King of Fighters R-2 im Test

Neo Geo Pocket

Nachdem King of Fighters R-1 bereits eine Umsetzung vom 97er-Teil für das NeoGeo war, stand mit King of Fighters R-2 die Adaption vom 98er-Teil ins Haus. Mit dabei sind einige größere und kleinere Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger, am Wichtigsten ist die Farbe, denn das Spiel ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht mehr schwarz-weiß.

King_of_Fighters_R-2_11»Dreammatch never ends«: Wie auch im 98er Teil ist auch King of Fighters R-2 ein von der Hauptstory losgelöstes Dreammatch, in dem Oberbösewicht Omega Rugal (der wie immer irgendwas Böses plant) erneut ein King of Fighters Tunier veranstaltet. Zur Teilnahme angemeldet haben sich diverse bekannte Teams. Als zusätzliche Charaktere sind noch Leona, Iori und Omega Rugal dabei.

Außerdem gibt es mehrere Alternativ-Versionen der Charaktere, wie z. B. die Awakened Orochi-Versionen von Chris, Shermie und Yashiro sowie Varianten der Prügelhelden aus früheren King of Fighters- und Real Bout Fatal Fury Teilen. Leider fehlen einige Charaktere aus R-1 wie Kim, Chizuru, die Orochiversionen von Leona und Iori, sowie Orochi selbst und kommen hier nicht mehr zum Zug. Insgesamt also ein solides, aber für Serien-Verhältnisse etwas kleines Lineup.

Wie in King of Fighters R-1 darf man zwischen Extra- und Advanced Mode wählen, die sich beide deutlich im Gameplay unterscheiden. So wird im Advanced Mode die POW-Leiste für »Desperation Moves« (DMs) und »Super Desperation Moves« (SDMs) durch Treffer einstecken oder austeilen aufgeladen. Außerdem können die Kämpfer hier rennen, oder zum Ausweichen rollen und mit einer vollen POW-Leiste temporär in den MAX-Modus wechseln (=> stärkere Attacken). Der Extra Mode ist da eher an die alten King of Fighters Teile vor 97 angelehnt. In denen musste man die POW-Leiste noch unabhängig von Attacken selber aufladen und die Charaktere rannten nicht, sondern hüpften nur schnell vorwärts. Und statt Rollen, gehörte ein Ausweichschritt zum Repertoire der Kämpfer. Neu für den Advanced Mode ist, dass für jeden verlorenen Kämpfer die POW-Leiste um eine gesamte Einheit verlängert wird. So können bei einem verlorenen Teammitglied vier und bei zwei verlorenen gleich ganze fünf Einheiten aufgeladen werden.

King_of_Fighters_R-2_12Wie es sich gehört, darf man sowohl als King of Fighters typisches Dreier-Team, als auch alleine im Single-Modus antreten. Nacheinander kämpft man gegen die gegnerische Teams oder eben Einzelgegner. Ab und zu wird das Geschehen durch einen besonderen Herausforderer unterbrochen, wie z.B. durch eine Bonusversionen der Charaktere, welche man besiegen und dadurch freispielen kann. Im Finale wartet Omega Rugal, glücklicherweise in einer im Vergleich zu den »großen« King of Fighters-Episoden leicht abgeschwächten Form. Am Ende gibt es noch eine kurze, etwas lieblose Abspannsequenz für jedes Team, die fast nur aus Text besteht. Etwas wenig im Kontrast zum gelungenen Storymodus von King of Fighters R-1.

Das Ganze wird aber schön kompensiert durch den so genannten »Making«-Modus: Hier wählt man seinen Lieblingshelden aus und erlebt mit ihm eine Art Ministory, wo sieben Stages Kämpfe unter besonderen Umständen bestritten werden müssen, was Zeitdruck, regelmäßiger Lebensverlust, Unfähigkeit zu blocken etc. zur Folge haben kann. Belohnt wird man für jede geschaffte Aufgabe mit Attributen und Erweiterungen für den Making-Charakter, welche sich in die 2 vorhandenen Slots einfügen lassen. So gibt es z.B. welche für die eigene Stärke oder Geschwindigkeit, oft verbunden mit einem Nachteil wie z.B. weniger Hitpoints und Zusatzfähigkeiten, etwa nach einem K.O. nochmals wieder belebt zu werden. Einige der eingesetzten Skills wachsen nach mehreren Kämpfen zu stärkeren Versionen heran, oder gehen kaputt. So wollen insgesamt 210 Skills freigespielt werden, ein langer und teilweise frustiger Weg, da die Skills zufällig vergeben werden und seltene Skills eher auf hohem Schwierigkeitsgrad zu erhalten sind.

Mit einem zweiten Spieler mit eigenem NeoGeo Pocket Color inkl. King of Fighters R-2 darf man Skills tauschen, sowie die hochgezüchteten Charaktere gegeneinander antreten lassen. Wer die Geduld hat, wird eine lange Zeit beschäftigt sein, außerdem benötigt man King of Fighters: Dreammatch 99 für den Dreamcast, um mit Hilfe des NGP <--> DC Communication Connector Cable weitere exklusive Skills freizuschalten.

King_of_Fighters_R-2_3King of Fighters R-2 weiß vom Gameplay her zu überzeugen. Ähnlich wie bei den anderen SNK-Beat‘em Ups für den NeoGeo Pocket Color gibt es einen Knopf zum Schlagen und einen zum Treten in jeweils 2 Stärken: Kurz drücken führt zu einer schwachen, lang zu einer starken Attacke. Zum Glück reagiert die Steuerung direkt und das Ausführen der Moves geht gut von der Hand. Die Charaktere haben fast alle Moves aus dem 98er Teil behalten. Sowohl Geschwindigkeitsgefühl als auch Combomöglichkeiten erinnern an die Arcadeversion des Spiels. Bis auf wenige Ausnahmen wirkt das Kämpferfeld gut ausbalanciert und dank dem vorhandenen Sparringmodus hat man die Chance, abseits der Turniere zu trainieren. Ansonsten lassen sich für das Game Schwierigkeitsgrad, Zeitlimit und Startlevel einstellen. Schade ist nur, dass es etwas wenig Charaktere gibt.

Die Optik ist im Vergleich mit dem Vorgänger schon allein durch die Farben besser. Zwar läuft King of Fighters R-2 auch noch auf dem schwarz-weiß NeoGeo Pocket, doch mit Farbe entfaltet sich gleich ein ganz anderer Flair. Die SD-Versionen der Figuren sind nett animiert und haben durchaus Persönlichkeit. Die Farbe tut besonders den Hintergründen gut, egal ob hinter einer spanischen Palastkulisse, auf einem Güterbahnhof oder auf einer befahrenen Straße - die Hintergründe sind abwechslungsreich, wirken aber mangels Animationen etwas leer.

Soundtechnisch ist der Eindruck von King of Fighters R-2 etwas gespalten - fast alle Charaktere bekamen ihre bekannten Themesongs, die auch stellenweise echte Ohrwürmer bieten. Aber da fast jede Figur einen eigenen Song hat, wird in fast jedem Kampf die Hintergrundmusik gewechselt. Bei der Kürze der Kämpfe hat man also oft nur die ersten Takte gehört, bevor es weitergeht. Dies ist aber eine Kleinigkeit und stört nach ein paar Spielen nicht mehr.




Cornelius meint:

Cornelius

King of Fighters R-2 gehört definitiv in jede NeoGeo Pocket-Sammlung. Auch wenn es neben einigen aktuellen Beat‘em Ups technisch etwas altbacken wirkt, überzeugt das Gameplay und macht eine ganze Weile lang Spaß.

Positiv

  • Farbenfrohe Optik
  • Top Gameplay / Gutes Balancing
  • Connectivity mit KoF Dreammatch 99

Negativ

  • Einige Charaktere aus R-1 fehlen
  • Kurzer & liebloser Abspann
Userwertung
6.7 15 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Übrigens hat Cornelius das Spiel für neXGam getestet. King of Fighters R-2 Nachdem King of Fighters R-1 bereits eine Umsetzung vom 97er-Teil für das NeoGeo war, stand mit King of Fighters R-2 die Adaption vom 98er-Teil ins Haus. Mit dabei sind einige größere und kleinere...

  • von schranzkind:

    classicgaming.com/sngp/games/kofr2/kofr2_menu.htm...

  • von reuart:

    wollte mal fragen was man alles frei spielen kann bzw. machen muss=) thx=)...

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