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Etrian Odyssey im Test

Nintendo DS
Jeder kennt das Gejammer: Früher war alles besser! Grade wenn man auf Retrospieler trifft, bekommt man diesen Satz häufiger zu hören. Die Spiele waren durch ihren Schwierigkeitsgrad umfangreicher und auf Anhieb gar nicht zu schaffen. Etrian Odyssey möchte dem Spieler wieder eine Rollenspiel-Herausforderung bieten, die nicht durch unüberlegtes Dungeoncrawling zu schaffen ist, sondern das ein oder andere mal die Frustkeule auspackt. Aber taugt auch heute noch, was anfang der 90er noch Gang und Gebe war?
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Atlus will es uns zeigen. Auch zwischen all den Spielen, die eher auf Gelegenheitsspieler ausgelegt sind, will man sich mit einer echten Herausforderung etablieren. Vor der Stadt Etria tut sich ein riesiges Labyrinth auf und zig Abenteurer kommen in die Stadt um das Ende des Labyrinths zu Yggdrasil zu erforschen. Monster und Schätze befinden sich in den Tiefen des Dungeons.

Innerhalb Etrias können wir in der Gilde der Abenteurer unsere Partie erstellen. Neun verschiedene Charakterklassen stehen zur Verfügung und wollen gut überlegt zur Tat schreiten, wobei manche davon erst im Laufe der Spielzeit mitgenommen werden können. Landknecht, Fährtenleser, Paladin, Ritter der Schatten, Medicus, Alchemisten, Barden, Samurai und Druiden können befehligt werden. Fünf Krieger kann die Gruppe anfangs nur beherbergen, aber auch das ändert sich mit fortwährendem Spielfortschritt. In der Stadt kann man ansonsten noch Heiltränke und Kampfausrüstung einkaufen oder verkaufen und speichern. Beides ist unverzichtbar, da die Tränke zum Überleben im Dungeon sehr wichtig sind und in der Stadt einer der wenigen Speicherpunkte liegt.

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Den Großteil der Zeit wird man aber natürlich im Labyrinth zu Yggdrasil verbringen. Man kämpft sich Ebene für Ebene weiter nach unten, was ganz schön lange dauern kann, denn die Monster sind verdammt stark. Nicht selten kämpft man erst gegen eine schwache Ratte und im nächsten Kampf wird man von übermächtigen Monstern platt gemacht. Schon auf der ersten Ebene sind die Gegner nicht gnädig zur Gruppe. Und dabei muss betont werden, dass das Leveln der Charaktere lange dauert und dabei auch noch Heiltränke teurer werden, je stärker man wird. Gott sei Dank kann jede Charakterklasse mit neuen Levelfortschritten auch bestimmte Fähigkeiten erlernen. Der Medicus erlernt somit zum Beispiel die Fähigkeit "Heilen" und erleichtert das Voranschreiten im Labyrinth ungemein.

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Das Herz von Etrian Odyssey ist das Kartenzeichnen. Die Ebenen vom Dungeon sehen sich alle sehr ähnlich, was zwangsweise dazu führt, dass man ohne eine Karte nicht mehr hinausfindet. Während man früher mit Zettel und Stift Karten mitgezeichnet hat, übernimmt das jetzt der Touchscreen. Mit dem Stylus zeichnen wir die Wände der Gänge nach und fügen kleine Symbole ein, die uns später noch anzeigen können, wo Monster uns angegriffen haben und Schätze gelegen haben.

Auch individuelle Notizen können wir einzeichnen. Treppen nach oben und unten sind besonders wichtig, da man ansonsten blind durch die Gänge geht und nicht mehr weiterkommt. Teleporter bringen die Heldentruppe wieder zurück ans Tageslicht. Ein großer Sammlertrieb kommt auf, wenn man Gegenstände in dem Dungeon findet. Geld findet man nur sehr wenig, deswegen ist es unvermeidlich gefundene Rohstoffe zu verkaufen und neue Rüstungsgegenstände davon zu kaufen. Man sollte der Tatsache ins Auge blicken: Für Neueinsteiger ist Etrian Odyssey zu schwer. Viel zu schnell legen sie den Nintendo DS gefrustet weg, aber hartgesottene bekommen erst durch den Schwierigkeitsgrad den richtigen Ansporn sich durch die Ebenen zu kämpfen.

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Spielerisch soll es das aber auch schon gewesen sein. Die Motivierten ziehen Stunde um Stunde durch das Labyrinth, Leveln ihre Skills und kaufen sich neue Ausrüstungen. Mehr gibt es auch kaum zu erleben, da selbst die optische und akkustische Präsentation etwas zurückgeblieben ist. Die Sounduntermalung erinnert an seelige Zeiten zurück, als noch 16bit-Soundgedüdel à la Shining in the Darkness aus den TV-Boxen uns berieselt haben. Die Musik hat Charme, aber wiederholt sich sehr oft und es gibt ohnehin nicht viele verschiedene Stücke in Etrian Odyssey.

Gleichzeitig ist das Szenario in dem Dungeon immer wieder das gleiche. Man sieht seinen eigenen Charakter nicht, weil die Steuerung komplett aus der Ego-Perspektive erfolgt, die rundenbasierten Kämpfe finden in einem eigenen Kampfbildschirm statt und Animationen gibt es so gut wie gar nicht. Eine Karte zum Mitzeichnen auf dem Touchscreen wäre gar nicht nötig gewesen, wenn die Gänge nicht jederzeit gleich aussehen würden, aber früher ging es ja nicht anders. Ein süchtig machendes Rollenspiel mit hartem Schwierigkeitsgrad wäre auch mit heutigen technischen Maßstäben möglich gewesen.

Julia meint:

Julia Es ist schwer Etrian Odyssey fair zu bewerten. Dieser Dungeoncrawler möchte eigentlich nicht mehr sein, als ein Spiel wie Shining in the Darkness. Aber solche Rollenspiele sind aus heutiger Sicht völlig veraltet. Wer früher schon solche beinharten Spiele mochte, wird Etrian Odyssey lieben. Wer aber lieber in eine andere Welt entfliehen will um eine Geschichte zu erleben und leichte Unterhaltung zu bekommen, der ist hier an der falschen Adresse. Etrian Odyssey 2 ist übrigens schon in Amerika erschienen und verspricht ein paar Fehler des Erstlings zu beheben. Vielleicht sollte man lieber auf den zweiten Teil warten.

Positiv

  • Süchtig machendes Spielprinzip
  • Massig Ausrüstungen und Möglichkeiten zur Charakterentwicklung
  • Kartieren per Touchscreen möglich

Negativ

  • Speicherpunkte Mangelware
  • hoher Frustpegel
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Forum
  • von Minrod:

    Multishot. Richtig verstaerkt ist er ein richtiger BOSSkiller ...

  • von Nognir:

    Das mit dem Medic hab ich mir fast schon gedacht, einfach weil der Paladin ja später auch heilen kann. Aber ich will erstmal versuchen wie ich damit durchkomme. Ansonsten kann ich ja einen noch austauschen und dann noch bissl grinden damit der nächste aufsteigen kann Was hat der Survivalist für...

  • von Minrod:

    Sieht schon recht gut aus die Truppe. Ich wuerde aber auf den Survivalist nicht verzichten wollen. Im ersten Teil ist er der staerkste Charakter. Der Medic ist am Anfang ganz gut, spaeter aber nicht unbedingt notwendig.

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