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Ankh Kampf der Götter im Test

Macintosh
Kann Ankh - Kampf der Götter an die Klasse solcher Adventure-Legenden wie Monkey Island oder Day of the Tentacle anknüpfen? Wir werden sehen.
 Gerade die Ankh Reihe gilt ja bekanntlichermaßen als eine der wenigen Serien, die Humor und Rätselspaß auf einem Niveau verbinden, das fast an die alten, großen Adventures aus dem Hause Lucas Arts heranreicht. Ich war folglich mehr als gespannt, wie sich der neueste Teil der Saga auf dem Mac schlägt.

Nach der problemlosen Installation folgte jedoch direkt auch schon  der erste Aufreger. Um das Spiel zu starten, muss man sich mit Vor und Nachnamen sowie Emailadresse nebst CD-Key online registrieren. Ohne diese Registrierung bekommt man von dem eigentlichen Spiel nicht einen Pixel zu Gesicht. Also meine lieben Spieleentwickler. Das ist meiner Meinung nach eine ziemliche Unverschämtheit! Ich würde ja verstehen, dass eine CD- Key Abfrage aus Kopierschutzgründen erfolgt. Aber das man als Spieler dazu gezwungen wird, sich mit seinen persönlichen Daten zu Registrieren, ist mehr als fragwürdig.
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Übrigens ist zu diesem netten Detail auf der Spielhülle im Bereich „Systemanforderungen“ lapidar vermerkt: „Internetzugang für die Produktregistrierung“   erforderlich. Wenn man diese Information ohne Vorurteile betrachtet, ist der Erklärungsinhalt folgender: „Liebe Kunden, für eine Produktregistrierung benötigt man einen Internetzugang“  Das eine Registrierung aber augenscheinlich etwas ganz anderes ist, als: “ Liebe Kunden, ein Spielstart ohne Preisgabe persönlicher Daten ist nicht möglich“ liegt auf der Hand. Also, wenn ihr schon solche Sachen von euren Kunden verlangt, macht es gefälligst auch dementsprechend kenntlich. So sieht die ungeschminkte Wahrheit nämlich aus. Und ganz ehrlich, ich bin ziemlich sauer, dass gerade in heutiger Zeit, in der man an allen Ecken und Enden diversen Datensammlern ausgesetzt ist, auch die Spieleentwickler auf den Zug aufspringen.

So, das musste einmal gesagt werden. Vielleicht noch als kleine Anmerkung, man muss den Machern fairerweise zu Gute halten, dass nach besagter Registrierung keine DVD mehr benötigt wird um das Spiel zu spielen. Ob dieser Luxus aber eine Zwangsregistrierung aufwiegt, wage ich für mich zu bezweifeln. Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Jetzt aber genug der bösen Worte und endlich wieder zurück zu dem eigentlichen Spiel.
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Nach der Preisgabe meiner persönlichen Informationen bin ich schließlich in dem Hauptmenü gelandet. Hier kann ein neues Spiel gestartet oder ein Altes fortgesetzt werden, es besteht die Möglichkeit Grafik und Soundeinstellungen zu ändern sowie die  Option sich Tipps zum Spielen von Ankh anzeigen zu lassen.

Ich habe mich dann, dem Diktat der Logik folgend, zu einem neuen Spiel entschlossen und wurde Zeuge der Eröffnungssequenz, die übrigens komplett in Spielegrafik abläuft.

Das Sternzeichen des Kamels ist am Himmel erschienen und kündigt schlimme Geschehnisse , nämlich nichts geringeres als den Kampf der Götter, an. Nur Assil, der unfreiwillige Hüter des Ankhs nebst Thara können das schreckliche Unheil eventuell noch verhindern. Nachdem ein paar Metereoiten in die Umgebung eingeschlagen sind, einer dabei praktischerweise genau in Tharas und Assils Haus, wird der arme Assil von Thara dazu verdonnert, nachzusehen, ob alles in Ordnung ist. Das Ende der Geschichte sind eine zerstörte Wendeltreppe, eine Thara auf dem Dach, die da runter will und ein Assil, der das ganze gefälligst hinzubiegen hat.
  Ideale Voraussetzungen also für ein zünftiges Adventure. 

Eine wichtige Neuerung im Vergleich zu den Vorgängern wird übrigens bereits während des Vorspannes deutlich. Das Ankh ist nämlich seit neuestem der Sprache mächtig und gibt permanent auf herrlich durchgeknallte und überhebliche Art seine Statements zum besten. Hier begegnen wir dann auch dem wahrscheinlich größten Pluspunkt von Ankh, dem stellenweise wirklich urkomischen Humor. Die Charaktere sind dermaßen liebevoll designed und die Kommentare so voller Sprachwitz, dass man wirklich stellenweise vor Lachen ganz außer Atem kommt.  Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten und sage einfach mal nur Thor. Es ist wirklich zum schreien komisch.
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Nachdem man den Vorspann hinter sich gebracht hat, kann endlich die Umgebung erkundet werden. Die Steuerung erfolgt dabei komplett per Maus. Mittels der linken Maustaste können Assil oder Thara bewegt, mittels der Rechten Maustaste eine Aktion auslöst werden, die der kontextsensitive Mauszeiger vorschlägt. Für Besitzer einer Ein-Tasten-Mac-Maus, kann die zweite Maustaste übrigens mittels „cmd“ bzw. „Apfeltaste“ + Mausklick simuliert werden.  Als zusätzliches Schmankerl können mittels der X-Taste, alle im Bild befindlichen Symbole, mit denen eine Interaktion möglich ist, mit einem Ausrufezeichen versehen werden. Sehr praktisch, erspart dieses Feature doch nerviges Bildschirmabgrasen. Generell betrachtet, geht die Steuerung gut von der Hand und ist auch ziemlich intuitiv.

Häufig wird es übrigens von Nöten sein, zwischen Assil und Thara hin und her zu wechseln um gewisse Aufgaben zu meistern. Dieses wird durch entsprechende Symbole am Bildschirmrand ebenfalls angenehm übersichtlich ermöglicht.

Die eigentlichen Rätsel, die einem während des Spielens begegnen sind übrigens fast alle durchgehend fair und nicht allzu schwer und passen sich somit bestens dem gefälligen, lockeren Spielgefühl an. Manchmal, scheinen sich jedoch einige unlogische Rätselelemente eingeschlichen zu haben, man ist jedoch so gut wie immer in der Lage, die Rätsel durch etwas Ausprobieren zu knacken. Richtige Adventure-Profis könnten sich demzufolge manchmal etwas unterfordert fühlen. Der Hauptspaß bei Ankh ist jedoch, wie ich bereits oben festgestellt habe, ohnehin der Humor.
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Grafisch gesehen, ist Ankh im Vergleich mit anderen aktuellen Titeln leider ziemlich angestaubt. Alles sieht verwaschen und unscharf aus und die Figuren erinnern in manchen Einstellungen bestürzend an längst vergessen geglaubte N64 Zeiten. Allerdings muss man auch wieder einräumen, dass die Grafik durchaus ihren Charme besitzt und irgendwie zu dem Stil des Spieles passt. An den Stylefaktor eines Monkey Island 3 kommt sie jedoch nie heran.

Abgesehen von der rein grafischen Betrachtung sind die Locations jedoch mit viel Liebe zum Detail designed und machen wirklich augenscheinlich, dass einiges an Herzblut der Entwickler in Ankh 3 steckt. Dies ist auch im Soundbereich deutlich zu erkennen. Gute Synchronsprecher in Verbindung mit super Text ergeben einfach ein irre komisches Stück Software. Nur selten überkommt einen das Gefühl, dass hier unbeteiligte von einem Blatt Papier ablesen. Wirklich sehr lobenswert.

Ein möglicher Kritikpunkt ist übrigens noch im Bereich der Spieldauer zu verorten. Nach 11-13 Stunden ist das ägyptisch-göttliche Abenteuer nämlich schon wieder vorbei. Schade eigentlich, denn das ganze schmeckt durchaus nach mehr. Aber auf der anderen Seite, lieber kurz und knackig als ewig in die Länge gezogen.
 

Andreas meint:

Andreas Ankh - Kampf der Götter ist ein wunderbares Adventure und steht ganz in der Tradition seiner Vorgänger. Das Spiel sprüht geradezu vor Humor und macht wirklich unheimlich Spaß. Einzige Kritikpunkte sind die erzwungene Registrierung und die etwas angestaubte Grafik. Für alle, die damit Leben können gilt aber schon fast ein absoluter Kaufzwang. Seit Monkey Island war kaum ein Adventure witziger!

Positiv

  • Unfassbar lustig
  • Angenehme Rästel
  • Super Synchronsprecher

Negativ

  • Zwangsregistrierung
  • Angestaubte Grafik
Userwertung
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Forum
  • von Luftikus:

    Schönes Review, schönes Spiel. Die Ankh Reihe ist echt super.

  • von Zaphod B.:

    Hi Leute So, ich habe gerade Ankh III - Kampf der Götter Review fertig bekommen. Ich muss schon sagen, ein ziemlich gutes Spiel. Ist jemand von euch auch schon durch, bzw wie hat es euch gefallen? Hier geht es übrigens direkt zum Review:)...

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