18 Wheels of Steel - American Long Haul im Test

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Urlaub braucht man normalerweise, wenn man zuviel gearbeitet hat und nur noch im Stress ist. Stellt euch vor, ihr hattet eine Woche Urlaub und kommt zurück an die Arbeit - und euer erster Arbeitstag vermiest die Stimmung so, dass ihr gleich wieder verreisen möchtet. Natürlich bleibe ich, aber nach diesem Testartikel werde ich sofort zum Telefon greifen und meinen Chef überzeugen, dass ich entweder mehr Urlaub brauche oder er mir nur die guten Games schickt.

18-Wheels-of-Steel-American-Long-Haul-1Also wie gehabt: Ich komme aus dem Urlaub und was finde ich auf meinem Schreibtisch vor? 18 Wheels of Steel American Long Haul! Eine Truckersimulation! Während der Installation des 540 MB Mammutprogramms (Muhaha) stopfe ich mein Gehirn mit nützlichen Infos voll. Ein Blick in die Verpackung erstaunte mich nicht: Keine Gebrauchsanweisung! Auch auf der CD-ROM nichts zu finden. Na, das Tutorial wird mich sicher aufklären! Also Doppelklick auf das nette Truckicon auf meinem Desktop und ich wurde in die Spielhölle geworfen, wo ich von einer schier unerreichten Auswahl an Modi erdrückt wurde. Das Spiel kennt nur zwei Spielvarianten: Kampagne und Einzellieferung. Und nebenbei noch einen Showroom, um mit seiner PS-Maschine auf dicken Macker zu machen.

Weil meine Persönlichkeit auf Einzellieferungen, also One-Night-Stands, nicht ausgelegt ist, wähle ich den Kampagnenmodus und durfte mir dort einen Heimatort aussuchen, um von dort meine Truckerkarriere zu beginnen. Kurz noch ein Name eingetippt und den Schwierigkeitsgrad ausgewählt (der bestimmt das Startkapital) und schon saß ich hinter dem Steuer eines echten Trucks. Jetzt wartete ich voller Begierde auf das Tutorial… Die Maschine läuft, der Verkehr fährt hupend vorbei doch nichts passiert.

Also eben kurz mit der Steuerung vertraut gemacht und das Gaspedal durchgetreten. Erfreulich (im negativen Sinn) ist, dass das Keyboard komplett belegt ist mit Funktionen, die jeder Käufer von 18 Wheels of Steel American Long Haul für sich selbst herausfinden muss!

Selbst nachdem ich die schwere Maschine auf die Straße bewegte und dabei gleich einen Schulbus von der Brücke schubste, kam das Tutorial nicht zum Vorschein. Also fuhr ich für gut eine halbe Stunde durch die Gegend und habe dabei 10km zurückgelegt. Dann fiel mir aus weiter Ferne ein Icon auf, das neben einem schmucklosen Gebäude stand. Kurz den Truck daneben gestellt und auf einmal bekam ich mitgeteilt, dass ich jetzt Enter drücken solle. Mein erster Auftrag ...

18-Wheels-of-Steel-American-Long-Haul-3So verläuft das ganze Spiel. Wollt ihr Missionen bestreiten, solltet ihr euer Vehikel zur passenden Firma bewegen. Ist eine Mission angenommen, steht schon der Anhänger neben euch bereit, wo ihr Textilgüter oder nuklearen Abfall von A nach B bringen müsst. Die Fahrten (leider in Echtzeit) sind eine Geduldsprobe. Weil das amerikanische Straßennetz 1:1 im Spiel vorhanden ist und ihr mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 80Km/h über den Highway braust, kann eine Spritztour vier bis sechs Stunden Fahrzeit in Anspruch nehmen.

Ist die Ware zur richtigen Zeit ohne Zwischenfälle angekommen, werdet ihr für die langweilige Autofahrt belohnt und könnt damit euren Truck aufmotzen. Aber Zwischenfälle wie Verkehrsunfälle wird es häufiger geben, als ihr denkt, weil der Verkehr mit seinen Zombie-Autos so statisch vor sich hin braust, dass ihr alle zwei Kilometer einen Blechschaden habt. Und wird die Polizei auf euch aufmerksam, werdet ihr kräftig zur Kasse gebeten. Spielspaß sieht für mich eindeutig anders aus! Komfort wie einen interaktiven Pfeil, der während der Fahrt die Route zum Ziel anzeigt, gibt es nicht. Somit seit ihr gezwungen alle paar Minuten das Kartenmenü einzusehen, um nicht die falsche Abfahrt zu nehmen.

Die Grafik ist wahrlich zum wegkucken! Landschaften, Autos, Gebäude sind alle grafisch hoffnungslos veraltet. Da ist jeder Bildschirmschoner vor 10 Jahren um Klassen schöner! Richtiges Open-World-Feeling kommt bei den leeren Städten nicht auf. Einzig die Lastwagen, die ihr im Startmenü kauft, sehen passabel aus. Die Mindestvoraussetzungen sind für so ein hässliches Spiel unglaublich hoch: Ein Pentium IV mit 1,4GHz / oder vergleichbarer Athlon, 512 MB RAM und eine Grafikkarte der Klasse Geforce 3 / Radeon 8500 sind notwendig.




Dominic meint:

Dominic

Bei einigen Tests fällt es mir schwer, eine passende Note zu vergeben. Bei 18 Wheels of Steel American Long Haul fiel es mir überhaupt nicht schwer. Geholfen haben mir das schlechte Spieldesign, die grauenhafte Grafik und das Fehlen jeglichen Komforts! Deswegen: Schrott! Und Schrott kommt normalerweise immer ins Säurebad!

Positiv

  • Nichts!
  • Nichts!
  • Nichts!

Negativ

  • Kein Tutorial!
  • Grafik und Sound bäh!
  • Langweilig!
Userwertung
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