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play2008 - das neXGam Gaming Festival bei Soest (ZT9) im Test

Xbox 360
Nach einer Fahrt über kleine Berge hinweg an großen Wiesen und Feldern vorbei, erreicht man schließlich die idyllische Kleinstadt Altenmellrich, in der man die Schützenhalle nur mit viel Glück oder einem Navi ausmachen kann. Doch ist die letzte Kurve an der steilen Straße erst einmal gefunden und genommen, kann man nicht nur gleich die Halle erblicken, sondern auch die ersten glücklichen Zocker, die sich vor dem Eingang mit selbst zubereiteten Grillgut und kalten Getränken eine Pause an der frischen Luft gönnen. Und bei der Gelegenheit werfen diese auch schon mal einen Blick darauf, wer denn da des Weges kommt, da die kleine Durchfahrtsstraße auch leidenschaftlichen Spaziergängern dient, die ihren Wagen hier abstellen und in der weit überschaubaren Naturlandschaft ihrem Hobby nachgehen können. Doch auch Jenen, die in der Halle ihrem Hobby nachgehen wollten, kam das weite Grün und das sonnige Wetter zugute: Viele schlugen auf der angrenzenden Wiese ihre Zelte auf und campierten die vollen fünf Tage hier, um vom ersten bis zum letzten Tag dabei sein zu können. Doch das hatte nicht einfach nur was mit Hardcore-Zockern zu tun: Einige kamen für dieses Event sogar aus Österreich oder der Schweiz herbei, weshalb ein ständiges Hin- und Herfahren für sie kaum möglich gewesen wäre. Aber auch Familienväter waren hier anzutreffen, die extra Urlaub genommen hatten, um mit ihren Freunden „abhängen“ zu können. Der Eintritt kostete 20 Euro für die vollen 5 Tage plus einer einmaligen Aufräumgebühr von 2,50 Euro. Und damit man auch wusste, mit wem man sprach, bekamen neXGam-Forum Besucher ihren Nicknamen als Namensschildchen samt Wii Schlüsselband zum Umhängen. Da eine Anmeldung erforderlich war, lagen die Schildchen bereits parat und mussten nur noch bei der Bezahlung abgeholt werden.

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Wie mir verraten wurde, fand die [play] bis 2005 noch unter dem Namen „Zockertreff“ statt und wurde in einer Art Kneipe ausgetragen, wo die Nächte der damals noch drei Tage dauernden Versammlung in Schlafsäcken auf der Kegelbahn verbracht wurden. Doch die seinerzeit Zehn-Mann-Starke Versammlung wurde immer stärker besucht, weshalb daraus mittlerweile ein gesponsertes fünf-Tage Event geworden ist, das auf Grund der besseren Lage und dem größeren Platzangebotes seit 2006 in der Schützenhalle nahe Soest stattfindet. Als Hauptsponsor jedoch war SEGA wieder mit am Start und versorgte bei der [play2008] nicht nur die Halle mit Werbebannern und mehreren Bögen kostenloser Aufkleber, sondern beteiligte sich zusammen mit anderen Entwicklern auch an den Kosten für die vielen Preise, Urkunden und Pokale der vor Ort stattfindenden Videospiel-Turniere. Viele Zocker zeugten SEGA ihren Respekt, indem sie nicht nur ihre Autos bestmöglich mit SEGA-Aufklebern zierten (soweit dies vom Rest der Familie noch geduldet und genehmigt wurde), sondern auch entsprechende T-Shirts, Anhänger oder kleine Sticker direkt am Körper bei sich trugen. Sogar eine Sonderanfertigung als Zierblende für das Rad eines Rollstuhlwagens war zu finden, auf dem sich exakt 30 SEGA-Logos zu drehen begannen, wenn SEGA-Fan Benjamin Teske sich unter die Zocker mischte und zum nächsten Turnier sauste. Und auch sonst waren lustige Shirts aus dem Videospiele-Universum zu finden, die die Beteiligten jedoch verständlicherweise nicht die vollen fünf Tage bei sich trugen und stattdessen zur Sprache brachten.
 

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Um sich von Allem ein Bild vor Ort machen und die Urkunden unterzeichnen zu können, war Sebastian, Community Manager von SEGA of Germany, mit dabei und mischte sich wie selbstverständlich unter die Fans und Spieler, um mit ihnen zu plaudern, zu spielen und die tolle Zeit zu genießen. Klar floss auch Alkohol, doch blieb es bei allen Beteiligten bei dem freundschaftlichen kleinen Gläschen, ohne dass irgendwer über die Stränge schlug. Überhaupt waren die freundschaftliche Stimmung und die fast schon brüderliche Geselligkeit unter den vielen Zockern einfach nur vorbildlich! Selbst wenn man zum ersten Mal dabei war, wurde man gleich einander vorgestellt und war Teil der großen Truppe, ohne dass man beim Plausch über die eigenen Lieblingsspiele und Videospielgeschichte einen Streit befürchten musste. Alle waren sie nur zusammen gekommen, um gemeinsam zu zocken und sich austauschen zu können. Und selbst die im Landhausstil gebaute Halle mit ihren Bauernmalereien, der durchgehenden Dachschräge und den altertümlichen Stütz- und Querbalken mit riesigen Wagenrädern an der Decke, strahlte Gemütlichkeit aus und sorgte für den nötigen Touch beim Aufeinandertreffen der Konsolen-Generationen aus verschiedenen Zeitepochen. Jeder brachte etwas aus seiner privaten Sammlung mit und stellte es anderen zum Spielen und Ausprobieren zur Verfügung, wodurch sich die Tische in der Halle mit allerlei Konsolen, Pads, Boards, Sticks, Modulen, CDs, GDs, DVD-Roms und Kabel-Wirrwarr füllten. Doch auch die TV-Geräte, an denen teilweise gleich fünf Konsolen auf einmal angeschlossen waren, fingen schon beim kleinen Campingfernseher an, gingen dann irgendwo beim Großformat-Flatscreen weiter, um schließlich beim HD-Beamer zu enden. Letzteres wurde auf einer Bühne aufgebaut und wurde zunächst vor allem für das PS3 Spiel „Rockband“ genutzt, wo sich Nachwuchs-Musiker am Mikrofon, den Drums oder der E-Gitarre versuchen und üben konnten. Später am Abend sollte diese Bühne noch eine andere Bedeutung bekommen. Doch bevor es soweit war, gab es noch viele andere Dinge zu sehen und zu erleben. Allen voran die vielen Wettbewerbe, die immer irgendwo an einer Konsole gerade stattfanden. Während die einen gerade eine Zeitreise unternahmen und das gar nicht mal so schlechte „Medieval Mayhem“ am Intellivision testeten, kamen die anderen beim Virtua Tennis ins Schwitzen, da für sie mehr als nur der Sieg davon abhing. Sollten sie es in die Finalrunden schaffen, winkten ihnen schließlich eine Urkunde, ein Pokal und vor allem jede Menge Spiele!
 

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Und da sich niemand nur auf sein Glück verlassen wollte, hatten vor allem die Beat´em Up Fans fürs Street Fighter Turnier ihre ganz eigenen und selbst eingearbeiteten Arcade-Boards immer dabei. Und wenn man hier von „immer“ spricht, dann ist das auch so gemeint, denn selbst beim gemeinschaftlichen Gruppenfoto, das gegen Mittag auf der angrenzenden Wiese von allen Teilnehmern der [play2008] gemacht wurde, wollten sie nicht ohne ihr Board dabei sein. Immerzu wurde das gute Stück unterm Arm mitgenommen und am gerade eingenommenen Sitzplatz abgestellt. Doch man sah den Liebhaberstücken auch die Leidenschaft ihrer Besitzer an! Kaum ein Board war wie das andere. Da waren wunderschöne Motive dabei, seltene Sammlerstücke oder limitierte Sondereditionen, die allesamt wie ein Schatz gehütet wurden. Denn auch wenn die Konsolen und Spiele für alle zugänglich und offen auf den Tischen lagen, fragte man die Board Besitzer dann doch lieber ehrfürchtig, ob man ihre Schützlinge denn mal genauer anschauen durfte. Klar war das dann kein Problem, nur wollten sie nicht ohne Aufsicht jemanden dran und schon gar nicht damit spielen lassen. Immerhin musste mit ihnen noch ein wichtiger Wettbewerb gewonnen werden! Wenn man die Boards fotografieren wollte, legten die Besitzer diese sogar schnell noch in eine schönere Lage oder pausierten extra dafür das Spiel, nur damit (wörtlich genommen) auch alles ins rechte Licht gerückt werden konnte. Bei den Gitarren der „Rockband“ Kandidaten gab es ähnlich persönliche und individuelle Modelle, die von ihren Besitzern gehütet, oder zumindest mit einem Namensschildchen versehen wurden.
 

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Draußen schien derweilen die Sonne und sorge für angenehm warme Temperaturen, die nicht nur zum Relaxen auf der Wiese oder zum Grillen einluden, sondern auch einigen Hobby-Filmern zugute kamen. Die weitläufige Naturlandschaft mit Wäldern und Wiesen nutzend, streifte ein kleiner Regie-Trupp durch die Natur und drehte nach eigenen Angaben den Actionfilm „Drei Engel für Atari“, ganz nach dem Vorbild des Originals „Drei Engel für Charlie“. Doch sie waren rechtzeitig damit fertig, um gegen 15 Uhr der Vorlesung beiwohnen zu können, wo der Autor Constantin Gillies einige Passagen aus seinem neuen Buch „Extraleben“ vorlas, das man auf der [play2008] sogar mit einem Preisnachlass erwerben konnte. Eine extra dafür eingerichtete Sitzecke mit Holzstühlen und einer Bank war schnell belegt und alles lauschte dem jungen Autor, der sich sichtlich über den Andrang freute und die Sache locker in Angriff nahm. Die Texte über zwei junge und vor allem „moderne“ Videospielefreaks, die auf einen vergessen geglaubten Commodore stoßen und damit ihren Spaß zu haben scheinen, waren ganz genau auf Langzeitspieler angepasst und enthielten neben typischen Begriffen auch Klassiker, wie beispielsweise das C64 Spiel „Babarian“ oder den Urvater der Spiele „Pong“. Zudem wussten die vorgelesenen Passagen mit den lustigen Kommentaren der beiden Hauptfiguren zu amüsieren und brachten die Zuschauer nicht selten laut zum Lachen, während der Autor schon mal etwas weiterblätterte und nach einigen Erläuterungen zum Geschehen zu einem spannenden Teil überging. Als es am spannendsten war, klappte er das Buch schließlich zu und überließ es den fleißigen Lesern, den Rest der Geschichte selbst herauszufinden, wo die beiden überzeugten Zocker der Neuzeit einer versteckten Botschaft eines Commodore-Klassikers nachgehen, um schließlich in den USA zu landen und in etwas verwickelt zu werden… Die beiden sollen dabei keine wirklichen Helden, sondern eher ängstlich sein, was sie jedoch so sympathisch und menschlich wirken lässt. Nach einem gebührenden Applaus setzten sich schließlich einige Interessierte noch mit dem Autoren zusammen und redeten über das Werk und Videospiele im Allgemeinen, während die anderen das Gespräch mit dem Community Manager von SEGA suchten oder sich drinnen wieder dem Zocken selbst widmeten. Dort war die Luft zwar erfüllt mit Rufen, Midisounds, Musikstücken, Feuersalven und Microschalter-Geklackere der ganzen Boards, so dass einige schon mal Kopfhörer beim Spielen trugen, aber dennoch konnte man sich prima unterhalten und fand auch überall Gesprächspartner. So versammelten sich auch die ersten Interessenten an der aufgereihten Ware des „Kingplayer-Shops“ der allerhand Shirts, Jacken, Action Figuren, Plüschis und sogar Armbänder oder kleine Sammlerstatuen diverser Videospiele-Charaktere auf einem Tisch aufreihte und zum Verkauf anbot.
 

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Derweilen waren an den meisten Konsolen noch immer einige Wettbewerbe im vollen Gange, wovon man als „normaler“ Besucher jedoch kaum etwas mitbekam. Höchstens die anstehende Schlange wartender Zocker samt eigenem Board unterm Arm oder die kleine Traube an akustisch unterstützenden Zuschauern, waren ein Indiz für ein laufendes Match. Festgehalten wurden die Ergebnisse auf extra dazu angefertigten Diagrammen, wobei zusammenarbeitende Teams in einem Spiel sich auch selber einen Namen für ihr Team aussuchen konnten. Manch einer sprang sogar von Spiel zu Spiel, weil er gleich bei mehreren Wettbewerben mitmachte und dabei noch immer um ganz wichtige Plätze kämpfte,,, bei Xbox 360 Spielen nicht selten immer mit dem eigenen Gamertag, der auf einer Speicherkarte von Konsole zu Konsole mitwanderte. Wie mir gesagt wurde, gehen diese Turniere innerhalb der Woche noch etwas lockerer zu Sache und es wird viel relaxt. Doch am Wochenende geht es stets dem Finale entgegen und alles wird nervös, da immer bessere Platzierungen und somit die Pokale auf dem Spiel stehen! Doch ob Wochenende oder nicht, gespielt wurde an allen Ecken, auf sämtlichen Systemen und quer durch alle Genres, wobei hier niemand wirklich auf seine Sachen acht geben musste! Schließlich waren alle Anwesenden leidenschaftliche Sammler und Zocker und gingen mit allen zur Verfügung stehenden Spielen und Konsolen entsprechend respektvoll und sorgfältig um. Neben „normalen“ Konsolen wie Mega Drive, Saturn, Dreamcast, Wii, PS3, DS und Xbox 360 mit verschiedenen Faceplates, waren hier auch echt seltene oder schwer zu bekommende Schätze zu betrachten, wie ein markeloser Wondermega, ein kleiner Gizmondo, ein TurboDuo, eine Jaguar CD, ein Mutlimega, ein Transformers-Helm, das Steel Battalion Cockpit, ein Coleco Vision, eine Panzer Dragoon Tasse, nie wirklich veröffentlichte Titel, russische Fakes und sogar ein zehnfach Scartverteiler mit Airbrushmotiv, sowie eine ausgebaute NeoGeo-Arcade Engine, die für den Heimgebrauch am TV angeschlossen werden konnte.
 

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Und war mal etwas noch nicht ausgepackt, so wurde es extra hervorgeholt und stolz den interessierten Besuchern gezeigt, die sich dann beispielsweise mal einen durchsichtigen Saturn, eine komplette Sammlung aller Pal-Dreamcast-Titel oder ein Blinden-Spiel genauer anschauen konnten. Viele Dinge ruhten noch in Boxen und standen für den spontanen Griff bereit. Und wie mir verraten wurde, gibt es auch Traditionsbesucher der [play], die diese Boxen so zu Hause lagern und jedes Jahr aufs Neue mitnehmen, ohne sie zwischenzeitlich aus- oder umzuräumen. Doch trotz der vielen Schätze, die hier offen aufgebaut waren oder noch in Kisten ruhten, durfte jeder alles einmal ausprobieren, wie er gerne wollte. Sogar die Versorgung fürs leibliche Wohl wurde oftmals einfach am Platz liegen gelassen wurde, damit der nächste Zocker zugreifen konnte. Alles wurde geteilt, wobei die einzige Mikrowelle im Raum, die Kaffeemaschine und der Capuccino-Automat jedoch erstaunlich wenig in Anspruch genommen wurden. Aber ab und an machte sich dann doch jemand sein mitgebrachtes Mikrowellenessen fertig oder legte sich etwas Essbares auf den Grill, um ab und an auch etwas Warmes in den Bauch zu bekommen. Aber Chips und Plätzchen waren der Einfachheit halber eben doch der Renner, wobei die Halle jedoch keinesfalls zugemüllt wurde. Jeder Einzelne achtete darauf, seinen eigenen Müll in die entsprechenden Müllbeutel zu werfen, weshalb das Ambiente trotz zugestellter Tische aus Kabeln, Scartboxen, Pads, Essen, Trinken und Konsolen zu keinem Zeitpunkt an Gemütlichkeit verlor. Schließlich kennt man so was ja auch von zu Hause, wenn man zu den leidenschaftlichen Zockern gehört, die sich hier entsprechend auch sichtlich wohl fühlen konnten! Zum Ausspannen gab es neben den vielen Sitzmöglichkeiten aber auch eine Wii-Launch mit drei gemütlichen Nintendo-Sofas, die manch einer nicht nur zum Spielen von Mario Kart nutzte, das hier auf einem großen Flatscreen lief, sondern auch für das eine oder andere kleine Nickerchen. Um danach langsam und schonend wieder auf die Beine zu kommen, konnte man bei Wii-Fit seine Balance trainieren, oder über einen Beamer bei einer Runde „Street Fighter II“ der Nostalgie verfallen. Wer dann aber doch ein Ründchen Schlaf brauchte hatte nicht selten sogar in der Halle selbst eine Luftmatratze samt Schlafsack aufgebaut und übte sich für einen kurzen Moment im Matratzen-Horchdienst um neue Energie zu tanken.
 

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Als gegen Abend die Finalrunden in den einzelnen Wettbewerb anstanden, sollten diese auf der Bühne ausgetragen werden, wozu Stühle aufgebaut wurden und sich alles vor dem großen Wandwurf des HD-Beamers versammelte. Je nach Spiel, wurden die entsprechenden Finalisten hinaufgebeten und wurden dabei von allen Anwesenden lautstark angefeuert. Während des laufenden Turniers waren die Spannung und entsprechend auch die Konzentration groß. Doch kaum kam es zu einem entscheidenden Schlag oder Zug, entbrannte eine riesen Stimmung in der kleinen Halle, wie man sie höchstens von einer Fußballtribüne her vermutet hätte. Besonders imposant war dabei die Leistung zweier Spieler beim E-Gitarren Rockband-Turnier, die selbst die schnellsten Rocksongs im Experten-Modus fast fehlerfrei hinlegten und dabei eine gewaltige Show ablieferten! Mit laut aufgedrehten Boxen konnte sich kaum jemand den Bassklängen entziehen und ging mit der Musik so richtig mit. Das kam bei allen Zuschauern dermaßen gut an, dass alles nach einer Zugabe rief und diese sogar tatsächlich gegeben wurde. Der knappe Sieger stand fest und alle bekamen entsprechend ihrer Platzierung Pokale und Spiele überreicht, ehe sie unter lautem Getöse und Blitzlichtgewitter sogar noch ihre T-Shirts auszogen und über ihren Köpfen kreisen ließen. Nach den letzten Posen fürs Foto-Shooting, verließen sie langsam die Bühne und machten Platz für die nächsten Teilnehmer. Schließlich folgten noch weitere Turniere oder nur die Nominierungen von Wettbewerben, die am Vortag entschieden wurden. Immer mal wieder mit einer kleinen Pause dazwischen, folgten nach und nach alle Entscheidungen und Auszeichnungen, wobei die von SEGA überreichten Urkunden für „Virtua Fighter 5“ und „Virtua Tennis 3“ noch vom SEGA Community Manager unterschrieben wurden. Entsprechend gab es auch viele SEGA Spiele zu gewinnen. Doch ganz gleich welches System oder welcher Entwickler, viele der Gewinne wurden gleich an Ort und Stelle weiter verkauft oder gegen andere Schätze getauscht. Denn manch einer gewann sogar in mehreren Turnieren und brauchte für die vielen Poster, Spiele, Zubehörteile und Gimmicks schon fast einen Bollerwagen, um sie sicher ins Auto oder Zelt zu befördern.
 

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Langsam wurde es draußen immer dunkler und gegen 1 Uhr Nachts waren schon viele verschwunden, um sich nach dem vier Tage Dauerzocken mal ein kleines Päuschen zu gönnen. Unter den letzten noch vorhandenen Zockern fanden sich aber dennoch welche, die sogar noch eine Runde „Singstar“ auf der Bühne zum Besten gaben - und das gar nicht mal schlecht! Der Sonntag jedoch sollte dem reinen Aufräumen dienen, womit einige schon zum Samstag anfingen und so langsam ihre Konsolen wieder abstöpselten und Spiele zusammen kramten. Doch um einen Schlussstrich zu ziehen und die Stimmung zusammen zu fassen: Es war einfach ein unglaublich schönes, wie freundschaftlich veranlagtes Event, wo jeder jeden kannte oder als neuen Freund kennen lernte. Ob man im Forum schon miteinander geredet hatte, sich von früher her kannte oder sich hier zum allerersten Mal sah, das alles spielte keine Rolle. Denn jeder Zocker war herzlich willkommen und war wie selbstverständlich Teil des Ganzen. Man ging aufeinander zu und tauschte Geschichten und Meinungen aus, ohne einander ins Wort zu fallen oder jemanden auszuschließen. Und selbst wenn man jemanden, den man schon etwas besser kannte, eine Frage stellte, konnte es passieren, dass jemand ganz anderes, der gerade daneben stand, diese Frage beantwortete. Eine Situation, wie man sie auf offnerer Straße wohl nie erleben wird, selbst wenn man den „Informanten“ ebenso wenig kennte, wie den Menschen an der Bushaltestelle. Und überhaupt merkte man den Anwesenden schon an, dass jeder für sich auf seinem Gebiet als eine Art Experte und Ratgeber fungierte. So kam auch schon mal jemand angerannt und fragte einen spielenden Teilnehmer, ob das Spiel XY zwei oder drei CDs hatte. Die Antwort kam prompt, ohne dabei den Blick oder die Konzentration vom Bildschirm abzuwenden. Ein kurzes „Danke Kumpel“ und schon war derjenige auch schon wieder verschwunden, um die neu errungene Erkenntnis an einen anderen weiter zu geben.

Was ich mir nur die ganze Zeit über gewünscht hätte: Unsere verstaubten Politiker, die in Videospielen immer noch ein gesellschaftlichen Problem sehen, hätten diesem Event durchaus mal beiwohnen müssen. Dann hätten sie gesehen, was für ein freundliches und umgängliches Völkchen wir Videospieler doch sind!! Trotz Alkohol und guter Stimmung waren fünf Tage am Stück zwischen „Singstar“, „Gears of War“, „Virtua Fighter“ und Co. nur Spiel und Spaß angesagt. Und am Ende floss vielleicht sogar das eine oder andere Tränchen, weil sich viele erst im nächsten Jahr wieder sehen und WIR ALLE diese schöne Zeit des gemeinschaftlichen Zockens wohl schmerzlich vermissen werden.

 

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  • von Slainte:

    Auderdem wurde Brrrrr Tack eingeführt ...

  • von Mistercinema:

    schöner Bericht. Den kannte ich noch gar nicht M.C....

  • von CD-i:

    Und die Geburtstunde des Tough Gamers Contest ...

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