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Ballerburg im Test

Atari ST
Wie erkennt man einen schlechten Burg Architekten? Ganz einfach, die Pulverkammer befindet sich direkt neben dem Thronsaal. Moment mal, welcher Depp hat denn da jetzt wieder die Kanone eingemauert? Und warum liegt die Munition plötzlich im Innenhof rum? Fragen über Fragen… Wer meint es besser zu können ist bei Ballerburg genau richtig.
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Ballerburg (Atari ST)

Ballerburg für den Atari ST ist ein klassisches in C Programmiertes Public Domain Spiel. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieser Gattung aber ein sehr erfolgreiches. Was wohl auch den Programmierer Eckhard Kruse überrascht hat. Nach eigener Aussage soll er noch bis 2006 gelegentlich eine kleine Spende für das Spiel erhalten haben. Ja selbst PC Remakes von Ballerburg wurden mittlerweile veröffentlicht. Und auch wenn es manchmal etwas anders dargestellt wird, die Atari ST Version ist das Original.

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Ballerburg (Atari ST)

Dabei ist das Spielprinzip so simpel wie es kaum sein könnte. Zwei verfeindete Burgen und ein Berg dazwischen. Mehr braucht es hier nicht. Nachdem man anfangs aus einer kleinen Auswahl sein favorisiertes Gemäuer gewählt hat, geht es darum Runde für Runde mit seinen Geschützen auf den Feind zu feuern und dessen König zu erwischen. Dieser Feind kann dabei entweder von der CPU oder einem Mitspieler kontrolliert werden. Freilich muss man dabei natürlich über den Berg schießen, weshalb Geschützwinkel, Pulvermenge und Windrichtung höchste Aufmerksamkeit bekommen sollten. Vergleiche mit dem späteren Klassiker Worms sind hier durchaus möglich.

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Ballerburg (Atari ST)

Wer es hingegen direkter mag kann sich natürlich auch als Tunnelbau Ingenieur versuchen, und einfach durch den Berg ballern. Diese Lebensaufgabe ist allerdings eine denkbar schlechte Strategie. Damit man nicht völlig dem Trommelfeuer ausgeliefert ist kann natürlich auch die beschädigte Burg repariert und Malprogramm like weiter ausgebaut werden. Daneben sollte man sich natürlich auch um den Kauf von neuer Munition und Steuern kümmern. Denn ohne zufriedene Bürger gibt es kein Geld in der Kriegskasse. Seine wohlgenährte Hoheit steht dabei natürlich gerne mit mehr oder weniger hilfreichen Ratschlägen zur Seite. Wirklich nennenswert ist dieser gameplay Aspekt allerdings kaum, und dient letztlich nur dazu, das Geldbeschaffen bei längeren Runden etwas komplexer zu gestalten.

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Ballerburg (Atari ST)

Obwohl man natürlich gegen die CPU spielen kann, macht Ballerburg erst gegen einen menschlichen Gegner richtig spaß. Zwar ist der künstliche Burgherr durchaus recht treffsicher, scheint dafür allerdings sein Bombardement etwas engstirnig durchzuführen. Man kann zwischen 7 Computer Gegnern auswählen, welche unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Strategie haben. Einige zielen lieber auf Kanonen, andere auf Geldspeicher. Leider fehlt ihnen aber manchmal die Flexibilität eine gute Gelegenheit auszunutzen. Weshalb man unter Umständen selbst mit völlig zerbombter Burg noch ein paar Runden überleben kann.

Besonders lobenswert ist wiederum die Steuerung. Komplett per Maus zu bedienen, und mit wenigen Übersichtlichen Menüs ausgestattet, benötigt selbst der dusseligste Spieler keinen Blick in die Anleitung. Das Spiel erklärt sich in wenigen Sekunden praktisch selbst.

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Ballerburg (Atari ST)

Genauso einfach wie die Steuerung ist auch letztlich auch die Grafik. Ballerburg läuft wie viele PD Spiele ausschließlich in der hohen ST Auflösung, also im Monochrom Modus. Darstellung von Burg und Berg sind dabei sehr zweckmäßig und symbolisch, so dass wohl jeder mit einem einfachen Malprogramm ähnliches in kürzester Zeit leisten kann. Erwähnen sollte man allerdings das "Schadensmodell". Im Gegensatz zu den meisten Spielen gibt es hier fast keine einzelnen Objekte, die bei einem Treffer explodieren. Vielmehr hinterlassen die Geschosse korrekte Löcher/Tunnel im richtigen Winkel. Welche natürlich auch als solche vom Spiel erkannt werden. Etwas was sicherlich nicht so leicht zu realisieren war. Man darf ja nicht vergessen, dass es sich hier um das Hobby Projekt eines Schülers handelt.
Da verzeiht man dann natürlich auch die nahezu nicht vorhandenen Sounds. Bis auf die einfachen Schussgeräusche gibt es nämlich nichts zu hören.

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Ballerburg ist ein Klassiker der sich damals fast in meinen SM124 eingebrannt hat. Das Spiel ist mehr oder weniger Kostenlos, es ist extrem simpel und sieht nicht einmal sonderlich gut aus. Aber es macht spaß. Zumindest zu zweit. Und auch heute noch ist es durchaus für die ein oder andere Runde zwischendurch zu gebrauchen. Die original Version kann man sich übrigens auf der Homepage von Eckhard Kruse runterladen. Zu finden über: [url]http://www.eckhardkruse.net/atari_st/baller.html[/url].

Minimum Anforderungen:
  • TOS 1.00
  • 512KB Ram
  • Monochrom Monitor
  • Nils meint:

    Nils

    Positiv

    • einfache Steuerung
    • Zweispielermodus
    • kostenlos

    Negativ

    • Für Solisten auf Dauer eintönig
    • Simple Grafik und Sound
    • Läuft nur im Monochrom Modus
    Userwertung
    10.0 1 Stimmen
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