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7th Guest, The im Test

CD-i
Philips CD-i hatte es schwer. Von Philips im Niemandsland zwischen CD-Player, Edutainment Maschine, Video-CD Player und Spielkonsole positioniert, fristete der Alleskönner ein Schattendasein im Wohnzimmer und in Fahrschulen. Auch die Spielepalette wird heutzutage gerne von Gamern belächelt. Gab es doch viele Ausrutscher, insbesondere die berüchtigten Nintendo-Lizenzgames. Doch der CD-i hatte eine Stärke, die ihn für ein Genre prädestinierten: FMV-Adventures. So erschien das wohl erfolgreichste und bekannteste CD-i Game im Zuge der Einführung der DVC-Karte, die das Abspielen von Video-CDs ermöglicht: 7th Guest. Wir begaben uns in Henry Staufs Gruselvilla um das Geheimnis des siebten Gasts zu lösen...
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Soweit zur beeindruckenden und auch spannenden Vorgeschichte von 7th Guest, die den Spieler sofort ins spannende Ambiente zieht und über das gesamte Spiel durch reale Schauspieler weiter getragen wird. Inhaltlich ist 7th Guest ein Grafikadventure, vollgepackt mit obskuren und auch toll präsentierten Rätseln. Ihr übernehmt dabei die Rolle der Figur „Ego“, quasi einem stillen Zuschauer, der live die Geschichte des letzten, des siebten Gastes, erlebt. Das gesamte Spiel spielt Ihr aus der Ego-Perspektive, freie Laufwege gibt es nicht. Ihr steuert einen Cursor, der euch anzeigt wie ihr mit der Umwelt interagieren könnt. Bewegen, Videosequenzen betrachten, die die Story weitertreiben oder einfach nur verstörend wirken, Animationen betrachten, das sind eure spielerischen Werkzeuge. Was man bei 7th Guest dringend benötigt ist vor allem einen klaren Kopf, denn wie schon angesprochen besteht das Spiel großteils aus klassischen Rätseln, a la „Platziere 8 Damen auf einem Schachbrett so, dass keine Dame die andere schlagen kann“. Dabei gibt Henry Stauf aus dem Off ständig seine mehr oder weniger sarkastischen Bemerkungen zum Besten, die teils auch der Lösungsfindung dienen.

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Auch wenn man – ehrlich betrachtet – im gesamten Spiel nur von Rätsel zu Rätsel latscht, macht das Ganze doch durch die hervorragende Präsentation und Stimmung Spaß. Dabei gilt aber noch zu beachten, dass die Rätsel teilweise extrem schwer sind. Zusätzlich zu euren Selbstgesprächen und den Kommentaren von Stauf gibt es noch die Möglichkeit sich in der Bibliothek bis zu zweit Tipps zu holen, nehmt ihr einen dritten Tipp in Anspruch wird das Rätsel automatisch gelöst, was euch aber den Zugang zum realen Abspann verwehrt. Durch das Lösen von Rätseln wird die Story vorangetrieben und neue Räume im Haus werden zugänglich, ob Familiengruft, Küche mit Schädeln im Schrank oder dem merkwürdigen Klavierzimmer...



Dabei haben die Entwickler bei 7th Guest genau die Stärken der Hardware genutzt. Bildschirmfüllende, für damalige Verhältnisse hochauflösende und enorm detailreiche Grafiken direkt von CD, einen bombastischen Soundtrack, der mit einem Orchester eingespielt wurde. Also alles das, was die Faszination des CD-is damals ausmachte. Wenn ein Spiel die Stärken des CD-is geschickt nutzt, dann 7th Guest. Die Wanderungen durch die Spukvilla mit verstörenden Geistern die durch Flure schweben, macht auch heute noch – 14 Jahre später - gut was her. Auch der absolut stimmige und hervorragende Soundtrack direkt von CD weiß zu Gefallen und unterstützt die Schauerstimmung noch zusätzlich.

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Gameplaymäßig gibt sich 7th Guest wie erwartet beschränkt. Ihr steuert nur euren Cursor durch feste Landschaften wie von z. B. Myst bekannt. Doch im Gegensatz zum PC-Millionenseller habt ihr bei 7th Guest mehr Leben auf dem Schirm. Auch besteht die gesamte Kulisse nicht nur aus Standbildern, sondern jeder Schritt den ihr im Haus unternehmt wird mit einer Videosequenz begleitet.

Heiko meint:

Heiko 7th Guest zeigt beeindruckend die Stärken des CD-is. Bombenstimmung, super Soundtrack und eine Grafikkulisse die anno 1994 absolut einzigartig auf Konsolen war, wenn auch nur vorberechnet - dank DVC Karte auch in voller PAL Auflösung und bei 16,7 Mio. Farben. Wer auf Grafikadventures steht und auch eine schöne und spannende Story zu schätzen weiß, kommt an 7th Guest nicht vorbei. Wenn es auch nicht viele gute Spiele auf dem CD-i gibt, so ist 7th Guest neben Burn Cycle sicher ein Kaufgrund für Philips gescheiterte Multimedia-Schleuder.

Positiv

  • tolle Atmosphäre
  • bombastischer Soundtrack
  • wunderschöne Grafik

Negativ

  • eingeschränktes Gameplay
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