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Blitzkrieg im Test

Macintosh
In der Macintosh-Spieleszene geht es manchmal alles etwas weniger hektisch, weniger aufgeregt und behäbiger zur Sache. Das Strategiespiel Blitzkrieg bricht in dieser Hinsicht aber tatsächlich alle Rekorde, denn nach geschlagenen fünf (!) Jahren kommt das von den russischen Nival Studios entwickelte Strategical zum 2. Weltkrieg endlich auch in der Apfel-Version in den Handel...
Wer immer noch danach giert rund 65 Jahre nach seinem Ende in den 2. Weltkrieg zu ziehen, hat ja gemeinhin genügend Betätigungsfelder zur Auswahl. Statt sich in Ego-Shooter Manier á la Call of Duty durch Schutzengräben zu kämpfen, übernehmt ihr hier aber jeweils die Steuerung über eine ganze Kompanie und führt eure Truppe zum Sieg. Dies trifft wahlweise auf die alliierten, sowjetischen oder sogar deutschen (uh wie böse!) Uniformträger zu, die jeweils ca. 15-20 Missionen in ihrer Kampagne aufzubieten haben. Wer möchte darf dann auch im lokalen LAN Netzwerk oder per Internet zum Duell gegen Freunde, Familie und Bekannte schreiten. Schade ist allerdings die Abstinenz eines Editors, um sich wie in Age in Empires eigene kleine Gefechte bauen zu können.


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Blitzkrieg Screenshots (Macintosh) - click to enlarge


Vor jedem Scharmützel gibts eine kurze nüchterne Einleitung zum kommenden Einsatz, wobei jeglicher Pathos tunlichst vermieden wird. Nicht überraschend, schließlich führen Wehrmachtsuniformen und Marschmusik in einem Computerspiel ja bekanntlich zum unmittelbaren Ausbruch des NS in Deutschland. (...)

Hat man sich schließlich geistig auf die strategische Reifeprüfung vorbereitet, landet ihr auf der Gefechtskarte. Statt erstmal eine Basis hochzuziehen und Einheiten im Akkord zu produzieren, startet ihr bei Blitzkrieg aber jeweils mit einem vorgegebenen Kontingent. Dementsprechend heisst es möglichst sparsam mit Infanterie, LKW, Panzern und Spähwagen umzugehen - im Notfall könnt ihr aber auch Luftunterstützung anfordern und euch so aus gefährlichen Situationen heraushauen lassen oder Feindstellungen aus sicherer Entfernung ausschalten.


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Alternativ lässt sich aber natürlich auch die Panzerkolonne mit zwei Klicks auf den Weg schicken und von Infanterie und leichtgepanzerten Fahrzeugen flankieren. An der Truppenvielfalt gibts ausnahmsweise nichts auszusetzen, denn satte 200 Einheiten warten hier auf ihren Einsatz an der Front. Ob die legendäre 8,8 mm Flak der deutschen Wehrmacht oder aber der wuchtige sowjetische T-34 Panzer - der Wiederkennungswert ist hoch und wer sich für weitere Details, darf sogar noch im mitgelieferten Einheitenhandbuch stöbern und sein Wissen über die Waffengattungen aufpeppen.


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Blitzkrieg Screenshots (Macintosh) - click to enlarge


Besonderes Merkmal der Blitzkrieg-Reihe war immer auch die Notwendigkeit der klugen Terrainnutzung. Wer seine Einheiten ungeschützt an Straßenkreuzungen patrouillieren lässt, überlebt hier die eine oder andere unangenehme Überraschung - versteckte Panzerabwehr nimmt die eigenen Kettenfahrzeuge aufs Korn und getarnte MG-Nester schalten die eigenen Soldaten binnen weniger Momente aus. Statt ins offene Messer zu laufen, gilt es sich daher in Häuserruinen zu verschanzen, ausgehobene Gräben und Sandsäcke zur Deckung zu nutzen oder im Wäldchen einen Hinterhalt zu legen. Das Balancing ist allerdings auch in der Mac-Version noch eher zweifelhafter Natur und spiegelt nicht unbedingt die historischen Vorbilder wieder, was zwar anfänglich ungewohnt ist, womit man aber recht schnell umzugehen lernt.


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Blitzkrieg Screenshots (Macintosh) - click to enlarge





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Weitaus problematischer ist hingegen die technische Natur von Blitzkrieg, denn in den fünf Jahren zwischen Release der PC-Fassung und der diesjährigen Mac-Version hat sich ja nicht unbedeutend wenig in der Spieleindustrie getan - mit augenscheinlichen Folgen für Blitzkrieg. In praktisch allen Bereichen wirkt das Strategiespiel nach heutigen Maßstäben reichlich angestaubt und selbst die einstmals als unglaublich detailliert gefeierten Truppen selbst wirken heutzutage nur mehr mittelmäßig. Dazu kommt es bei GeForce Grafikkarten zu nervigen Grafikfehlern (Schlieren) - eine unverzeihliche Tatsache. Eigentlich gibt es ja gerade zur Verhinderung derartiger Probleme Beta-Phasen in einer Produktentwicklung, in denen man die Software auf möglichst vielen und unterschiedlichen Rechnern testet.


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Spätestens an dieser Stelle wäre den Machern dann auch aufgefallen, dass sich auf MacBook und MacBook Pro die Spielgeschwindigkeit (+ & - auf dem Numpad-Block) nicht einstellen lässt - mit der fatalen Folge, dass Notebook Besitzer im Galopp durch die Schlachten müssen, was der Unspielbarkeit gleichkommt. Warum dies niemanden aufgefallen ist oder man zumindest eine alternative Tastaturbelegung im Optionsmenü zulässt, bleibt wohl ein Rätsel der Macher. Und wer sich über die fehlerhafte Lokalisierung der mit englischen Halbsätzen gespickten deutschen Sätze ärgert, der mag sich vielleicht mit dem Gedanken trösten, dass es PC-Benutzern vor fünf Jahren auch schon nicht anders erging. Was natürlich wiederrum niemanden bei der Portierung aufgefallen ist...

Sebastian meint:

Sebastian Prädikat schlampig! Wenn man schon einen alten Klassiker portiert, dann sollten wenigstens die gröbsten Fehler eigentlich ausgebessert werden. Wie man graumellierte Spieletitel richtig für den Macintosh auflegt, hat uns schließlich erst unlängst Feral mit ihrem Sid Meier's Pirates bewiesen. Gemessen an der lieblosen Umsetzung und der mittlerweile etwas dürftigen spielerischen Tiefe sind die veranschlagten 40 Euro Verkaufspreis geradezu ein Hohn. Wenn etwas für Blitzkrieg spricht, dann dass hier auch ältere G4 Rechner ab 800 Mhz, 256 MB RAM und 64 MB Grafikkarte noch zum Zuge kommen. Aber ob das allein den Kauf rechtfertigt? Dieser Autor verneint die Frage...

Positiv

  • Alle drei Seiten spielbar
  • Multiplayer Online & LAN
  • Gute Einbindung des Geländes

Negativ

  • Schlechtes Balancing
  • hoher Verkaufspreis
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