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Crusader Kings im Test

Macintosh
Wenn jemand im Strategiebereich sein Handwerk versteht, dann sind es zweifellos die Schweden von Paradox. Mit Titeln wie Europa Universalis II oder Hearts of Iron II haben sie ihr Geschick bereits hinreichend bewiesen, weit weniger bekannt ist hingegen ihr Ausflug ins Mittelalter namens Crusader Kings. Dank der Fleißarbeit von Virtual Programming steht das Programm seit 2005 auch in einer mittlerweile ca. 20 Euro teuren Macintosh Version zum Kauf bereit!
Wer dabei eine Art Hearts of Iron mit mittelalterlichem Setting erwartet, dürfte eher enttäucht sein. Wo beim Zweiten Weltkrieg noch eindeutig die militärischen Expeditionen im Fokus stehen, konzentriert sich Crusader Kings auf den Aufbau und Erhalt einer Herrscherdynastie.


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Crusader Kings Screenshots (Macintosh) - click to enlarge


Dabei steht zu Beginn wieder die große Wahlfreiheit an, welche der unzähligen Landstriche der zerklüfteten mittelalterlichen Karte ihr für euch beansprucht. Neben klassischen, späteren Großmächten wie beispielsweise England oder Portugal steht auch eine Kategorie potenzieller Aufsteiger sowie völliger Außenseiter zur Verfügung. Dabei sollten gerade Anfänger eher zu reichen, aber kleineren Reichen wie Bayern oder Dänemark greifen, um sich langsam mit der Spielmechanik vertraut zu machen.

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Denn egal ob ihr alle anderen Paradox Titel auf den höchsten Schwierigkeitsgraden zum Frühstück schluckt, Crusader Kings ist hochgradig anders und verlangt von euch ein völlig neues System zu erlernen, was für den Anfang natürlich einiges an Zeit und guten Willen erfordert. Nicht Expansion oder die Wirtschaft steht hier an vorderster Stelle, sondern das kluge Management der eigenen Familie und den dadurch möglichen Machterhalt über Jahrhunderte!

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Wer es bis jetzt noch für eine gute Idee hielt, der hat Crusader Kings noch nie gespielt - das Mikromanagement nimmt nämlich fast schon manische Züge an. Wer in der realen Welt keine eigene Familie zu managen hat, der findet hier eine und darf sich um die gesamte Umgebung des jeweiligen Herrschers kümmern - von arrangierten Ehen bis hin zur Ausbildung der Nachkommen. Pikanterweise entkommt man dem Mikromanagement nicht - denn wer nicht klug vorsorgt, hat irgendwann keinen Thronerben und sieht nach dem Ableben seines letzten Herrschers nur noch den Game Over Screen.

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Dazu kommt die Notwendigkeit des erlernen des mittelalterlichen Systems des Vasallentums, da ihr anders als z. B. bei Europa Universalis II nie eine wirkliche Zentralgewalt über eure Nation ausüben werden - zumindest sofern sie einmal mehr als nur 1-2 Provinzen umfassen sollte. Demnach gilt es natürlich immer ein wachsames Auge auf den eigenen Vasallen zu werfen, der euch in Kriegszeiten beisteht, aber natürlich auch seine eigenen Pläne hat. Das mag realistisch angesichts der damaligen Zustände sein, für den Gelegenheitsspieler allerdings auch verdammt nervig.



Ebenfalls Beachtung verdienen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen eures mittelalterlichen Reiches - vom Adel über den Klerus bis hin zum gemeinen Bauern will jeder Stand von euch verstanden werden, wobei sich viel über die Errichtung entsprechender Gebäude in den Provinzen erreichen lässt. Notfalls lassen sich die Machtverhältnisse aber auch einfach per Anordnung des Herrschers ändern, schließlich befinden wir uns ins despotischen Mittelalter!

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Wer sich schon mit der Aufgabe überfordert sieht die eigene Dynastie zu managen, der sei vorgewarnt: Zusätzlich kommen nämlich noch Dinge wie das Erheben von Steuern, die Forschung, Diplomatie, regelmäßige Zufallsereignisse und natürlich Feldzüge hinzu, wobei letztere natürlich mit großer Vorliebe - aber nicht nur - gegen die "moslemischen Ungläubigen" im Morgenland geführt werden. Kurzum - hier gibt es allerhand für Freunde strategischer Schwergewichte zu tun. Da geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid ist, dürfen Macintosh-Besitzer übrigens auch online im Multiplayer mit anderen Despoten um den Erhalt ihrer Dynastie wetteifern.

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Eher dürftig sieht es hingegen auf der technischen Seite von Crusader Kings aus. Wie bei Paradox nicht anders gewöhnt, bietet die Weltkarte auch hier wieder nur eingefärbte 2D Länderreihen samt einiger mit eher dürftigen Animationen versehenen Einheiten. Sieht man mal von den recht hübschen Charakterporträts eurer blaublütigen Verwandtschaft ab, so gibt es hier in der Tat nichts über Shareware-Niveau zu sehen. Weitaus besser macht es da schon die Musik, die mit dynamischen mittelalterlichen Klängen Action und Aufregung andeutet, die beim gemächlichen Gameplay eigentlich zu keiner Zeit vorhanden ist....

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Bei den Anforderungen an euren Macintosh zeigt sich Crusader Kings hingegen äußerst genügsam. Laut Virtual Programming soll hier sogar schon ein G3 Mac mit 500 Mhz samt OS X 10.3.9 und 512 MB RAM ausreichend. Ehrlich gesagt will ich das Spiel darauf aber nicht laufen sehen - unter einem G4 Modell sollte man wohl besser die Finger davon lassen. Übrigens ist Crusader Kings ebenso wie die offizielle Erweiterung Deus Vult als Universal Binary erhältlich und läuft somit sowohl auf älteren PPC-Modellen, als auch auf den neuesten Intel Rechnern.

Sebastian meint:

Sebastian  Eigentlich kommt Crusader Kings nur für zwei Gruppen in Fragen: Studenten mittelalterlicher Historie und Spieler mit einem wirklich freakigen Spielgeschmack. Wer sich zu keiner der beiden Gruppen zählt, der macht nicht viel falsch Crusader Kings fortan durch Nichtbeachtung zu strafen. Nicht das die anderen Paradox Spiele nicht auch schon Nischenprodukte wären, aber Crusader Kings setzt nochmal eins drauf. So, und dieser Autor geht nun wieder seine Cousinen mit dem Schwager seines loyalsten Vasallen verheiraten...

Positiv

  • Unglaublich komplex
  • Alle Länder anwählbar

Negativ

  • Unglaublich komplex
  • Grafisch mau
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