Micro Machines im Test

NES

Der Nebel lichtet sich und die Fahrer sind bereit. Der Starter gibt das Zeichen für ein Rennen auf Leben und Tod. Die rote Lampe leuchtet auf, sie leuchtet ein zweites Mal und mit viel Staub ist das Fahrerfeld unterwegs. Auf der langen Geraden entscheidet sich meist schon, wer die Führung übernimmt. Doch das Feld bleibt unentschlossen zusammen. Jetzt kommt die berüchtigte scharfe Rechtskurve und ... ohhh Wagen 3 ist von der Strecke abgekommen und Wagen 2 hat den Salzstreuer gerammt! Salzstreuer?!? Wie ihr schon gemerkt haben solltet, sind wir nicht bei der Formel 1, sondern bei den allseits beliebten Micro Machines, die sowohl in den Kinderzimmern als auch an den Konsolen gleichermaßen erfolgreich waren. Wir blicken mit diesem Testartikel ehrenvoll auf die Tage zurück, an denen die kleinen Miniaturautos ihren Weg in das Herz manches virtuellen Rennfahrers fanden.

Micro_Machines_4In der heutigen Zeit steht der Name Micro Machines in der Videospielbranche neben Bomberman für Evergreens im Bereich Mehrspielerspaß. Hierbei sind die Miniaturautos genauso systemübergreifend verfügbar wie die kleinen Knallmänner von Hudson Soft. Sowohl auf dem Gameboy, Mega Drive, PC, Playstation oder Nintendo 64, es ist immer ein Abgesandter der flotten Spaßrennen vertreten. Die britischen Programmierer von Codemasters legten mit der NES-Version im Jahre 1991 den Grundstein für die heutige Serie, wobei bis auf einige technische Veränderungen das heilige Grundkonzept bis in die Neuzeit unverändert blieb.

Der erste Reiz des Funracers liegt eigentlich schon auf der Hand – durch die minimalistische Größe der Vehikel werden Wettrennen nicht auf Pisten oder Rallystrecken ausgetragen, sondern finden im häuslichen Kreis statt. Dank diesem erfrischenden Setting stehen den Designern die verrücktesten Möglichkeiten als Locations für ihre Rennen zur Verfügung, denn theoretisch können die Micro Machines über alles heizen, was nicht durch die Action zusammenbricht. So sind auch schon im Erstling der Serie eine ganze Hand voll skurriler Strecken vorhanden, die von Papas Garage oder dem Billardtisch bis Muttis Garten mit Topfpflanzen keine Wünsche offen lassen. Natürlich gilt auch hier,  innerhalb der wenigen Runden als Erster ans Ziel zu kommen, was aber weit von realistischen Simulationen entfernt ist.

Micro_Machines_2Durch die vorhin schon erwähnt arcadelastige Steuerung ist die Manövrierfähigkeit von Boot, Panzer, Sportauto und Konsorten bequem unkompliziert und überfordert niemanden. Im Singleplayermode müsst ihr als einer von 11 verschiedenen Fahrern durch eine Reihe von Rennereignissen düsen und jeweils eure Gegner mit Rempelattacken von der Tischkante schubsen, wodurch ihr einen großen Zeitvorteil erhaltet.

Um bei der ruppigen Raserei nicht den Überblick zu verlieren, wird euch der Weg mit Kreidespuren oder Frühstücksflocken gekennzeichnet. Diesen müsst ihr aber nicht immer folgen und sollte sich eine Abkürzung auftun, empfiehlt es sich, diese auch zu nutzen, denn der Gegner wird es bestimmt tun. Solltet ihr nach drei Runden wenigstens unter den Top 2 landen, geht es zur nächsten Strecke, bis ihr irgendwann ins Grass beißt. Nun solltet ihr schleunigst eure Continues aus der Schublade hervorzaubern, wobei euch hier nur drei zur Verfügung stehen.

Dank der großen Anzahl der Strecken und dem stets steigenden Schwierigkeitsgrad bleibt die Motivation bei diesem Renntitel gekonnt hoch. Das ändert sich auch durch ein fehlendes Passwort- bzw Speichersystem nicht. Die Mehrspieleraction wird mit einem zweiten Spieler gleich um Tonnen lustiger, weil es einfach reizvoll ist, seinen Kumpel durch die Pampa zu schubsen. Das wandert schon stark Richtung Schadenfreude. Haben die Designer auf Steuerung und Spielbarkeit ein hohes Niveau an den Tag gelegt, baut die Grafik konsequent darauf auf. Während all der flotten Rennen bleibt die Optik stets flüssig und das NES-typische Spriteflackern ist überhaupt kein Thema. Mit viel Liebe fürs Detail sind alle Rennstrecken programmiert und haben einen Wiedererkennungswert. Leider ist das beim Sound nicht ganz der Fall – kommt in den Menüs noch eine Standard-Duddelmucke zum Einsatz, ist das Einzige,was ihr durch die Rennsequenzen hört, das dumpfe klappern der Motoren.




Dominic meint:

Dominic

Micro Machines mit drei Wörtern (Fun Fun Fun!) zu beschreiben fällt mir ein wenig schwer, da der Titel dank seiner guten Steuerung und des neuartigen Settings einfach alles richtig macht. Nur schade, dass erst viel später der Mehrspieleradapter für das NES erschien, denn mit vier Kollegen um die Wette zu heizen, hätte die Konsole wohl komplett zum Kochen gebracht.

Positiv

  • Spielbarkeit 1A!
  • Viele unterschiedliche Vehikel und Settings
  • Mehrspielermodus

Negativ

  • Monotoner Sound während der Rennen
  • Fehlendes Passwort- bzw Speichersystem.
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Forum
  • von Retro:

    Auf dem NES ist das Game durchaus gut spielbar- ich habe es damals nur hergegeben, weil ich mir die MD-Version geholt habe. ...

  • von Civilisation:

    Lust auf eine kleine Runde übern Tisch drehen? Dann wäre Micro Machines vielleicht was für euch. Dominic hat den Test geschrieben. Micro Machines Der Nebel lichtet sich und die Fahrer sind bereit. Der Starter gibt das Zeichen für ein Rennen auf Leben und Tod. Die rote Lampe...

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