Besuch bei ABBUC auf der GC 2008

Atari 800
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Wer in die Zukunft blicken will, der darf auch seine Vergangenheit nicht verleugnen. Frei nach dieser Devise findet man auf der Games Convention nicht nur kommende Spielehighlights, sondern auch immer wieder Menschen die den Besuchern auch ein Stück Videospielgeschichte näherbringen. Auch auf der diesjährigen Games Convention gab es für Retrofans wieder einiges zu entdecken. In Sachen Atari war dieses Jahr der ABBUC, der Atari Bit Byter User Club, auf der Messe vertreten um dem Publikum den Atari 800XL Computer näherzubringen.

Besuch-bei-ABBUC-auf-der-GC-2008-1Der Verein selbst wurde im Jahre 1985 gegründet und kümmert sich um die Belange der Heimcomputercommunity. Nicht nur das man für Mitglieder jährlich vier Ausgaben des eigenen Magazins mit Diskette veröffentlicht sondern es werden auf der internen Webseite auch Scans alter Magazine ebenso wie eine große Downloaddatenbank angeboten.
 

Nach seinem nun 23jährigen Bestehen wagte der Vereinsvorstand den Schritt sich auf der Messe zu präsentieren um vor allem jüngere User an die Thematik Atari heranzuführen. Lässt man seinen Blick über den Messestand schweifen so zeigt sich dass diese Überlegung positiv war: Auf den zahlreichen ausgestellten Computern wurde mächtig gedaddelt.

Nicht nur die reiferen Zocker, die während des Spielens mit verbissenem Blick gebannt auf die Monitore starrten um ihre persönliche Bestpunktzahl aufzustellen, sondern auch bereits Jugendliche mit einem zarten Alter von sechs Jahren waren an den Spielerechnern vorzufinden. Auf die Frage hin ob sie eigentlich genau wissen was sie da spielten hörte man meist nur die selbe Antwort: "Nö, aber es macht tierisch Spaß!"

Zusätzlichen Anreiz zu zocken boten auch die verschiedenen deutschen Meisterschaften, die an jedem der Messetage veranstaltet wurden. So wurden innerhalb der vier Tage die Champions bei Pole Position, (Missile Command), Centipede und Yoomp gekürt. Vor allem letzt genannter Titel stach besonders ins Auge, da dieser nicht wie die anderen Titel aus den 80ern entstammt, sondern erst letztes Jahr im Netz als Public Domain veröffentlicht wurde.

Besuch-bei-ABBUC-auf-der-GC-2008-2Die polnisch/tschechische Gemeinschaftsproduktion konnte auch an allen Messetagen auf einem eigens umgebauten Atari 800XL Laptop gespielt werden. Dabei handelte es sich um einen handelsüblichen Computer an dem ein Monitor angeschraubt wurde. Desweiteren gab es auch einen Rechner mit Lightgun zu sehen. Hier konnte man auf Bugs (zu deutsch: Käfer) im System schießen und das ganze auf einem Monochrommonitor. Mehr Retro geht wohl gar nicht. :-)

Auf dem Stand gab es auch mehrere Vitrinen in denen zahlreiche modifizierte Atari Rechner zu sehen waren. Speziell ein Atari-Rechner wurde so modifiziert, dass alle modernen Speichermedien dafür genutzt werden können. Egal ob SD Speicherkarten oder Compact Flash Discs, nahezu alle Medien können durch nur wenige Modifikationen genutzt werden.

Highlight in der Produktpalette ist sicherlich das SIO2USB, dabei handelt es sich um einen Adapter, der an den Expansion Port des Atari 800XL gestöpselt wird, dem so genannen SIO Port. Das Gehäuse des SIO2USB bietet außerdem noch einen weiteren SIO Anschluss, so dass man weiterhin sein bisheriges Zubehör wie Drucker oder Diskettenlaufwerk nutzen kann.
 

Besuch-bei-ABBUC-auf-der-GC-2008-3Das Wichtigste daran ist aber der USB Anschluss. Hier kann man einen handelsüblichen USB Speicherstick verwenden und so wie ein virtuelles Diskettenlaufwerk verwenden. Dies bietet die Möglichkeit zahlreiche Homebrewprogramme und sonstige PD-Software einfach vom PC auf den Stick zu kopieren und diese am Atari Rechner ausführen zu können.

Positiv anzumerken war auch die gute Betreuung auf dem Stand. Die zahlreichen Mitarbeiter, erkennbar an den blauen T-Shirts, standen für Rat und Tat zur Seite und halfen auch bei Problemen weiter. Alles in allem wohl der interessanteste Stand für Atarifans und diejenigen, die es noch werden wollen. Für weitere Hinweise über den ABBUC und dessen Leistungen empfehle ich deren offizielle Homepage die ihr unter dem Link am Ende des Artikels finden könnt.

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