Castlevania III - Draculas Curse im Test

NES

Horrorstimmung die Dritte - Konami bläst zum absoluten Finale auf Nintendos 8 Bit-Amboss und lässt die Belmont-Familie in neuen Glanz erstrahlen.

 

Castlevania_III_9Nach einem doch sehr adventurelastigen zweiten Teil kehrte Konami mit ihrer bekannten Vampirjäger-Familie zurück zu den Wurzeln der Actionserie. Nach dem Release von Simon’s Quest gab es viele Beschwerden über das neue Gesicht der Serie. Das actionreiche Gameplay war über Bord geworfen worden und fast schon rollenspieltypisch lief Simon Belmont durch die Steppen Transsylvaniens um sich mit Dorfeinwohnern zu unterhalten, und kleinere Rätsel zu lösen.

Zum Glück haben die Entwickler rund um Designer H. Akamatsu das Feedback der Community wahrgenommen und präsentierten ein Produkt, das von vielen als das wohl beste Castlevania gehandelt wird. Storytechnisch spielt Castlevania III in der Vergangenheit. War der Vorgänger noch im Jahr 1698 angesiedelt, durchlauft ihr jetzt mit einem Mitglied der Belmont-Familie das Jahr 1476. Und auch in dieser Ära war die Macht von Dracula über die Ländereien des heutigen Rumäniens weitreichend. Und so wurde die Bürde, die jedes Mitglied der Belmont-Familie tragen muss, mit der altbekannten Peitsche an Trevor Belmont überreicht.

Castlevania_III_6Eben jene Peitsche, die schon seit Generationen vom Vater zum Sohn weiter gegeben wurde. Der schwingende Lederriemen ist in der neuesten Odyssee immer noch die perfekte Waffe um Untote, Hexen und Dämonen das Fürchten zu lehren. Das Spielgeschehen ist dabei nicht wie der erste Teil strikt linear, sondern nach Abschluss einer Passage habt ihr oft die Wahl, welchen Weg ihr einschlagen wollt.

Trotz der Auswahl der Laufroute werdet ihr früher oder später in die Arme eines gierigen Obermotz laufen, der von Dracula geschickt wurde, um euch aufzuhalten. Deswegen ist eure Mission bei weitem kein Spaziergang. So werdet ihr im Laufe der Kampagne auf altbekannte Waffen wie den Dolch, das Weihwasser oder die Axt treffen. Doch recht schnell stellt sich heraus, dass nicht nur Trevor Belmont auf Draculas Vernichtung aus ist. Nach dem Besiegen einiger knüppelharten Endgegner wird die Party von Trevor auf drei Personen erweitert, wobei sich der Sohn von Dracula höchstpersönlich die Ehre gibt. So bringt jeder Charakter seine eigenen Spezialmanöver mit ins Spiel. Die junge Zauberin Sypha Belnades ist sehr gewandt mit Zaubersprüchen, Grant DaNasty, der Meisterdieb, ist ein begabter Kletterkünstler und Alucard kann sich wie sein Vater in eine Fledermaus verwandeln.

Castlevania_III_11Diese Charaktere sammeln wie Trevor spezielle Power-Ups auf, um so das Waffenarsenal zu erweitern. Durch die Charakerwechsel kommt auch gleich ein ganz neues Gameplay zum Vorschein, denn ihr müsst oft klug überlegen, welche der vier Personen man wo am besten einsetzt. Leider ist bis auf die Fähigkeiten jeder Figur die Steuerung ziemlich gleich und so spielen sich die Protagonisten wie ein Haufen Fleischbrocken auf zwei Beinen. Das bedeutet das Trevor und seine Mannen an Geschwindigkeit nicht zugenommen haben und ihr eher träge durch die Abschnitte stapft.

Auch das Steigen von Treppen ist Castlevania-typisch immer noch recht unfair. Lauft ihr eine Treppe nach oben oder unten, seid ihr in diesem Moment wehrlos, sollte euch ein Gegner angreifen. Natürlich könnt ihr in der Position Schläge oder Magie austeilen, aber meist kommen diese zu spät. Technisch hat Castlevania III die Grenzen des NES wahrlich erreicht, Farbgebung und Charakterdesign glänzen mit vielen Details. Detailverliebte Animationen im Hintergrund, wie sich bewegende Nebelschwaden und Zahnräder, runden die Allgemeinpräsentation perfekt ab. Leider flackern die Sprites bei hohem Gegneraufkommen und gelegentlich verpasst man dank ungenauer Farbgebung auch schon mal eine Treppe.

Über die Animationen der Party hülle ich besser den Mantel des Schweigens. Der Soundtrack hingegen gehört eindeutig zu dem Besten, was es im NES-Sektor zu hören gibt. Eingängige Kompositionen mit Ohrwurmqualität bringen die perfekte Actionatmosphäre. Info: Sowohl in der amerikanischen, als auch in den europäischen Versionen wurden Objekte zensiert oder abwandelt. So wurden halbnackte Statuen mit Kleidung bedeckt, das Gegnerdesign verändert sowie christliche Symbole mehr in den Hintergrund gestellt.




Dominic meint:

Dominic

Mit Castlevania III festigt Konami wieder mal ihre Herrschaft im Actiongenre. Technisch und spielerisch ist der Titel selbst in der modernen Zeit ein Must-have-Game. Einige fluchen über den hohen Schwierigkeitsgrad, ich finde ihn äußerst willkommen, weil ich Spiele brauche, die mich zu 100% fordern. Fairerweise gibt es auch ein einfaches Passwortsystem, das ein Weiterkommen ermöglicht. Auch die Ideen mit den Levelabzweigungen und der Charakterwahl bringen neue Tiefe in das altbewährte Prinzip und können selbst beim mehrfachen Durchspielen immer noch begeistern.

Positiv

  • Gute Präsentation
  • 3 spielbare Charakter
  • Abzweigungen bringen mehr Langzeitmotivation

Negativ

  • Immer noch bockschwer
  • Spriteflackern
  • Zensiert als PAL
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9.3 10 Stimmen
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Forum
  • von Flat Eric:

    Stimmt, berechtigte Kritikpunkte... Aber CV machte trotzdem so viel richtig, dass ich da gern hinweg geschaut habe... ...

  • von CD-i:

    Ich fand die Steuerung fummelig, das Gegnerplacement nervig bis unfair und vor allem das pixelgenaue Treppensteigen mühsam ...

  • von Flat Eric:

    CD-i schrieb: Konnte keinem der 8-Bit Castlevanias etwas abgewinnen. Echt nicht? Also Teil 1 war doch super zu der Zeit. Als Junge war es sowieso der Hammer: Monster, Skelette, Peitschen (Indiana Jones), Totenköpfe... ...

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