Shining Force 2 im Test

Mega Drive

Ein Jahr nach dem Mega Drive Blockbuster Shining Force schickte SEGA einen vollwertigen Nachfolger ins Rennen. Ob das genug Zeit war, noch eine Spielspaßgranate zu erschaffen?

shiningforce2_16Gleich nachdem ihr eure Konsole angeworfen habt, dürft ihr das neue Intro begutachten. Eine Art Rattenmensch namens Slade treibt mit zwei Handlangern in einem alten Schrein sein Unwesen. Rasch wird klar, dass er nicht zum Kaffeekochen, sondern zum Klauen zweier wertvoller Klunkern hier ist. Damit setzt er die Handlung des Spiels in Gang. Denn dadurch wurden (mal wieder) Dämonen freigesetzt, die jetzt durchs Land ziehen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Es erklärt sich von selbst, wer die Suppe auslöffeln darf. In Shining Force 2 verkörpert ihr einen neuen Helden, der nicht mit dem Protagonisten des Erstlings verwandt ist, da einige Jahre zwischen dem ersten und zweiten Teil liegen.

 

Auch der Schauplatz ist ein anderer als im Debüt. Statt im Land 'Rune', macht ihr das östlich gelegene 'Parameica' unsicher. (übrigens der Ort, an dem auch die Ereignisse von Shining Force 3 stattfinden). Ihr könnt der Story komplett folgen, ohne je ein Shining Force gespielt zu haben, verpasst dann aber einige Anspielungen. Die Handlung ist keine Meisterleistung, aber einen Tick besser als im Erstling. Allerdings kommt die Story erst nach einer Weile in Fahrt. Bis dahin wird die Story im Hintergrund weitergesponnen und die Ereignisse bringen die Hauptcharaktere in Form kleinerer Nebengeschichten näher.

shiningforce2_17Nach dem Intro geht’s los. Die Verwaltung der Spielstände funktioniert wie im ersten Teil, der einzige Unterschied ist, dass ihr bei einem neuen Spiel jetzt die Schwierigkeit anpassen dürft. Vier Abstufungen regeln,  wie schnell Attribute steigen und wie aggressiv sich die Schurken in Kämpfen verhalten. Wem der Vorgänger zu lasch war, wählt gleich die vierte Stufe. Neueinsteiger kommen dagegen auf der untersten Stufe ohne größere Probleme durch.

Ansonsten fällt es auf den ersten Blick schwer, Neuerungen zu finden. Die offenbaren sich erst im weiteren Spielverlauf. Eine gravierende Änderung ist, dass das Spiel nicht mehr in einzelne Kapitel unterteilt ist. Das heißt, es wartet dieses Mal eine frei begehbare Welt auf Erkundung. Das Spiel ist zwar noch linear, aber ihr könnt oft die Reihenfolge der anstehenden Aufgaben selbst bestimmen. Dadurch werdet ihr öfter nach dem Weg suchen, aber mit den Ratschlägen der Stadtbewohner ist diese Hürde zu nehmen. Da die Welt groß ist, werden euch schon früh Fortbewegungsmittel zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es abseits des eigentlichen Pfades Unmengen zu entdecken. Wer sich gründlich umsieht, findet nicht nur verborgene Schätze und neue Teammitglieder, sondern ganze geheime Dörfer.

shiningforce2_7Zurück zum Spiel: Nach den ersten Schritten lernt ihr schon die Gefährten kennen, mit denen ihr die ersten Kämpfe beschreitet. Was sofort auffällt, sind die kindlichen Charakterportraits. Nicht nur die, sondern das gesamte Abenteuer strahlt eine fröhlichere Atmosphäre als der Vorgänger aus. Ob gut oder schlecht muss jeder für sich selbst entscheiden. Es dauert nicht lange und ihr landet im ersten Kampf. Hier hat sich nichts geändert. Die Schnelligkeit bestimmt, wie viele Felder ihr auf dem Planquadratschlachtfeld vorrücken dürft. Via Symbolbedienung könnt ihr zwischen Aktionen (Angreifen, Verteidigen, Zaubern und Items) wählen. Auch der animierte Kampfbildschirm sollte Kennern bekannt vorkommen. Zwar ist der Ablauf der Kämpfe wie im Vorgänger, aber auf neue Klassen und Zaubersprüche wird nicht verzichtet.

Neu dabei sind interessante Charaktere wie ein Phönix oder eine Kampfschildkröte. Befördern dürft ihr eure Leute dieses Mal auch, allerdings erst mit Stufe 20. Übrigens findet ihr im Laufe des Spiels einige Spezial-Items (meist gut versteckt!), mit denen ihr Charaktere zu einzigartigen Klassen befördern könnt. So kann ein Magier beispielsweise zu einem Beschwörer statt einem Hexenmeister werden. Dass dabei andere Werte und somit andere Stärken und Schwächen rauskommen, versteht sich von selbst. Ein Feature, dass den Wiederspielwert deutlich erhöht.
 

shiningforce2_11Auch über den Ideenreichtum der Entwickler bei der Kampfgestaltung kann man sich nicht beschweren. Unzählige abwechslungsreiche Kämpfe warten, z. B. ein Kraken auf hoher See oder geschrumpft auf einem Schachbrett. Während ihr auf der Weltkarte unterwegs seid, erwarten euch zum ersten Mal in der Shining Force Geschichte Zufallskämpfe. So wie man sie aus diversen Genrevertretern (z.B. Phantasy Star) kennt. Keine Angst, die halten sich im Rahmen, so dass es jzu keinem Zeitpunkt stört.


Grafisch hat sich in den Erkundungsabschnitten nichts getan. Es wirkt leider immer noch eher zweckmäßig. Besser wird’s erst bei den Kampfbildschirmen. Hier fallen die dezent detaillierter modellierten Figuren und Hintergründe, die überarbeiteten Lichteffekte und die geschmeidigen Animationen sofort auf. Mehr hat sich beim Sound getan. Während die Geräusche überwiegend dieselben wie in Shining Force sind,  erfreuen neue Musikstücke das Ohr. Diese tragen alle zur fröhlichen und gelungenenAtmosphäre bei und sind eingängiger als die alten Stücke.




Dominik meint:

Dominik

Shining Force 2 bietet dasselbe Spielgefühl wie der Vorgänger. Das finde ich super. Weniger super finde ich wiederum, dass die Story erst nach einigen Spielstunden richtig zündet. Das machen dafür die wenigen, aber tollen Neuerungen locker wieder wett. Die frei begehbare Welt ist genial. Und da ich jederzeit zu verpassten Gegenständen zurück darf, um sie abzuholen, sehe ich auch über die manchmal auftretende Wegsucherei hinweg. Alles in allem ist Shining Force 2 ein mehr als würdiger Nachfolger, der mir persönlich sogar einen Tick besser als der Vorgänger gefällt.

Positiv

  • Offene Spielwelt
  • Tolle Kampfschauplätze
  • Gute Story...

Negativ

  • Gelegentliche Wegsucherei
  • Oberweltgrafik karg
  • ...die aber nicht sofort zündet
Userwertung
9.4 23 Stimmen
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Forum
  • von 108 Sterne:

    Nochmal deutlich besser als Teil 1. Ich wünschte nur, man hätte mehr Arbeit in die Grafik gesteckt. Die kleinen animierten Kampfszenen sind hübsch, aber die eigentlichen Spielareale und Sprites sehen fast nach Master System aus.

  • von Retro-Nerd:

    Soweit würde ich nicht gehen. Aber ein großer Strategie RPG Klassiker ist es schon. Auch gut gealtert.

  • von Cormac:

    Bestes Spiel aller Zeiten ...

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