen Levels auch noch zahlreiche Items von der leistungssteigernden Mütze bis hin zu CDs, mit denen ihr Artworks oder Filmschnipsel freischalten könnt.

Wie ihr am dezent ironischen Unterton dieses Abschnitts bemerken konntet, konnte mich das Gameplay von Ab durch die Hecke nicht mit Innovationen oder besondere Features begeistern. Alles wirkt zusammengeschustert und trotz kleinerer Mini-Spiele (Fahrt mit Golf-Caddy usw.) und Zwischensequenzen recht lieblos. Leider verfängt sich das Game im weiteren Verlauf zudem immer mehr in Wiederholungen, sodass ihr nach der x-ten Klopperei mit Ratten und den ständig auftauchenden Sicherheitssystemen ein wenig die Lust am Zocken verliert.

Ab_durch_die_Hecke_2Ebenso symptomatisch für die offensichtliche Gedankenlosigkeit bei der Entwicklung ist auch das zuvor angedeutete ‚Teamfeature‘. Schleicht ihr alleine durch die Levels, begleitet euch stets ein von der KI gesteuerter, tierischer Kumpan. Mit einem Knopfdruck könnt ihr jetzt auf diese Figur wechseln, was im Spielgeschehen jedoch keinen Sinn macht! Da sich alle animalischen Helden in ihren Fähigkeiten nämlich ähneln und kooperative Lösungen während der Rätsel nicht gefragt sind, werdet ihr dieses fragliche Feature im Spielverlauf kaum nutzen. Da reißt der ebenfalls enthaltene Coop-Modus nicht viel heraus ...

Wie der Rest des Spiels bewegt sich die Grafik ebenso in den Tiefen des Durchschnitts. An den Texturen und der Gestaltung der Levels gibt es wenig zu bemängeln, allerdings wirken die Umgebungen trotz zerstörbarer Objekte steril und optisch in jeder Hinsicht einfach nur unspektakulär. Gleiches gilt für die Umsetzung des Sounds, die in keinem Punkt größere Mängel, gleichzeitig aber auch kaum Stärken aufweist.

Minimale Systemvoraussetzungen bei Ab durch die Hecke sind Window 2000 bzw. XP, ein 800 Mhz Prozessor und 256 MB RAM. Außerdem solltet ihr vorher 2 GB Festplatenspeicher freischaufeln und nach Möglichkeit eine DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte euer Eigen nennen, sonst wird sich der Titel nämlich nicht zum Laufen überreden lassen. Ebenso ist ein DVD-Laufwerk Pflicht.




Marcel meint:

Marcel

Kleinere Zocker oder Fans des Films können der blitzsauberen Jump‘n‘Run-Umsetzung von Ab durch die Hecke womöglich etwas abgewinnen. Jeder anspruchsvolle PC-Spieler sollte dieses uninspirierte Werk jedoch tunlichst meiden, da euch hier einfach nur das repetitive Gameplay vieler anderer Filmumsetzungen im neuen Gewand geboten wird.

Positiv

  • Kooperativer Spielmodus
  • Spiel zum Film
  • Viel freispielbare Extras

Negativ

  • Einfalloses Spielprinzip
  • Spielinhalte wiederholen sich oft
  • Lieblose Gestaltung
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