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2 in 1: Columns Crown + ChuChu Rocket! (GBA) im Test

GameBoy Advance
Handhelds und Puzzle-Games gehören untrennbar zusammen. Die erste Generation der Game Boy Besitzer war von Tetris so fasziniert, dass man in den Innenstädten der 80er Jahre vorsichtig sein musste, um nicht ständig von einem in Gedanken versunkenen mobilen Steinchenverdreher angerempelt zu werden. Obwohl das Genre inzwischen nicht mehr ganz so weit oben in der Gunst der Zocker steht, gehören ein paar Tüftel-Spiele einfach mit dazu, wenn man mit einem tragbaren Videospielsystem unterwegs ist. Dank der 2 Games in 1-Reihe lässt sich der Platz in der Hosentasche optimal nutzen. Gleich zwei Sega-Puzzle-Klassiker wurden auf ein Modul gebannt und versprechen besonders nahrhaftes Futter für die kleinen grauen Zellen.
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Zwei Tüftel-Legenden zum Preis von einer. Kann man ein solches Angebot ablehnen?


In einer Zeit, als Puzzle-Games bei den Zockern so begehrt waren wie heutzutage Tokio Hotel Tickets bei 13-jährigen Mädchen, war Columns Segas Antwort auf Tetris. Das klassische Gameplay des Game Gear Oldies ist auch auf dem GBA erhalten geblieben. Edelsteine, die viele verschiedene Farben haben können, fallen in Dreierketten vom oberen Bildschirmrand herab und müssen richtig angeordnet werden. Schafft man es, eine vertikale, horizontale oder diagonale Reihe mit mindestens drei gleichen Objekten zu bilden, lösen sie sich auf und man wird mit Punkten belohnt.

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Typischer kann ein Puzzle-Game kaum aussehen. Die bunten Farben retten den Zocker vor der Depression.


Leider entwickelt Columns nicht das gleiche Suchtpotential wie Tetris. Man hat im Hause Sega offensichtlich lange überlegt, wie man ein ähnliches Game kreieren kann ohne sich Ideenklau vorwerfen lassen zu müssen. Zweifellos macht es Spaß, die bunten Steinchen zu sortieren, aber die Tätigkeit geht nie so locker von der Hand wie es beim Konkurrenzprodukt der Fall ist. Das Grunddesign ist zu simpel, um wirklich lange zu begeistern, und oft hat man das Gefühl, dass zu einer ordentlichen Kettenreaktion mindestens so viel Glück wie Können gehört. Auch der sehr holprig ansteigende Schwierigkeitsgrad macht es dem Game schwer, Freunde zu finden. In allen Modi hat man zu bestimmten Zeitpunkten das Gefühl, mehrere Levels übersprungen zu haben, da plötzlich alles extrem schnell und knifflig wird.

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Klein aber fein. Die Auswahl an Modi bietet genügend Abwechslung.


Die interessanten Modi machen Columns Crown zu einem Puzzle-Game, das sich zumindest ein Stück weit von der breiten Masse abheben kann. Auf drei Schwierigkeitsstufen darf man einen Endlos-Modus in Angriff nehmen, an dessen unvermeidbarem Ende immer eine detaillierte Bewertung der Leistung eingeblendet wird. Ebenfalls gelungen ist eine Art simpler Story-Modus. Hier tritt man gegen diverse computergesteuerte Widersacher an und darf auch ein paar Extras auslösen, um den Sieg zu erlangen. Die Spielstärke der Gegner kann sich durchaus sehen lassen, aber natürlich bringt es noch mehr Spaß, einen befreundeten GBA-Besitzer mit Hilfe eines Link-Kabels in Grund und Boden zu puzzlen. Schön ist, dass hier sowohl mit einem als auch mit zwei Modulen gespielt werden kann. Wenn auch der zweite menschliche Zocker das Game besitzt, lassen sich seltene Edelsteine tauschen, was auf der Jagd nach einer Komplettsammlung sehr hilfreich sein kann.

Zu guter Letzt gibt es noch den so genannten Flash Columns Modus. Hier geht es darum, eine bestimmte Anzahl von tief liegenden Objekten unter Zeitdruck zu erreichen und aufzulösen. Das Abarbeiten der Levels dürfte auch für Experten die ein oder andere echte Herausforderung beinhalten. Die Tatsache, dass man insgesamt 24 magische Edelsteine aufspüren kann, die in allen Modi versteckt sind, wirkt durchaus motivationsfördernd.

ChuChu Rocket
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Als mit diesem Game vor einigen Jahren die Dreamcast-Online-Ära eingeläutet wurde, waren die Fans zunächst ein wenig sauer, dann verwirrt und schließlich begeistert. Alle hatten sich einen Grafik-Knaller aus einem der beliebteren Genres gewünscht, aber spätestens nach einer halben Stunde vor dem Kringelkasten war ein Großteil der Sega-Gemeinde dem Charme des originellen Puzzle-Games erlegen.

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Dieses Rätsel sollte selbst für Anfänger kein Problem darstellen. Später wird es aber extrem knifflig.


ChuChu Rocket hat auch auf dem GBA nichts von seiner Faszination verloren. Im Hauptmodus geht es darum, eine ständig wechselnde Anzahl von Mäusen in eine Rakete zu lotsen. Hört sich merkwürdig an? Ist es auch! Die kleinen Nager sind alles andere als schlau. Außer laufen können sie eigentlich gar nichts und wenn man ihnen nicht hilft, rennen sie hilflos von einer Wand zur nächsten oder stürzen sich einer hungrigen Katze direkt in den Rachen. In jedem Level stehen dem Zocker ein paar Pfeilsymbole zur Verfügung. Diese müssen geschickt auf dem jeweiligen Spielfeld verteilt werden, damit sich die kleinen Schützlinge daran orientieren können. Das Setzen von vier unterschiedlichen Richtungssymbolen klingt theoretisch sicherlich etwas langweilig, doch in der Realität sorgt ein intelligentes Level-Design immer wieder dafür, dass die kleinen grauen Zellen auf Hochtouren laufen.

Oft bekommt man genau die Pfeile, mit denen das Lösen eines Rätsels unmöglich erscheint. Manchmal sind auch so viele Mäuse auf dem Bildschirm unterwegs, dass man anfangs gar keinen Überblick hat. Da sich auch noch die fiesen Katzen an den Pfeilsymbolen orientieren und manche Levels noch weitere Gefahren beinhalten, wird alles noch viel kniffliger. Doch einen Ausweg gibt es immer. Das Spielsystem ist simpel, die Aufgaben sind hart. Genau so müssen Puzzle-Games sein! Da der Zocker ein Level jederzeit neu starten kann, einzelne Symbole ändern darf und es keine Leben zu verlieren gibt, kann man sich in aller Ruhe der Tüftelei widmen. Neben den Original-Herausforderungen der Dreamcast-Fassung wurden der GBA-Version noch 2500 zusätzliche Missionen spendiert, die von den Fans des Originals erstellt wurden. Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass jemand bei einem solchen Umfang tatsächlich alles durchzockt, aber selbst wenn das eines fernen Tages der Fall sein sollte, gibt es dank des integrierten Editors die Möglichkeit, noch mehr Denksportaufgaben zu basteln. Mehrere Dutzend spezieller Levels, bei denen unter Zeitdruck gearbeitet werden muss, sind ebenfalls auf dem Modul enthalten.

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Von vielen geliebt, von manchen verachtet: am Multiplayer-Modus scheiden sich die Geister.


Ich will ganz ehrlich sein. Ich mag den Multiplayer-Modus von ChuChu Rocket nicht. Er hat mir auf Dreamcast nicht gefallen und auf dem GBA ist es genau so. Der Fairness halber muss aber auch erwähnt werden, dass ich damit zu einer Minderheit von Zockern gehöre. Vier der Nintendo-Handhelds lassen sich mit einem entsprechenden Link-Kabel vernetzen. Dass man nur ein Modul braucht, um gegeneinander anzutreten, ist eine wirklich gute Maßnahme von Sega. Auf verschiedenen Spielfeldern muss versucht werden, so viele Mäuse wie möglich in die eigene Rakete zu schleusen. Dies geschieht natürlich, genau wie im Puzzle-Modus, durch das Setzen von Pfeilen. Viele Zocker behaupten, dass man diese Variante des Games einfach lieben muss, wenn man nur genügend Zeit investiert. Vielleicht ist es ein genetischer Defekt, der mich davon abhält, besagten Zustand der Glückseligkeit zu erreichen. Für mich bleibt die Ungezieferjagd ein hektisches Durcheinander. Ständig werden Extras ausgelöst, die das ohnehin schon verwirrende Gewusel auf dem Mini-Bildschirm noch unübersichtlicher machen. Wer unter extremem Zeitdruck immer noch streng logisch denken kann, mit katzenhaften Reflexen gesegnet ist und in seinem Freundeskreis gleich mehrere GBA-Besitzer mit ähnlichen Superkräften hat, wird bestimmt seinen Spaß an ChuChu Rocket haben. Dass man auch in Teams antreten darf oder sich Schlachten mit computergesteuerten Gegnern liefern kann, macht das Game zu einem kompletten Puzzle-Paket.

Es geht hier um 2D-Puzzle-Games, bei denen die Übersichtlichkeit klar im Vordergrund steht und es kaum etwas Unwichtigeres als eine bombastische grafische Darstellung gibt. Aus diesem Grund ist das Meckern an dieser Stelle mit Vorsicht zu genießen. ChuChu Rocket war eins der ersten Sega-Games für den GBA und man sieht dem Spiel deutlich an, dass inzwischen viel Zeit vergangen ist. Manchmal ist auf dem Bildschirm sehr viel los und alles läuft trotzdem schön flüssig. Das war es aber auch schon, was man an positiven Worten findet, wenn man über die Optik nachdenkt. Eine eingeschränkte Farbpalette, viel zu wenig Abwechslung in den einzelnen Levels und die ewig gleichen minimalistischen Animationen der Protagonisten sind wirklich kein Grund zum Jubeln. Deutlich mehr fürs Auge bietet Columns Crown. Obwohl man auch hier nicht ins Staunen geraten wird, sorgen die grellen Farben, ein paar nette Effekte und animierte Figuren am Bildschirmrand dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

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Bevor sich die Prinzessin auf den Thron setzen darf, muss sie sich durch viele Levels puzzlen.


Sound
Im akustischen Bereich nehmen sich die beiden Games nicht viel. Beide haben niedliche Effekte und genretypische schnelle Melodien. Während Columns in Sachen Musik die Nase leicht vorn hat, kann ChuChu Rocket durch die besonders gelungenen Effekte überzeugen. Der Sound wird auch bei längeren GBA-Sitzungen nicht nervig, was wohl das Wichtigste bei Games dieser Art ist.
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