1914 - Schalen des Zorns im Test

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Das weckt das Interesse alter Seebären wie mir: Rondomedia lässt uns mit knapp 90-jähriger Verspätung in den Ersten Weltkrieg ziehen und am Kampf der Mittelmächte gegen die Alliierten teilhaben. Ausnahmsweise erwartet uns kein x-beliebiger Shooter oder schnöde Luftkämpfe, sondern eine waschechte U-Boot Simulation ...

she1914_shells_of_fury_pc_05Der Name ist zugegebenermaßen reichlich martialisch. Zumindest für Amerikaner, dort heißt das Spiel nämlich „1914 - Shells of Fury“. Die wortgetreue deutsche Übersetzung hingegen entbehrt nicht der Lächerlichkeit, denn gerade im Deutschen hätte sich mit Sicherheit ein passenderer Titel für die tapfere U-Boot Besatzung finden lassen. Wie dem auch sei, wir sind beim Spiel von Budget-Spezialisten Rondomedia als Kapitän der Deutschen Kriegsmarine unterwegs und dürfen in der Kriegsära von 1914 - 1918 den Feind dort zu Leibe rücken, wo er es am wenigsten gebrauchen kann.

Wer dazu erst eine Einleitung benötigt, findet nach der problemlosen Installation ein passendes Tutorial mit allen wichtigen Infos. Erfahrene U-Boot Kapitäne und Veteranen von Spielen wie Silent Hunter dürfen hingegen gleich ins Spiel starten, denn sie werden sich beim schlichten Icon-Interface schnell zurecht finden.

Während der strikt linearen Hauptkampagne dürft ihr insgesamt vier unterschiedliche deutsche U-Boottypen kommandieren, alles was die kaiserliche Marine zur damaligen Zeit eben aufzubieten hatte. Gestartet wird mit dem nur in küstennähe operierenden Unterseeboot 1, daß sagenhafte zwei Torpedos mit an Bord führt. Glücklicherweise dürfen erfolgreiche Seebären schnell auf ein moderneres Exemplar überwechseln. Das ist auch zwingend notwendig, denn der Schwierigkeitsgrad steigt gemächlich von Mission zu Mission an. Später werdet ihr auch genötigt, das montierte Bord-MG zu verwenden, um alliierte Tri-Planes vom Himmel zu pusten oder mittels Bordgeschütz hilflose Frachter Richtung Meeresgrund zu schicken.

1914 - Schalen des Zorns merkt man die Handschrift eines Budgetspiels deutlich an. Dennoch erstaunlich, dass trotz kleinen Preises neben der Kampagne und einigen Einzelmissionen auch ein Szenarioeditor für das Erstellen eigener Feindfahrten beiliegt - auf einschlägigen Internetseiten tummeln sich bereits Fanprojekte, die frei heruntergeladen werden dürfen.

she1914_shells_of_fury_pc_03Optisch ist beim rund 30,- Flocken teuren Titel zwar ein klares „Back to the Roots“ angesagt, aber das ist angesichts eines geringen Budgets auch nicht anders zu erwarten gewesen. Spaß machte es mir trotzdem, vor allem da sich auch wie bei den „ausgewachsenen“ Simulationen der Schwierigkeitsgrad je nach Können des Spielers bestimmen lässt. Soll sich der Dieseltank nie leeren? Keine Torpedoversager im Einsatz? Und wie soll die Schadenswirkung sein?

Übrigens ließ sich Rondomedia einen netten Bonus für U-Boot Fans einfallen - auf der DVD befindet sich nämlich auch ein informatives kleines Lexikon zum Ersten Weltkrieg, womit sich etwaig vorhandene Bildungslücken schnell und unterhaltsam schließen lassen.




Sebastian meint:

Sebastian

Als altgedienter Kapitän seit seligen Aces of the Deep Tagen wartete ich sehnsüchtig darauf, meinen Dienst in der kaiserlichen Marine antreten zu dürfen. Das Warten lohnte sich tatsächlich. Obwohl hier keine Millionen in die Entwicklung versenkt wurden, so merkt man doch, mit wie viel Liebe eine klassische U-Boot Simulation entwickelt wurde. Angesichts des guten Preis/Leistungsverhältnisses rate ich Interessierten daher vor dem Kauf nicht zurückschrecken.

Positiv

  • Niedriger Verkaufspreis
  • Einfaches Handling
  • Missionseditor

Negativ

  • Altbackene Grafik
  • Kampagne nicht dynamisch
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Forum
  • von Civilisation:

    Sebastian ist auf Tauchstation gegangen und hat den Test zu 1914 - Schalen des Zorns geschrieben. 1914 - Schalen des Zorns Das weckt das Interesse alter Seebären wie mir: Rondomedia lässt uns mit knapp 90-jähriger Verspätung in den Ersten Weltkrieg ziehen und am Kampf der...

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