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Mega Man ZX im Test

Nintendo DS
Wenn man auf eine zwanzigjährige Geschichte zurückblicken kann, über 100 Auftritte in verschiedenen Games auf mehr als einem Dutzend Systemen in seinem Lebenslauf stehen hat und auch noch der Star diverser Zeichentrickserien war, gehört man ohne Zweifel zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen unter den Videospiel-Helden. Capcoms Firmenmaskottchen Mega Man erfüllt all diese Voraussetzungen und mehr, so dass er seinen Namen problemlos in Ultrasuperduper Man ändern dürfte, ohne als Angeber dazustehen. Vor gut einem Jahr erschien mit Battle Network 5 ein RPG-Ableger der Reihe für den DS. Dank Mega Man ZX kommen Besitzer des aktuellen Nintendo-Handhelds nun in den Genuss einer weiteren Episode, die sich sehr viel stärker auf die alten Tugenden der Serie besinnt.
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Vom Menschen zur Kampfmaschine: das Biometall macht es möglich.


Wer sich seit der goldenen 16-Bit-Ära nicht mehr mit Capcoms Vorzeigeprotagonisten auseinander gesetzt hat, wird von der Story des neuen Games verwirrt sein. Wie schon so häufig taucht der kleine blaue Namensgeber nämlich gar nicht selbst auf. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft und der heldenhafte Roboter wurde bereits seit Hunderten von Jahren nicht mehr gesichtet. Andere intelligente Maschinenwesen bevölkern gemeinsam mit den Menschen die Erde und zwischen den beiden Rassen herrscht seit einiger Zeit ein Waffenstillstand. Schade nur, dass sich nicht jede Blechbüchse den politischen Entscheidungen unterordnet. Die so genannten Mavericks, unbarmherzige Roboter-Terroristen, metzeln noch immer jedes Wesen aus Fleisch und Blut nieder. Auch die Eltern der beiden wählbaren Protagonisten Vent und Aile sind diesem grausamen Schicksal nicht entkommen. Durch einen Zufall geraten die Jugendlichen in den Besitz von Biometallen, legendären Artefakten, die ihren Trägern die gleichen Kräfte verleihen wie einer Reihe von Robotern vergangener Tage.

Im Grunde handelt es sich bei Mega Man ZX um ein typisches 2D-Action-Game, dass sich aber durch ein paar originelle Ideen deutlich über das Mittelmaß erheben kann. Zu Beginn wirken die Fähigkeiten der beiden Hauptfiguren nicht sonderlich beeindruckend, doch im Laufe der Zeit findet man eine Reihe neuer Biometalle, die sich stark auf das Gameplay auswirken. Insgesamt sieben der geheimnisvollen Rüstungen erwarten den besonders zielstrebigen Zocker und jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Bessere Sprungfähigkeiten und gute Nahkampfwaffen müssen teilweise mit Nachteilen bei der Durchschlagkraft von Schüssen bezahlt werden. So empfiehlt es sich oft, genau zu überlegen, welche Mittel man wählt, um den nächsten Spielabschnitt zu bestreiten. Insgesamt geht die Steuerung flüssig von der Hand und gerade Kenner der Reihe werden sich schnell heimisch fühlen. Schade ist lediglich, dass der Touchscreen nicht nennenswert ins Gameplay eingebunden wurde. Im Grunde hätte sich dieses Game auch auf dem GBA, selbstverständlich mit schlechterer Grafik, realisieren lassen.

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Zwei Helden, viele Gesichter: im Laufe der Zeit hat man die Wahl zwischen einer ganzen Reihe interessanter Kampfanzüge.


Während die Geschichte vorangetrieben wird muss der Zocker Missionen erfüllen. An diversen Portalen darf man speichern, Aufgabenbeschreibungen lesen und sich am Ende für einen Weg entscheiden. Als etwas unangenehm erweist sich die offene Struktur der Missionen. Sobald man einen Auftrag angenommen hat, muss man mit Hilfe einer nicht sonderlich detaillierten einblendbaren Karte eigenständig die relevanten Orte aufsuchen. Das bedeutet, dass man bestimmte Abschnitte der einzelnen Welten immer wieder durchqueren muss, was auf die Dauer ziemlich langweilig werden kann. Auch die Tatsache, dass sich die Gegner konsequent weigern im Nirvana zu verweilen nervt extrem. Es wird jede Menge Action geboten und die vielen unterschiedlichen Robot-Schergen sorgen mit ihren verschiedenen Fähigkeiten für die notwendige Abwechslung. Aber sobald ein ehemaliges Schlachtfeld auch nur wenige Zentimeter verlassen wird, stehen beim nächsten Besuch die gleichen Fieslinge zum Kampf bereit, die erst kurz zuvor demontiert wurden.

Entschädigt wird man für die lange Suche und die ewig gleichen Duelle mit vielen gelungenen Bossen, die unseren Helden in regelmäßigen Abständen auflauern. Die Obermotze sind sowohl optisch als auch taktisch sehr abwechslungsreich. Gerade im härteren der beiden zu Beginn verfügbaren Schwierigkeitsgrade kann man hier viel Zeit damit verbringen, eine gute Angriffsstrategie zu entwickeln. Mega Man Neulinge müssen sich übrigens nicht schämen, wenn sie sich für die einsteigerfreundlichere Variante entscheiden, denn gerade die späteren Bosse sind selbst in diesem Modus kein Fallobst. Wer auch noch das letzte bisschen Spielspaß aus dem Modul kitzeln will und keine Herausforerungen scheut, braucht Mega Man Zero 3 oder 4 für den GBA. Befindet sich eines dieser Games im unteren Schacht des DS, werden ein paar zusätzliche Kämpfe gegen alte Bekannte aus besagten Spielen in späteren Arealen frei geschaltet (danke an Forumsbesucher "effeser" für den Hinweis).

Mega Man ZX bietet feinste 2D-Optik mit vielfältigen Animationen, einfallsreichen Hintergründen und sehr gelungenen Effekten. Oft ist der Bildschirm gut gefüllt mit Gegnern, Schüssen und Explosionen, ohne dass die Geschwindigkeit leidet. Doch wieder einmal sind die Bosse die echten Stars. Teilweise bildschirmfüllend und schön animiert bilden die Obergegnerduelle das grafische Highlight jeder Mission. Ein paar nette Zwischensequenzen bringen die Hardware zwar nicht an ihre Leistungsgrenze, runden aber den guten Gesamteindruck ab.

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Bereits die ersten beiden Bosse können dem Spieler die Tränen in die Augen treiben.


Wie schon die US-Amerikaner werden auch europäische Zocker enttäuscht, wenn es um die Sprachausgabe geht. Während man im fernen Nippon ein Dutzend Sprecher verpflichtete, um ein atmosphärisch dichtes Abenteuer zu erschaffen, ist man hierzulande zum Lesen von Untertiteln verdammt. Wenn man nichts von den Vorteilen der japanischen Version wissen würde, gäbe es allerdings keinen Grund, sich über die akustischen Qualitäten zu beschweren. Grundsolide Effekte werden von levelspezifischen Musikstücken begleitet, die jederzeit für die passende Stimmung sorgen.

Tim meint:

Tim Das gute alte Grundkonzept wurde mit originellen Ideen stark genug aufgepeppt, um Freunde der Reihe weiterhin zu begeistern. Auch Neulinge dürfen einen Blick riskieren, sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Mega Man ZX ein äußerst kniffliges Game ist. Insgesamt erwartet den Zocker genau das, was er von einem Spiel der Serie erwartet: jede Menge abwechslungsreiche 2D-Action. Der kaum erwähnenswerte Einsatz des zweiten Bildschirms sowie die etwas nervige Missionsstruktur fallen bei so vielen Vorzügen nicht stark ins Gewicht.

Positiv

  • Vertrautes Gameplay mit neuen Elementen
  • Tolle Bosskämpfe

Negativ

  • Der zweite Bildschirm wird kaum genutzt
  • Sehr hoher Schwierigkeitsgrad
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