
Die fünfzig Level des Spiels verteilen sich auf fünf verschiedene Biome: einen dichten Dschungel, eine vereiste Bergspitze, verlassene Minen, brodelnde Lavafelder und schließlich den Weltraum selbst. Jedes dieser Environments bringt eigene Hindernisse, Feinde und Mechaniken mit. Im Dschungel-Biom lauern Stacheln zwischen den Ästen, in den Minen rollen Dynamitkisten und Loren durch enge Schächte. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass das Spiel trotz seines simplen Grundprinzips über die gesamte Spielzeit frisch bleibt – zumindest weitgehend. Jedes Biom endet mit einem Bosskampf, der die bisherigen Fähigkeiten auf die Probe stellt. Diese Bosskämpfe sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits lockern sie den Rhythmus der regulären Level angenehm auf und besitzen eigene HP-Balken, die auch beim Scheitern teilweise erhalten bleiben. Andererseits schleppen sie sich manchmal etwas lang hin und wirken im Vergleich zum flüssigen Tempo der normalen Stages gelegentlich überdehnt.

Der Humor des Spiels ist dabei eines seiner größten Stärken. Die Geschichte, die Slippy und Mr. McFly als überarbeitete Paketboten eines galaktischen Megakonzerns etabliert, die um den Titel „Mitarbeiter des Monats" wetteifern, trifft einen Nerv. Wer jemals für einen Arbeitgeber gearbeitet hat, der Effizienz über alles stellt, wird in den beiläufigen Kommentaren und der absurden Bürokratic des Spieluniversums eine vertraute Satire entdecken. Das Spiel nimmt sich selbst nie zu ernst, und das ist – wie im Fall von Cilla – erneut eine Tugend. Nur dass Kickback Slug diese Leichtigkeit mit tatsächlichem Spielspaß untermauert. Wo das Spiel an Grenzen stößt, ist die Tiefe des Gameplays über die gesamte Laufzeit hinweg. Das Grundprinzip ist bereits nach den ersten Leveln vollständig etabliert, und obwohl neue Biome neue Hindernisse einführen, bleibt die grundlegende Spielschleife konstant. Wer eine lange, sich stetig entfaltende Spielerfahrung sucht, wird möglicherweise feststellen, dass das Konzept seinen Zenit früher erreicht als die fünfzig Level lang sind. Erfahrene Spieler können das gesamte Spiel in wenigen Stunden abschließen, und die Frage, ob der Wiederspielwert der optionalen Herausforderungen ausreicht, hängt stark vom persönlichen Anspruch ab.
Kickback Slug Cosmic Courier - keine lahme Schnecke im Test


Es gibt Spielkonzepte, bei denen man schon beim ersten Hören weiß, ob man dafür gemacht ist oder nicht. Kickback Slug: Cosmic Courier ist so ein Spiel. Ein Weltraum-Schnecke namens Slippy, die als Paketzusteller arbeitet, nach einem Schiffsunglück auf einem fremden Planeten strandet und sich fortan mit Hilfe des Rückstoßes ihrer eigenen Waffen fortbewegt, um verlorene Pakete einzusammeln – das klingt absurd, und das ist es auch. Aber absurd auf die beste mögliche Weise. Das kleine Indie-Studio Kittens in Timespace hat mit diesem physikbasierten 2D-Plattformer etwas Seltenes geschaffen: ein Spiel, das seinen eigenen Unsinn vollständig versteht und daraus ein kohärentes, charmantes Spielerlebnis destilliert.
Michael meint:
Positiv
- kurzweilige Unterhaltung
- freispielbare Extras
Negativ
- teils sehr viele Rechtschreibfehler
Userwertung
Weiterführende Links


Dennoch: Kickback Slug: Cosmic Courier ist ein gelungenes kleines Spiel, das genau weiß, was es sein will, und dieses Ziel mit Charme und Konsequenz verfolgt. Es ist kein Meisterwerk, und es beansprucht auch keins zu sein. Es ist ein schlagfertiger, gut gelaunter Plattformer mit einem einzigartigen Bewegungssystem, der sich für Gelegenheitsspieler ebenso eignet wie für jene, die in Zeitranglisten und perfekten Durchläufen eine Herausforderung suchen. Wer bereit ist, sein Gehirn kurz auf links zu drehen und einer Weltraum-Schnecke beim Paketezustellen zuzuschauen, wird seine Zeit gut investiert haben.