3 Engel für Charlie im Test

GameCube

Charlie´s Angel - Wer kennt sie nicht? Drei versierte Mädels rücken dem Bösen mit geballter Frauenpower auf die Pelle. In den 70ern erreichte die TV-Oper „Drei Engel für Charlie“ weltweit Kultstatus. Mittlerweile erhielten die betagten Damen im Kino zwei gelungene Revivals – in Form von Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore. Ubisoft konnte den bezaubernden Kampfemanzen nicht widerstehen und sicherte sich die gewinnträchtige Lizenz. Investierten die Entwickler ebenso viel Budget ins Gameplay oder haben wir es hier mit einer schnöden Franchise-Verwurstung zu tun?

Charlies_Angels_11New York hat es in letzter Zeit wahrlich nicht leicht. Erst verirren sich zwei Flugzeuge in den Häuserschluchten, dann streikt die Stromzufuhr und als Krönung wird auch noch die Freiheitsstatue geklaut! Des Weiteren jammern die Franzosen über den Verlust ihres geliebten Triumphbogens und die Engländer beklagen den Raub ihrer Stonehenge-Steine. Sofort machen sich Charlies Engel auf die Suche nach den verlorenen Monumenten und versuchen den Hintermännern des Jahrtausend-Coups auf die Schliche zu kommen.

Nichts lag wohl näher als die drei Damen in ein Beat´em up-Korsett zu zwängen. Massenkeilereien erfreuen sich seit Dynasty Warriors & Co. starker Beliebtheit. Leider wurde das Genre nicht ansatzweise ausgereizt, von der dritten Dimension abgesehen gibt im Vergleich zum Prügel-Opa Final Fight keinerlei neue Ansätze oder Gameplay-technische Finessen. Ein Pfeil zeigt stets die Richtung an in die ihr eure Schönheit lenken müsst, was in Konfrontationen mit immer gleichen Widersachern mündet. Ellenlange Move-Listen und vielfältige Combo-Ketten sucht ihr vergebens - langweilig!

Die vollbusigen Leinwandschönheiten sind kantigen Playmobil-Figürchen gewichen, die etwaige Brustimplantate gerade noch erahnen lassen. Rouche und Make-up wichen monotonen Texturen – Wiedererkennungswert gleich null. Zudem ruckeln die Low-Polygon Models derart unbeholfen durch die Landschaft, dass man annehmen könnte einem Treffen der anonymen Spastiker beizuwohnen. Zum Glück sorgt die miserable Kameraführung dafür, dass ihr von den krankhaften Animationen nicht allzu viel mitbekommen werdet...

Der Sound kommt einem akustischen Armutszeugnis gleich. Während die Sprachausgabe in den FMV-Sequenzen noch passabel ist, kommt der bitterböse Sadismus der Entwickler bei den InGame-Soundschnipseln ans Licht. Jeder noch so kleine Treffer eurer Widersacher veranlasst die Mädels ein kurzes Gejammer von sich zu geben, nach dem 1000ten Mal unterzieht sich jeder Zocker einer freiwilligen Ohramputation.




Kai meint:

Kai

Mittlerweile kann ich den täglich aufgetischten Lizenzfraß nicht mehr sehen. Anstatt die Moneten in innovative Spielideen zu investieren, werden selbige in teure Lizenzen gesteckt – da bleibt für den Inhalt nicht mehr viel übrig! Warum nur?! Das Ubisoft es besser kann, bewiesen sie schließlich unlängst mit echten Granaten.

Positiv

  • ---

Negativ

  • Langweilig
  • Grottenschlechte Grafik
  • Musik, die wehtut
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