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Atari Mega STE

 
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Mit dem Mega ST hatte Atari 1987 ein überaus erfolgreiches Modell für den semi professionellen Markt veröffentlicht. Nun, 4 Jahre Später, wurde es zeit für einen Nachfolger. “Ein Mega STE ? Was soll das sein? Ich wüsste nicht, zu was solch eine Maschine gut sein soll.“ Das war Sam Tramiels Aussage im Jahr 1990...
Doch was sollte man machen? Das High End Modell TT war zu teuer und eine Neuentwicklung kam nicht in Frage. Also zeigte man sich besonders kreativ, nahm STE und TT, würfelte beide einmal schön durcheinander, und heraus kam der Mega STE. Ein Computer bei dem man sich fragte was das denn nun sollte. Auf der einen Seite ist der Mega STE der leistungsfähigste ST überhaupt. Viele Merkmale des großen TT finden sich auch beim kleinen Bruder wieder. Andererseits war im Veröffentlichungsjahr 1991 bereits der TT technisch nicht mehr auf dem neusten Stand. Was sollte man also erst mit einem getunten ST anfangen? Man konnte ihn als Konkurrenten zum Mac Classic betrachten, dem er auch mehr als deutlich überlegen war. Doch das entsprach wieder nicht Ataris Vermarktung als semi professionellen Einstiegsrechner. Aufgrund schlechter Verkäufe purzelten die Preise also schon bald nach unten. Auch wenn es zeitweise so aussah als ob er seine Freunde gefunden hätte, gegen die günstigen PCs mit 386 oder gar 486 CPUs konnte man einfach nicht mehr ankommen. Und für den normalen Anwender war der Mega STE nur bedingt interessant.

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Der formschöne Mega STE

Ignoriert man aber mal die Tatsache, dass der Mega STE einfach nicht mehr zeitgemäß war, so stellt man fest, das man es hier durchaus mit einem sehr schönen Computer zu tun hat. Das Gehäuse wurde direkt vom Atari TT übernommen und lediglich in des ST typische grau eingefärbt. Doch das war nicht alles was der Mega STE von seinem großen Vorbild geerbt hat. Interne SCSI Festplatte mit 48 oder 80MB, Apple kompatible LAN Schnittstelle, VME Bus, FPU,.. all das findet man auch hier. Nur die externe SCSI Schnittstelle wurde ebenso wie der VGA Ausgang gestrichen. Dafür gibt es aber wieder einen Antennenausgang. Ok, ein schwacher Trost.
Im inneren werkelt bewährte STE Technik. Naja fast, denn der Mega STE ist schneller als jeder andere ST. Den Takt der betagten MC68000 CPU erhöhte Atari auf 16MHz. Dies allein bewirkt schon fast eine Verdoppelung der Rechenleistung.

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Die damals üblichen ST Beschleuniger Karten mit 16MHz hatten in dem Mega STE einen Konkurrenten gefunden. Zusätzliche spendierte man der CPU einen 16KB großen 2nd Level Cache, was nochmals zu eine Steigerung der Geschwindigkeit führte. Aus Kompatibilitätsgründen kann man jederzeit zwischen 4 Betriebsmodi wechseln. Zur Auswahl stehen 8 & 16Mhz, jeweils mit oder ohne CPU Cache. So kann man einigen ST Programmen entweder Beine machen oder in bewährter ST Geschwindigkeit arbeiten. Leider führte das neue Konzept aber auch dazu, dass einige alte Programme, im speziellen Spiele, nicht mehr fehlerfrei liefen. Im Vergleich zum TT ist der Mega STE aber das reinste Kompatibilitätswunder. Unterstützung bekommt die CPU nebenbei durch einen optionalen mathematischen Co Prozessor. Einem MC68881 mit 16MHz. Bei Fließkomma Berechnungen, wie z.B. dem bekannten Apfelmännchen, ist der Mega STE einem Standard ST deshalb dermaßen überlegen, dass sich jeder Vergleich von vornherein erledigt hat.

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Defender of the Crown

Bei der restlichen Hardware beließ man es aber leider beim STE Standard. Die 1 bis 4 MB Arbeitsspeicher befinden sich hier allerdings auf benutzerfreundlichen Modulen, was zumindest aufrüsten deutlich erleichtert. Grafik und Sound entsprechen 1:1 dem 2 Jahre zuvor veröffentlichten STE. Vor allem ersteres sorgte im Zeitalter von Commodores aufkommenden AGA Chipsatz nur für ein müdes Lächeln. Wenigstens ist der im TT gestrichene Blitter wieder mit dabei.

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Populous

Einen großen Trumpf  hatte der Mega STE aber noch, der VME Bus. Zwar waren entsprechende Karten alles, nur nicht billig. Aber so hielt man sich wenigstens die Möglichkeit für unzählige Hardware Erweiterungen offen. Egal ob Speicher Erweiterungen oder neue CPUs, VME war ein Hoffnungsschimmer. Immerhin konnte man sich sogar einige für den TT gedachte Karten in den Rechner stecken. In erster Linie blieb es aber zumeist bei Grafikkarten oder Ram Erweiterungen. Denn für alles andere war der Mega STE nicht unbedingt die beste Wahl.

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Wie beim TT wurde auch der Mega STE anfangs mit DD Floppy und 48MB bzw. 80MB Hdd ausgeliefert. Auch das sorgte nur für Kopfschütteln, waren doch die HD Floppys mittlerweile schon Standard. Wenigstens konnte man ein solches leicht einbauen. Anfangs war dies noch ein Angebot der Händler, später wurde der Mega STE dann endlich auch ab Werk mit HD Floppy ausgeliefert.

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TOS 2.06

Auch beim Betriebssystem tat sich etwas. Mit TOS 2.02 bekam der Mega STE seine eigene TOS Version. Dabei orientierte man sich wieder am TT mit seinem TOS 3.0X und übernahm die neuen Features wie z.B. auf dem Desktop plazierbare Icons und erweiterte Pull Down Menüs. Das neue Kontrollfeld Accessoire XControl war ebenso eine gelungene und längst überfällige Verbesserung. Gewöhnungsbedürftig war hingegen der langsame Bootvorgang mit Speicherscan. Sowas kannte man zwar von einem PC, aber nicht von Ataris ST Serie. Mit TOS 2.05 und 2.06 folgten in den nächsten Monaten noch zwei Updates. TOS 2.06 ist somit das am höchsten entwickelte klassische ST TOS und überzeugte auch durch seine Stabilität. Aufrüst Kits mit TOS 2.06 Bausteinen für ältere ST Rechner waren daraufhin recht begehrt. Für Spiele gelten die alten TOS Versionen aber weiterhin als erste Wahl.

Specs:

CPU:

- Motorola MC68000 @ 16MHz ( alternativer 8MHz Modus )

- 16KByte Cache ( abschaltbar )

- MC68881 @ 16MHz (optional )

RAM: 

- 1 bis 4 MB Ram

 (  zusätzlicher Ram über VME möglich )

Grafik:

Shifter

- 4096 Farben Insgesamt

- DMA Blitter

- Hardware Scrolling

- Genlock fähig

Auflösungen:

- 640*400 Monochrom

- 320*200 bei 16 Farben

- 640*200 bei 4 Farben

Audio:

Yamaha YM-2149.

-3 Tonstimmen + 1 Rauschgenerator

- 30Hz bis 16KHz

- ADSR

Zwei 8Bit PCM Kanäle

- 6,25KHz bis 50KHz

- National LMC 1992

- MIDI Schnittstellen zur Ansteuerung von Keyboards und dergleichen

Datenspeicher:

- internes 3,5 Zoll DD Diskettenlaufwerk mit 720KB

- 250 Kilobits/sek

- später mit 1,44MB HD Floppy ( MS DOS Kompatibel )

- optionale interne 3,5 Zoll SCSI Festplatte

Betriebssystem: 

- TOS 2.02, TOS 2.05 oder TOS 2.06

Besonderheiten:

- eingebaute Uhr

- NVRAM für Systemeinstellungen

- VME Bus

- CPU Frequenz regelbar

- Lüfter

Schnittstellen:

- RGB Monitor (DIN)

- Maus/Joystick (9polige D SUB )

- Tastatur

- Floppy ( 14 polig DIN )

- ACSI

- Parallel (25p. D SUB)

- 3 mal Seriell (9p. D SUB)

- LAN

- MIDI in/out,

- Extension Port (40 p.)

- VME

- Stereo Cinch

- HF Modulator

 

Übersicht: Atari Mega STE

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Forum
  • von 108 Sterne:

    Wunderbar, das ging ja mal fix. Danke!...

  • von CD-i:

    da hast du vollkommen recht. und das problem habe ich intern auch schon mehrmals angesprochen... naja... ich kümmer mich nochmal drum, denn das ist genau das was ich vermeiden wollte, dass man sie nicht mehr findet... so, jetzt gehts, wenn auch die frontseite was kahl aussieht, aber besser als es...

  • von 108 Sterne:

    Übrigens ist der erste Teil der ST-Serie auf der Hauptseite garnicht aufgeführt. Und die weiteren Teile sind wohl nur auffindbar, weil sie noch halbwegs aktuell unter den neuesten Artikeln auf der rechten Seite eingeblendet werden. Irgendwie müssten sie mal ins Inhaltsverzeichnis unter Hardware...

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