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Fish Tycoon im Test

Nintendo DS
Fische: einschläfernd, langweilig und öde oder aufregend, spannend und komplex? Kaum ein anderes Hobby hat solch eine gespaltene Meinung wie die Aquaristik. Trotzdem oder gerade deswegen bringt Publisher Majesco uns Fish Tycoon auf den Nintendo DS, mit dem wir uns hier etwas näher beschäftigen wollen.
Gestartet wird mit der klassischen Namenseingabe und der Wahl des Schwierigkeitsgrades, nur um kurz darauf die, zugegeben aufgesetzt wirkende, Geschichte zum Spiel zu erfahren. So soll es 7 magische Fische auf der Insel Isola gegeben haben, welche verschwanden. Diese gilt es nun wiederzufinden, sprich zu züchten, um das Gleichgewicht der Insel wieder herzustellen. Klingt komisch? Ist es auch! Für eine wirkliche Fischsimulation hätte man sich so eine „Story“ doch eher sparen können, geht es doch letzten Endes um das Züchten und entdecken neuer Fischarten. Aber heute wird ja in jedes noch so simple Spiel versucht, eine Story reinzubringen, so also auch hier.

Man beginnt mit einem leeren Aquarium, welches es zu füllen gilt. Hierzu stehen dem Spieler für den Anfang normale Fischeier zur Verfügung. Sind diese im Becken erstmal abgelegt, kann man schon bald darauf die ersten Fische im Becken bewundern, wobei sich die Bewunderung in Grenzen hält: grafisch ist das ganze Treiben doch eher nüchtern dargestellt worden, etwas mehr Farbe und Animation hätte dem Ganzen gut getan. Fressen wollen die Kleinen natürlich auch, so muss man mit dem Stylus das Fischfutter-Symbol in das Aquarium ziehen, um sie zu füttern. Hungrig wie sie sind, kommen sie auch gleich angeschwommen. Überhaupt ist das komplette Spiel mit dem Stylus zu steuern, die Tasten und das Steuerkreuz können getrost ungedrückt bleiben.

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Leider ist es mit dem reinen Fressen nicht getan. Ein Fisch kann erkranken und benötigt dann medizinische Hilfe. Die Medizin kann im Fischfachgeschäft gegen Bares erworben und dem Patienten auf dieselbe Weise wie das Futter verabreicht werden. In diesem Fachgeschäft gibt es auch allerhand Zubehör, die das Becken schöner erscheinen lassen. So zum Beispiel ein kleines Schiffswrack, ein Taucher oder eine klassische Muschel. Auch Nutztiere kann man erwerben. Die Rede ist von einer kleinen Schnecke, die unentwegt durch das Becken zieht und es sauber hält. Um den Fischen selbst etwas Gutes zu tun, kann man bessere Wasserpumpen im Becken installieren. Wer dann noch immer den Überblick nicht verloren hat, kann sich zusätzlich ein zweites Becken dazukaufen, um dort dasselbe Spiel weiterzuführen wie im ersten Becken.

Um sich all diese Dinge leisten zu können, muss man die gezüchteten Fische verkaufen. Hierzu steckt man sie in ein Verkaufsbecken. Spätestens hier stellt sich der Frust im Spiel ein. Um einen Fisch verkaufen zu können, muss man sich über das Menü in sein Ladengeschäft begeben und warten, bis Kundschaft in den Laden kommt. Nur ist das noch lange kein Garant dafür, dass der oder die Fische auch wirklich verkauft werden. Denn über den Köpfen der Leute erscheint eine kleine Gedankenblase mit dem Wunsch-Fisch. Hat man also derzeit Fische im Verkauf, die nicht „angesagt“ sind, kann es doch schnell nervig werden, ewig in seinem Verkaufsraum zu hocken und einfach nur zu warten. Weiterer, unangenehmer Nebeneffekt: die kranken Fische können sterben, wenn man sie nicht bald mit Medizin versorgt. Einziger Wermutstropfen hierbei ist, dass man über unbegrenzt Futter verfügt. Nur hilft das eben nicht bei der Heilung.

Den Gesundheitszustand der einzelnen Tiere kann man sich auf dem oberen Screen anschauen. Hierzu muss ein Fisch lediglich mit dem Stylus gepackt und festgehalten werden, schon sieht man, ob der Fisch hungrig oder sogar krank ist. Im sogenannten Quarantänebecken, in welches man die Fische steckt, bevor sie in das Verkaufsbecken gelangen, kann man sich noch genauere Infos über den Fisch besorgen. So erfährt man hier u.a. mit welchen Arten sich der Fisch kreuzen lässt und was daraus im Endeffekt entstehen kann. Über 750 Kreuzungen sollen hier möglich sein!

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Nur wie soll man diese ganzen Kreuzungen jemals erreichen? Bereits zum Anfang steht man mit viel zu wenig Geld da, wird ein Fisch krank, geht das wenige Geld auch noch für Medizin drauf. Zu Anfang sterben praktisch mehr Fische als überleben. Erschwerend kommt hier noch dazu, dass man eigentlich keine wirklichen Tipps erhält außer „Füttern und kranke Fische heilen“. Jawohl, wäre ich nie drauf gekommen. Wie aber erhalte ich die 7 magischen Fische? Wann? Was muss ich tun? Einfach abwarten und züchten, züchten, züchten? Das kann es nicht sein...

Erwähnte ich eigentlich bereits, dass das Spiel in Echtzeit läuft? Nein? Tut es! Ja, wirklich! Draußen ist schönes Wetter und man will an den See, mit dem Fahrrad fahren oder sonst was unternehmen, idealer Weise am Wochenende. Das sind zwei Tage. Will man sich nach dem Wochenende wieder seinen Fischen widmen, so findet man sie leicht blass auch noch vor. Nicht so beweglich wie sonst. Ich ahnte schlimmes, ein Klick mit dem Stylus bestätigte meine Befürchtungen: „Gesundheitszustand: tot“. Lediglich meine kleine Reinigungsschnecke zog weiter ihre Runden.

Das ist für mich das absolute K.O. Kriterium für ein Spiel. Mir ist bewusst, dass man ein echtes Aquarium täglich pflegen muss, nur ist und bleibt das hier am Ende nur ein Spiel. Ein Spiel, welches dank Echtzeit zum Fisch-Tamagotchi verkommt. Addiert man hierzu noch die zum Teil einfache (Aquarium) bis schlichtweg schlechte (Verkaufsladen) Grafik und den schnell nervenden Blubbersound im Spiel, erhält man ein schlecht durchdachtes Spiel, bei dem selbst Fischliebhaber keinen Spaß finden werden. Wohlgemerkt geschah dies alles auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe. Die Musik ist abstellbar, nur hat man dann weder Geblubber noch Musikuntermalung. Dies ist auch mit dem Lautstärkeregler des DS zu erreichen und macht wenig Sinn.
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