The Division 2 - So muss ein Loot Shooter starten!

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In Tom Clancy’s The Division durften wir uns als Elite Agent durch das verschneite New York kämpfen, nachdem dort ein schlimmer Virus am Black Friday freigesetzt wurde. Leider war der Start des Shooter-MMOs nicht gerade von Erfolg gekrönt. Wie so oft konnten Versprechen zum Release nicht eingehalten werden, das Endgame lief erst nach mehreren Patches und den Add-Ons so richtig rund. Ubisoft wollte aus den Fehlern lernen und mit dem Nachfolger ein reibungsloses Einstiegspaket abliefern. Und eins lässt sich über The Division 2 sagen: Es gab wohl noch nie einen besseren Start für einen MMO-Loot-Shooter!

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Man könnte meinen, dass die Entwickler aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Destiny 2 versuchte es besser machen als Teil 1, legte jedoch zu Beginn einen fast genauso holprigen Auftakt hin. Von dem heftig als unfertig diskutiertem Anthem möchte ich gar nicht erst anfangen. Auch The Division wurde mit der Zeit zu dem was es heute ist und hat eine recht große Fanbase mit sich gebracht. Viele Spieler also, die potentiell erneut enttäuscht werden könnten durch einen richtigen Nachfolger. Zum Glück muss sich niemand Sorgen, denn mit The Division 2 liefert Ubisoft von Tag 1 an ein solides Grundpaket. 
 
Erzählerisch ist das Ganze immer noch kein Meisterwerk, auch wenn The Division 2 es gerne in den Zwischensequenzen zeigen würde. Ich meine, der Präsident beispielsweise wird in der deutschen Version von niemand anderen gesprochen als der Stimme von Kevin Spacey. Und doch weiß man als Spieler nie so recht, wer, wie, weshalb und was da eigentlich passiert. Das wichtigste jedoch ist: Wir werden als Agent nach Washington gerufen, um dem dortigen Chaos etwas entgegenzusetzen. Die Stadt ist voll von rivalisierenden Banden und Terror. Natürlich können wir als ausgebildeter Agent dem ganzen endlich Einhalt gebieten.
 
Dumm nur, dass unser selbst erstellter Agent in keinem der Gespräche den Mund aufmacht. Er steht nur wie ein Möbelstück in der Gegend rum und lässt sich von den anderen Figuren berieseln. Dadurch geht viel Atmosphäre verloren, welche jedoch in der Spielwelt schnell wieder aufkommt. New York war ja schon recht schön anzusehen, aber Washington DC im Frühling ist nochmal eine ganz eigene Hausnummer. Hierdurch und das einige Zeit ins Land gezogen ist, nimmt sich die Natur nach und nach das zurück, was ursprünglich ihr war. Heraus kommt dabei eine sehr echt wirkende Umgebung mitsamt eigener Fauna, die an Filme wie »I Am Legend« erinnert. 
 
Überall finden sich kleinere und größere Tiere, es patrouillieren Feinde als auch Verbündete auf der Suche nach Nahrung und Waffen. Rivalisierende Gangs leisten sich ein Feuergefecht auf offener Straße.  An vielen Stellen kann der Spieler kleinere Missionen oder Gegenstände finden. So auch die aus dem ersten Auftritt bekannten Echos, die einen Teil der Erlebnisse der Bewohner erzählen. Was The Division 2 in seiner Story und seinen Zwischensequenzen liegen lässt, macht es Dicke durch die Spielwelt wieder wett. New York war ja schon eine sehr schön anzusehende Metropole, aber Washington toppt die auf Dauer sehr trist wirkende Umgebung des Vorgängers um Längen. 
 

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In Sachen Gameplay bleibt The Division 2 im Kern das gleiche Spiel. Wir haben es hier mit einem etwas taktisch angehauchten Loot Shooter zu tun. Die Welt erkunden, Missionen abschließen, Looten und Leveln wie man so schön sagt, sind die Kernaspekte des Spiels. Und das macht der neue Teil alles in allem wirklich gut. Schon vom Start weg  komme ich als Spieler sofort in die Loot-Spirale. Oftmals stellt sich das Gefühl ein, nur noch eine weitere Mission zu spielen, um eventuell doch das bessere Gear oder ein stärkeres MG zu bekommen. Oder vielleicht mache ich noch einen Abstecher in die Dark Zone? Diese ist nun unterteilt in mehrere kleinere Gebiete und beinhaltet auch eine wichtige Neuerung. Während man im Vorgänger jegliches Loot erst sichern musste und beim zwischenzeitlichen Ableben verlor, findet man nun in der Dark Zone ebenfalls Waffen und Ausrüstung, die nicht erst dekontaminiert werden muss.  Daher können diese bei einem Tod innerhalb der Dark Zone nicht abhanden gehen. 
 
Das ist vor allem für Einzelspieler recht interessant. Wer sonst eher ungern einen Fuß in die Dark Zone gesetzt hat, um nicht von anderen Spielern überfallen zu werden, kann nun hier los legen. Nun können auch solche Agents immerhin auf Erfolgserlebnisse hoffen, selbst wenn sie blutrünstigen Player-Killern begegnen. Doch Achtung, auch die normalen Feinde in The Division Zwei können sehr zäh sein. Ich erwähne extra nicht das Wort “gefährlich” oder “stark”, denn in vielen Fällen verhalten sie sich recht dämlich. Die Feinde sind meist nur dann wirklich tückisch, wenn sie in größeren Gruppen auftreten. Nicht etwa, weil sie den Spieler stark flankieren oder austricksen würden, sondern vielmehr weil sie unfassbar viele Treffer aushalten.
 
Mitunter müssen ganze zwei Magazine verballert werden, um einen normalen Standardgegner auszulöschen. Tauchen Elitegegner und Gegner mit Rüstungen auf, stehen die Chancen alleine oftmals schlecht. Von den Neben- und Hauptbossen innerhalb der Missionen fange ich gar nicht erst an! Einfach, weil die Gegner viel zu viel aushalten und man keine Möglichkeit hat, sie schnell genug tot zu bekommen. Gerade in den Hauptmissionen ist das sehr nervig hat mich des Öfteren zum Missionsbrowser getrieben.
 

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In diesem können wir per Schnellsuche Mitspieler für eine zufällige Mainmission finden und werden sofort dorthin teleportiert. Leider kann man hierbei nicht gezielt Missionen aussuchen, sondern muss darauf hoffen, die passende oder gewünschte zu treffen. Möchte man bewusst eine Aufgabe mit anderen Spielern beginnen, muss man zum Ort des Geschehens gehen und dort die Spielersuche aktivieren. Das wäre durchaus ein wenig komfortabler lösbar gewesen. Natürlich verliere ich dadurch den netten Nebeneffekt, dass ich die freie Welt erkunde. Wenn ich jedoch gerade meine Talente aufgebessert habe im Hub und dann noch schnell eine bestimmte Mission neu starten will,  geht das nicht.  
 
Das hört sich jetzt erstmal so an, als wäre das Gameplay in The Division 2 ein einziger Krampf - das ist es auf keinen Fall. Das generelle Deckungsshooter-Gameplay gepaart mit den unterschiedlichen Talenten und Perks, mit denen ich meinen Character Build individuell gestalten kann, sind schon Langzeitmotivation genug. Hinzu kommt noch eine super Lootdrop Rate, die mich wie oben bereits erwähnt immer wieder bei der Stange hält. Und auch die Bosskämpfe im Team machen eine Menge Spaß. Gerade wenn man sich gegenseitig Deckung gibt, auf dem Weg zur Munitionskiste von Deckung zu Deckung springt und gefallenen Kameraden hilft, wieder in den Kampf einzugreifen. Überall rummst und bummst es, das generelle Trefferfeedback ist ebenfalls sehr gut. Einzig, dass man mitunter das Gefühl hat, man schießt mit Platzpatronen auf die Gegner, drückt ein wenig den sonst hervorragenden Spielspaß. 
 
Dazu die wirklich beeindruckende Welt, in der es an jeder Ecke etwas zu sehen und zu entdecken gibt. Ubisoft hat mit Division 2 einen würdigen Nachfolger geschaffen, der aus den Fehlern seines Vorgängers und Genre-Konkurrenten tatsächlich etwas gelernt hat. Man kann sagen, dass The Division 2 den vielleicht besten Start eines Loot-Shooters bisher hatte. Der Umfang ist riesig, die Spielwelt ebenfalls. Der Charakter lässt sich individuell entwickeln und der Loot- und Levelsog beginnt schon bei Level 1. Natürlich ist wie bei jedem Loot-Shooter von Vorteil, wenn man von Beginn an nicht alleine in die Schlacht zieht. Zusammen macht es einfach viel mehr Spaß und ist auch weitaus angenehmer.
 
Wer Teil 1 von The Division liebte, wird den zweiten Teil nicht weniger lieben.  Und wer sowieso schon mit der Reihe geliebäugelt hat, der sollte spätestens jetzt loslegen sich in das schöne Washington DC wagen. Es lohnt sich!
 
 
 
 
 
Forum
  • von Mistercinema:

    Ubisoft gab heute bekannt, dass Operation Dunkle Stunden ab dem 16. Mai um 18 Uhr weltweit verfügbar sein wird. Es ist der erste 8-Spieler-Raid in der Geschichte von Tom Clancy's The Division und wird für die Xbox One-Gerätefamilie inklusive Xbox One X, das PlayStation®4 Entertainment-System und...

  • von Kou:

    Mit dem letztens content „“““““update““““ wurde die ammo der special weapons gesperrt. Ja richtig. Gesperrt! Lol! Sowas Unfähiges habe ich wirklich noch nie gesehen. Evtl sind die angeblich 8 teams nur zu behindert einfach mal vernünftig difficulty zu skalieren?? Da sperren sie...

  • von Mistercinema:

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