Armorines - Project S.W.A.R.M. im Test

Nintendo 64

Starship Troopers meets Turok, so könnte man Armorines am besten beschreiben. Im Jahr 2000 ist der Titel hierzulande erschienen und die Zocker rochen wortwörtlich das Potenzial des Ego-Shooters. Denn niemand anders als die Jungs von Acclaim werkelten an dem Sci-Fi-Spektakel. Zuvor machten sich die Texaner mit der Turok-Reihe einen großen Namen unter den Gamern und mit Armorines wollten sie die Fans in eine neue von Aliens bedrohte Welt entlassen.

Armorines-Project-SWARM-01

Ich las mir damals alle Previews zu Armorines durch und verschlang jedes neue Bild des Spiels, bis ich es dann endlich in Händen hielt. Schließlich hatte ich das großartige Turok 2 und dessen Nachfolger gespielt und geliebt. Blind griff ich also auch zu Acclaims neuestem Streich. Versprach das Spiel doch die wunderbare Turok 2 Engine und ein neues frisches Setting. Was konnte da also noch schief gehen? Sobald ihr den Power-Button eurer Konsole betätigt, startet ihr also in das Universum der Armorines. Diese sind Elitesoldaten einer Spezialeinheit und ihr Ziel ist der Schutz und die Verteidigung unserer schönen Erde. Nur wenn es keinen Ausweg mehr gibt, kommen die Armorines auf das Spielfeld.

In diesem Ego-Shooter auch bitter nötig, denn bösartige Aliens bedrohen unseren Planeten. Insektenähnliche Monster starten eine Invasion und die letzte Hoffnung liegt nun auf Private Tony Lewis und Myra Lane. Sobald ihr die Singleplayer-Kampagne startet, müsst ihr euch (wie in Turok 3) für einen der beiden spielbaren Charaktere entscheiden. Die beiden Mitglieder der Armorines unterscheiden sich jedoch nur in ihrem Arsenal. Verschiedene Wege im Hauptspiel gibt es leider nicht. Die Levels sind alle gleich, egal, mit welchem Charakter ihr spielt. Da hat Turok 3 klar die Nase vorn. Womit Armorines aber eindeutig glänzen kann, ist der Koop-Modus. Ihr könnt das ganze Spiel nämlich mit einem Freund im Splitscreen durchspielen. Zur damaligen Zeit eine Seltenheit.

Armorines-Project-SWARM-03Nach einer Missionsbesprechung geht es dann in der Rolle des Elite-Soldaten durch verschiedene Levels, an dessen Ende jeweils ein großer Insekten-Endboss wartet. Hier sind die Parallelen zu Turok deutlich zu sehen. Angefangen im verschneiten Sibirien kriegt ihr es mit Termiten, Zecken und anderen Viechern zu tun. Mit Voranschreiten und Besuchen der weiteren Levels, z. B. dunkle Höhlen Ägyptens, Militäreinrichtungen u.a., werden eure Widersacher immer größer und stärker. Die mitgeführten Waffen helfen natürlich weiter. Doch anders als in den Turok Spielen habt ihr nur ein kleines Repertoire an Standartwaffen. Je nach Level erhaltet ihr andere Waffen, die ihr auch nur in dem besagten Levels finden könnt. So liegt z. B. die Lasergun in Sibirien herum  und der Pharaonenstab warten in Ägypten auf einen Finder. Ein cooles Feature wie ich finde. Zudem könnt ihr euch mit verschiedenen Hilfsmitteln zu Wehr setzen.

Bevor ihr gegen einen der Endbosse antreten könnt, müsst ihr euch euren Weg durch eine Vielzahl kleinerer Gegner schießen. Leider tauchen die gleichen Gegnertypen zu oft auf und rennen stupide auf euch zu, um als Kanonenfutter zu enden. Eine Portion KI hätte den Aliens nicht geschadet. Auch das Design hätte abwechslungsreicher sein können. Die Endbosse machen da schon einen besseren Eindruck. Das Design und die Animationen der Bosse wirken wie aus meinem Guss und lassen euren Puls in unbestimmten Höhen schlagen. In Sachen Endboss-Fights geben sich Turok und Armorines nichts.

Armorines-Project-SWARM-05Wie die Gegner wirken auch die Level sehr unterschiedlich auf das Auge. Einige (spätere) Levels überzeugen mit Details und schönen Lichteffekten, anderorts findet man den Ausgang vor lauter Nebel nicht mehr. Hier wirkt das Spiel unausgereift. Auch gestalten sich viele Abschnitte recht dunkel. Natürlich könnte man sagen, dass die Dunkelheit und der Nebel die Zutaten für eine finstere Atmosphäre sind, aber vielerorts ist der Nebel nur fehl am Platz und wirkt als Lückenfüller. Im ersten Level kam ich mir zum Teil vor wie in Turok 1. Grafisch hätte da noch viel mehr getan werden müssen! Einzig die Framerate überzeugt auch im Koop-Spiel.

Atmosphäre schafft das Spiel vor allem durch die Musik. Der Soundtrack ist den Entwicklern sehr gut gelungen. Vor allem die Geräusche und Klänge der Aliens lassen den Spieler oft vor Gänsehaut erschaudern. Eindeutig ein Plus bei Armorines! Für die Rettung der Erde braucht ihr gute 5-7 Stunden. In diesen Stunden werdet ihr oft das Zeitliche segnen, denn der Schwierigkeitsgrad ist happig. Niemals unfair, aber an vielen Stellen recht fordernd. Sobald ihr die fiesen Insektenaliens vertrieben und das Leben wieder sicher gemacht habt, ist das Abenteuer erstmal zu Ende. Aber ein echter Armorine schläft nie und so könnt ihr euch im Hauptmenü im Multiplayer-Modus mit bis zu 4 Spielern austoben. Bots gibt es hier leider keine und mit nur 3 Spielmodi fällt der Multiplayer relativ schwach aus. Wieder hat Turok hier die Nase vorn.




Andrej meint:

Andrej Ich habe den Kauf von Armorines bereut. Geblendet von der Genialität eines Turok 2 habe ich damals zu Armorines gegriffen. Ja, das Gameplay ist wie bei Turok und ja, das Setting ist frisch und die Idee sehr gut, aber wie man das ganze bei Acclaim verpackt hat, ist leider alles andere als gelungen. Vielleicht liegt es daran, dass die Acclaim Studios London das Spiel entwickelt haben, wobei für Turok die Acclaim Studios Austin verantwortlich waren. Fakt ist einfach, dass Armorines sehr unfertig wirkt. Der Koop-Modus ist zwar klasse und die Endbosse sind zum fürchten, aber leider versagt das Spiel bei Grafik und Wiederspielwert. Sogar das Expansion Pack wird unterstützt, leider sieht man davon rein garnichts. Wer also unbedingt jeden Ego-Shooter auf Nintendo 64 haben muss, der kann sich Armorines: Project S.W.A.R.M gerne angucken. Alle anderen greifen zu den besseren Alternativen, die das N64 ja zu genüge hat.

Positiv

  • Koop-Modus
  • Coole Endbosse
  • Frisches Setting…

Negativ

  • Schlechte Grafik (Nebel!!)
  • Magerer Multiplayer
  • … schwach umgesetzt

Sebastian meint:

Sebastian

Wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten konnte auch ich die Parallelen zu Paul Verhoevens genialem Film "Starship Troopers" nicht übersehen. In Ermangelung einer guten Versoftung des Kultstreifens begab ich mich also mit Armorines: Project S.W.A.R.M auf Insektenjagd. Gut - die Technik ist eher durchschnittlich, im Einzelspielermodus spielt es sich recht zäh, aber zu zweit kooperativ mit meinem menschlichen Mitspieler kam richtig Freude auf! Alleine würde ich mir dieses Modul jedoch nicht mehr antun wollen, dazu gibt es viel zu viele bessere Alternativen auf dem N64! 

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Forum
  • von Retro:

    Killertamagotchi schrieb: ...da kann man nur halt keine Verbündeten verletzen bzw töten sonst ist die deutsche Version identisch Nicht ganz richtig... Das (wenige) Blut, welches man im Import sieht, wurde in der deutschen Version...

  • von Killertamagotchi:

    Pfälzer schrieb: In Deutschland ist das Spiel geschnitten. Ich habe die UK Version davon, die ist aber leider nur in Englisch. Noch ein Nachteil bei der Uncut ist, das man auch Menschen töten kann, die im Spiel "wichtig"...

  • von Retro:

    Azazel schrieb: Die ps1 Version soll nicht einfach nur schlechter, sonder katastrophal sein... Ist sie! Hatte beide zum Vergleich... Einziger Vorteil der Playstation-Version: Auch die deutsche ist uncut! Trotzdem habe ich nur die...

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