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Alone in the Dark im Test

Nintendo Wii
Ein großer Name kündigte sich an, um auf den Konsolen wieder Angst und Schrecken zu verbreiten. Denn früher, noch weit vor dem Klassiker Resident Evil, gab es bereits ein Spiel, dass das Genre des Survival Horrors begründete, jedoch offiziell noch zu den Adventures gezählt wurde: Alone in the Dark. Anfang der 90er schreckte die karge Polygongrafik auch gar nicht ab, denn die Geschichte wurde wahrlich schaurig erzählt und sorgt auch heute noch für fesselnde Stunden. Nach einigen Fortsetzungen, auch auf Konsolen, erlangte der Titel aber nie wieder die Größe von einst und so war es an der Zeit in der aktuellen Konsolengeneration noch einmal zuzuschlagen um die Menschen vor dem Namen Alone in the Dark wieder erschaudern zu lassen. In gewissem Sinne ist dies auch geglückt, aber lest selbst.
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Es gibt Tage, da fühlt man sich als wär man von einem LKW überfahren worden. Genauso ein Tag muss es für Edward Carnby gewesen sein, als er in einem karg möblierten Zimmer aufwacht. Während er versucht seine Sinne zu ordnen, bekommt er einige Gesprächsfetzen mit von bösen Buben in langen, schwarzen Ledermänteln. Sie reden dabei mit einem älteren Herren, der blutüberströmt in einer Ecke sitzt und von ihnen womöglich „befragt“ wird. Doch nicht genug: Als diese merken, dass Edward erwacht ist, wollen sie ihn möglichst beseitigen. In dieser Phase des Spiels wird das Geschehen aus der Ego-Perspektive dargestellt, die man im späteren Verlauf wahlweise neben der Third Person Ansicht auswählen kann. Da Edward noch von seiner Bewusstlosigkeit etwas betäubt ist, muss man auch regelmäßig blinzeln um klar sehen zu können, weil sonst das Blickfeld bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt. Anfangs ein interessantes Gimmick, aber doch recht nervig auf die kurze Dauer, vor allem wenn man bedenkt, dass man später in der Third Person Ansicht auch auf Knopfdruck blinzelt und das Sichtfeld schwarz wird.

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Nachdem man sich nun einige Meter fortbewegt und man so ein wenig die Steuerung kennengelernt hat, beginnt schon die Erde zu beben und Edwards Peiniger wird von irgendwem oder -etwas in eine Tür gezogen. Der zerberstende Boden unter den Füßen des Helden rettet diesen wohl noch vor dem sicheren Tod und erlaubt erste Schritte mit der Spielfigur zu tun. Gesteuert wird hier erstmal weiterhin das Geschehen aus der Egoperspektive. Dabei manövriert man Edward mit dem Analogstick des Nunchuk durch die Gänge und schwenkt die Wiimote um den Blickwinkel zu verändern. Hat man erst das Waschbecken erreicht um sich die Augen auszuwaschen, schaltet die Perspektive in die Third Person Ansicht, damit man den Helden mal von seinem Äußeren begutachten kann. Hier erkennt man schon die etwas groben Texturierungen und emotionslose Mimik der Charaktere, die sich noch durch das ganze Spiel ziehen soll.

Da Edward nicht nur vor den unbekannten Monstrositäten, sondern auch vor seinen Peinigern fliehen muss, ist hier voller Körpereinsatz gefragt um vom Gebäude zu fliehen. Ob man sich nun mit Hilfe eines Feuerwehrschlauchs abseilt und herunterfallenden Teilen und Ventilatoren ausweicht oder sich am Rand des Gebäudes entlang hangelt: Langweilig sollte es wohl nie werden. Dafür sorgt das durchaus abwechslungsreiche Gameplay, da in jedem der insgesamt zehn Episoden mit drei bis vier Unterkapiteln einiges geboten wird. So darf man während des Spiels auch mit Feuerlöschern hantieren, um sich den Weg freizumachen oder Aufzüge und Autos kurzschließen, indem man die richtigen Drähte miteinander verbindet.

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Dabei nutzt man die Möglichkeiten der Wiimote konsequent aus: So werden beispielsweise beim Kurzschließen von Drähten die Steuerungselemente quer gehalten und gedreht um die jeweiligen Drähte zu drehen und sobald man merkt, dass Strom fließt, werden diese auf Knopfdruck miteinander verbunden. Beim Feuerlöschen wird dabei in die Ego-Perspektive geschaltet um wie bei einem Shooter das Feuer auf Knopfdruck zu löschen. Die Steuerung hat aber leider allgemein auch seine Tücken, weil die Abfrage nicht so akurat ist, wie man es gerne möchte. Das spiegelt sich vor allem beim Autofahren wieder: Hier werden beide Steuerungselemente parallel zueinander gehalten, als wenn man ein Lenkrad greifen würde. Durch Drehen der Elemente wird die Richtung des Fahrzeugs gesteuert.

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Äußerst problematisch kann die Steuerungsabfrage beim Inventar sein. Da man hier beide wieder parallel gehaltenen Steuerelemente schnell voneinander entfernen muss, überschneidet sich das mit der Funktion durch Schütteln eines Elements einen Gegenstand der jeweiligen Hand wegzustecken oder bereit zu machen. So braucht man oftmals mehrere Versuche um ins Inventar zu gelangen, wobei eine Belegung auf die 1 oder 2 Taste hier womöglich auch gereicht hätte. Auch die vorhandenen Kämpfe gegen die verunstalteten Mitmenschen erweisen sich als eher uninteressant, da diese keine größere Gefahr darstellen. Hier reicht es meistens aus ihnen mehrere Hiebe mit herumstehenden Möbelstücken zuzufügen. Dies lässt sich mit einem einfachem Schwenk der Wiimote bewerkstelligen.

Benutzbare Objekte tragen alle ein Symbol einer bestimmten Taste der Wiimote. Problem ist aber hier wiederum, dass durch einen unglücklich positionierten Kamerawinkel diese Symbole außerhalb des Bildschirmrandes und somit für den Spieler nicht sichtbar sind. So findet man beispielsweise nicht die passende Kante, die man nutzen muss um eine Wand zu erklimmen. Diese mühevolle Suche kann auch ab und an, wegen zu langer Wartezeit, zum Tod führen, was dazu führt, dass man womöglich den ganzen Abschnitt wiederholen muss. Hinderlich ist auch oftmals die ungenaue Kollisionsabfrage, die in manchen Passagen zu einem hohen Frustfaktor führen kann.

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Optisch ist der Titel wie bereits erwähnt eher unspektakulär: Die Grafik ist auf PS2 Niveau und die Gesichter der Spielfiguren lassen Emotionen vermissen. Ein großes Lob verdient aber die Musik des Spiels. Der epische Soundtrack aus der Feder von Olivier DeRiviere erschafft eine passende Atmosphäre im Spiel, nur leider können die Soundeffekte hier nicht ganz mithalten. Zu bemängeln ist auch die Sprachausgabe: Die Sprecher wirken teils lustlos und den Dialogen fehlt auch oftmals das gewisse Niveau. So darf man sich während den Autofahrten die ganze Zeit die nervigen Kommentare des Sidekicks Sarah anhören. Unverständlich sind auch manche Situationen im Spiel. Wieso trennen sich die beiden Helden mitten im Central Park, wo die meisten Gefahren lauern? Auch die verschiedenen Zwischensequenzen sind etwas zu dunkel geraten um Details erkennen zu können und haben in gewisser Weise einen Grauschleier, die sie eher unattraktiv wirken lässt, da helfen dann auch die teilweise imposanten Kamerafahrten nicht mehr.

Michael meint:

Michael  Es ist mehr als schade was aus Alone in the Dark für die Wii geworden ist. Anhand der Previews und ersten Bilder hatte man schon einen sehr guten Eindruck gewonnen und freute man sich auch auf das Spiel und seine vielen guten Ideen. Leider wurden diese nicht immer zur vollen Zufriedenheit ausgeführt und so gibt es durch eine teils missglückte Steuerung und den vielen Trial & Error Passagen immer einen gewissen Frustfaktor, der den Spieler den Titel zur Seite legen lässt. So mag es einem nicht verwundern, dass die Next-Gen Versionen noch einmal überarbeitet wurden und erst Monate später erschienen sind. Auch wenn ein genialer Soundtrack und ein abwechslungsreicher Spielverlauf die Motivation fördern, überwiegen leider die kleinen Fehler, die sich zu einem großen Nervpaket zusammenschnüren. Bleibt nur zu hoffen, dass ein möglicher Nachfolger einiges besser macht.

Positiv

  • genialer Soundtrack
  • abwechslungsreiches Gameplay

Negativ

  • ungenaue Steuerung
  • frustige Passagen
  • altbackene Grafk
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Forum
  • von Dr. Robotnik:

    fand AITD5 auch genial, hab hier volle 1000GS. tolles setting und der anfang war auch voll episch. gut,... die steuerung ist die eine sache, und die autofahrten :D. aber der mensch is' ja ein gewöhnungstier und später gehts ganz gut.

  • von Phill XVII:

    Finde aber auch das Alone in the Dark mit Alan Wake den Boden aufwischt. *duck und weg*

  • von Enze:

    Alone in the Dark hat mein Herz schon im Anfangslevel erobert. Die Flucht aus dem brennenden, zusammenstürzenden Haus...im Hintergrund der Centralpark und New Yorks befahrene Straßen. Das war schon ein einmaligse Szenario. Die Steuerung wurde verkorkst, ja. Aber ansonsten ein...

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