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World Heroes 2 im Test

Neo Geo
Es ist mal wieder soweit: ADK bläst zum zweiten Angriff, oder sollte ich lieber gleich "Durchfall" sagen??? (und das mit gewollter Doppeldeutigkeit)
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Der kurze Vorspann ist noch ganz ansehnlich...


Mit World Heroes 2 setzt ADK den ohnehin schon sehr mäßigen Vorgänger fort. Zu den 8 Charakteren aus dem ersten Teil gesellen sich jetzt zusätzlich noch 6 weitere hinzu. Neu sind der Wikinger Erik, der Pirat Captain Kidd, der Kickboxer Shura, die Judoka Ryoko, der Eingeborene Mudman und der Quaterback J. Maximum. Das Charakter Design ist dabei so was von schlecht, das gibt es gar nicht. Wo SNK im gleichen Jahr mit Samurai Shodown gezeigt hat wie es gehen sollte, kann ADK nur diese Katastrophe hervorwürgen. So ist Rasputin wohl der Gipfel des schlechten Geschmacks, dieser bärtige Russe mit grünem Bademantel, dämlichen Moves und absolut peinlichen Einlagen (z.B. wo sein Umhang hoch weht und er da steht wie Marilyn Monroe) ist einfach nur schlecht... Bääh...

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Achtet auf den hüpfenden Quasimodo-Priester im Hintergrund...


Dabei hat ADK schon von Capcom und SNK kopiert wo es nur ging, so erinnern Hanzou und Fuuma gravierend an Ryu und Ken (+ Movepalette). Oder Shuma, der Muay-Thai Boxer der auch original die gleichen Moves wie Joe Higashi drauf hat. Genauso wie Dragon, der wohl der schlechteste Burce Lee Verschnitt ever sein dürfte oder der billige Hulk Hogan Clown mit dem kreativen Namen "Muscle Power". Und dann ist da noch Brocken, ein Mix aus Mr. Bison/Vega, einem Wehrmachtoffizier und Inspector Gadget. Grausam...

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Mudman bekommt Ryoko's Fuß zu spüren...


Alles wurde nur geklaut und das auch noch total schlecht!!!
Der einzig annehmbare Charakter ist Captain Kidd, der mit (für ADK Verhältnisse) tollen Moves und einem ganz ordentlichen Charakter Design bestechen kann.

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Der wohl coolste Special im ganzen Spiel...


So, da ich mich jetzt genug über die Charaktere ausgelassen hab, kommen wir zu den Hintergründen. Diese sind zwar sehr abwechslungsreich (geboten werden ein Eingeborendorf, eine Piratenhölle, ein Wikingerschiff, ein Schloss, ein Tempel, die Zwiebeltürmen etc.), können aber durch ihre Detail- und Farbarmut nicht überzeugen. Gerade die Stage von unserem "braunen" Freund Brocken verdient besondere Erwähnung: Hier kämpft man vor einem KZ-Zaun, richtig mit Stacheldraht und Suchscheinwerfern. Nach einer Weile bricht dann ein Panzer durch die Mauer (in einer schicken 2 Phasen Animation) -> Anscheinend wurden die Gefangenen gezwungen World Heroes zu spielen und suchen jetzt das Weite. Eine schlimmere Folter gibt es wahrlich nicht. ,,,-)
PS: Immer wieder interessant was man in Japan unter "deutsch" versteht...

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Erik zeigt die Hörner...


Nach dem Einstellen des Schwierigkeitsgrades und des Charakters hat man die Wahlmöglichkeit zwischen dem "Normal" Mode und dem "Death Match". Im "Normal" Mode geht es wie gehabt ab, die beiden Kontrahenten behacken sich bis eine der beiden Energieleisten alle ist. Im "Death Match" hingegen hat man bloß eine lange Energieleiste für beide Kontrahenten. Wird man getroffen rutscht die Leiste ein Stück in die Richtung des jeweiligen Charakters und man kann nur durch einen Treffer seinerseits ausgleichen. Ist die Leiste ganz voll ist man KO, jetzt hat man allerdings noch die Möglichkeit durch wildes Joyboard Geruckel und Gedrücke wieder aufzustehen. Hat man es innerhalb der angezählten Zeit geschafft erhält man die Hälfte der Anfangsenergie wieder zurück. Das besondere an dem "Death Match" sind noch die Stages, es sind ganz andere als im "Normal" Mode und bieten üble Fallen auf die man aufpassen muss, so ist einmal Öl auf dem Boden durch das man immer hin und her rutscht, ein anderes mal liegen Tretminen herum und man muss aufpassen nicht hinein zu geraten, und in der Fabrik muss man sich vor den messerscharfen Sägeblättern in acht nehmen.

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Hoffentlich säbelt die Kreissäge Rasputin in Stücke...


Eines der wenigen aber herausragenden Gameplay Features ist die Möglichkeit Projektile zurückschleudern. Wenn der Gegner also einen Feuerball abfeuert dann wird er durch einen Block im letzten Augenblick zu ihm zurückgeschleudert (ähnlich dem Just Defenden aus Garou Mark of the Wolves). Er hat dann aber noch die Möglichkeit ihn genauso abzublocken und in die entgegengesetzte Richtung zu schicken. Dazu gesellt sich allerdings ein Schwierigkeitsgrad sich gewaschen hat. Frustmomente sind vorprogrammiert. Zwischen den Kämpfen sorgen dann noch Bonusstages für die nötige Abwechslung. Ziel ist es eine Steinsäule in der vorgegebenen Zeit zu zertrümmern, dazu muss sie an verschiedenen Stellen mit der Faust/Füße bearbeitet werden.

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Fuuma macht einen auf Hubschrauber...


Grafisch hat das 146 MEG große Modul nicht viel zu bieten. Sicherlich bei 16 Charakteren mit unterschiedlichen Stages bleibt nicht viel Speicher übrig. Aber 2 Phasen Animationen gepaart mit farblosen, mickrigen und undetaillierten Sprites, die mit unspektakulären Specials aufwarten, sind der Todesstoß für ein Beat'em up (gerade im Hinblick auf die übermächtige SNK Konkurrenz). Das einzige was mich technisch überzeugen konnte war der tolle Boden, der als Paralaxebene dargestellt, einen tollen Tiefeneffekt vermittelt.

Auch im Soundbereich wird da nichts mehr rumgerissen. Dudelmusik und kratzige, meist unverständliche Sprachausgabe prägen das Bild.

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GO-GO-Gadgeto Düsenjet...
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