Maneater - Haifisch Alarm auf der Konsole

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Wer erinnert sich nicht an alte Filmklassiker wie der weiße Hai oder den etwas neueren Deep Blue Sea. Haie hatten schon immer eine ganz eigene Horror Affinität und begeistern seit Jahren Kinobesucher und Fernsehzuschauer. Und auch wenn sie mittlerweile einer ganzen Reihe von Trash Filmen zum Opfer geworden sind, sind sie eben nicht mehr aus unserer Popkultur wegzudenken. Und irgendwie gehört Maneater wohl auch in genau die gleiche Kerbe wie die Sharknado Reihe oder den weltbekannten “Haifischalarm auf Mallorca”. Es nimmt sich einfach selbst nicht ernst und inszeniert sich als eine Spiel Gewordene Trash Dokumentation über einen Haifischjäger.

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Daher ist die Story des Spiels auch sehr schnell erzählt. Als ein unerschrockener Haifischjäger namens Scaly Pete unsere Mutter tötet und uns aus dem Bauch der toten Haifischdame zieht, versetzt er uns mit seinem Messer eine Narbe, um uns wieder zu erkennen. Kurz darauf lassen auch wir ihm eine Erinnerung da und fressen seine Hand. Nun beginnt das kleine Haifisch Abenteuer. Das Ziel ist sehr einfach. Fressen, wachsen und Rache nehmen an Scaly Pete. Da wir jedoch als kleines Junges starten, müssen wir erst Erfahrungen sammeln und uns mit allerlei Getiers anlegen, um auszuwachsen und es irgendwann mit dem Haifischjäger aufnehmen zu können. 
 
Das Ganze ist als eine Art Reality TV-Dokumentation inszeniert. Das heißt, auf unserer Reise durch die Welt werden wir stets von einem Erzähler begleitet, der immer wieder gewisse Dinge kommentiert oder erklärt. Auch die Szenen mit Scaly Pete und seinem Sohn werden immer wieder als eine Art Interview inszeniert. Die Geschichte von Maneater ist dabei eher als Mittel zum Zweck zu sehen. Immerhin wäre es ja sonst total unsinnig, als Hai durch Seen und Meere zu schwimmen und einfach alles zu fressen, was auf dem Weg liegt. 
 
Das ist nämlich das, was man die meiste Zeit tut. Fressen, Fressen, Fressen. Mit jedem Bissen steigt die Erfahrungsleiste des Hais, sowie einer der Ressourcen Zähler. Während die Erfahrungspunkte ganz Rollenspiel typisch für Levelaufstiege sind und demnach auch für das Wachsen des Hais, können die Ressourcen für Powerups eingesetzt werden. So erhält man schon von Beginn an ein Sonar, welches einem alles Wichtige in der Spielwelt markiert. Dieses kann man mit Ressourcen aufwerten, was man auch definitiv tun sollte, da das Sonar schon sehr mächtig ist, und dank kurzer Abklingzeit fast dauerhaft gespamt werden sollte.
 
Die Steuerung des Hais geht dabei nach kurzer EIngewöhnung recht gut von der Hand, es macht richtig Spaß, durch die Tiefen der Seen und des Meeres zu heizen. Auf Knopfdruck natürlich immer den Kiefer bereit, um alle Fische auf der Route zu verspeisen. Kompliziert wird es erst, sobald man auf einen stärkeren Gegner wie etwas zu Beginn die Alligatoren trifft. Die können einen recht schnell mit zwei bis drei Bissen zur Strecke bringen. Da hilft vor allem zu Beginn oftmals nur die Flucht. Dafür ist es verdammt befriedigend nach einigen Levelaufstiegen kurzen Prozess mit den Reptilien zu machen. Dadurch, dass man die Ganze Zeit mit allem, was man so tut, Erfahrungspunkte sammelt, spürt man stets einen Fortschritt. Sei es durch das Fressen von Fischen, das Besiegen von Gegnern oder das Sammeln von Truhen beziehungsweise Hot Spots in der Welt.
 

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In den verschiedenen Arealen, in denen wir uns meistens frei bewegen können, gibt es allerlei zu tun und zu sammeln. Leider wiederholen sich die Aufgaben sehr schnell. Töte 10 Makrelen hier, friss 15 Menschen an dem Ort. Immerhin macht vor allem das Schwimmen unterhalb der Wasseroberfläche sehr viel Spaß, einzig die Kämpfe sind etwas hakelig und wollen auch mit der Zeit nicht wirklich besser werden. Mein Problem mit den Kämpfen ist ein fehlendes Lock-On System geschuldet. Die meiste Zeit ist man mit dem Nachjustieren der Kamera beschäftigt. Da hilft auch nicht, dass man via Knopfdruck eine nahende Bedrohung kurz “fixieren” kann. Vor allem bei mehreren Feinden verkommt Maneater gerne mal zum Button Mashing zwischen Angriff und Ausweichen, ohne das man auch nur die leiseste Ahnung hat, was da gerade auf dem Bildschirm passiert. Ist die Lebensanzeige runter, unternimmt man schnell die Flucht und frisst ein paar Fische, da diese die Lebensleiste wieder füllen.
 
Noch seltsamer fühlt sich leider der Kampf außerhalb des Wassers an. Vor allem gegen die vielen Jäger in ihren Skiffs und Jet Skis wird es schnell unübersichtlich. Darüber hinaus scheinen die euch auch durch Hindernisse sowohl sehen als auch treffen zu können. Sehr schade, dadurch geht eine Taktikvariante leider ziemlich schnell flöten. Also gilt auch hier wildes Ausweichen mit gelegentlichen Angriffen. Der Vorteil bei den Jägern ist, dass zumindest immer genug Menschen zum Verzehren dabei sind, sodass die Gesundheitsleiste nicht so schnell Richtung Nullwert geht. Hat man übrigens genug normale Jäger getötet, kommen spezielle “Promis” vorbei, die sich lohnen zu besiegen. Denn durch diese schalten wir neue Modifikationen für unseren Hai frei, wie etwa stärkere Zähne oder verschiedene Rüstungsteile. Leider können wir diese Upgrades und Perks nicht on the fly wechseln, sondern müssen dafür jedes Mal in eine sichere Unterwasserhöhle zurückschwimmen. Auch unsere Fähigkeiten können wir nur hier verstärken beziehungsweise bei Erreichen bestimmter Level “altern” und damit wachsen, um die Statuswerte des Hais zu verbessern. 
 
Wirklich Spaß machen die Kämpfe unter Wasser gegen die sogenannten Superprädatoren. Das sind starke, oftmals mutierte Gegnerarten. So kämpfen wir beispielsweise sogar mal gegen einen starken Orca. Auch hier bekommen wir nach einem Sieg wertvolle Upgrades beziehungsweise Perks, die wir in der "Haifisch Grotte" ausrüsten können. Leider werden jedoch auch diese Kämpfe wie alle anderen recht schnell hektisch, haben jedoch immer so einen gewissen Bosskampf Flair. 
 

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Durch das repetitive Gameplay hat man aber nach ca. zwei bis drei Stunden eigentlich schon alles Sehenswerte von Maneater erlebt. Danach kann man sich nur noch an den neuen Orten erfreuen, wie etwa eine neue, größere Bucht in der man auch endlich etwas tiefer ins Gewässer abtauchen kann. Der Vorteil von Maneater ist allerdings auch: Wenn es langsam anfängt zu nerven, immer die gleichen Aufgaben zu machen, ist die Hauptstory schon fast vorbei. Nach etwa acht Stunden Spielzeit ist die Rachestory um Scaly Pete am Ende und wir können uns einfach noch frei in der Open World bewegen und weitere Aufgaben erledigen.
 
Rein technisch reißt Maneater keine Beine aus, sieht aber vor allem unter Wasser und je nach Sonneneinstrahlung wirklich sehr schön aus. Man sollte vielleicht nur die Wasseroberfläche meiden. Hier hätte dem Wasser etwas mehr Animation Vielfalt, wie etwa ein stimmiger Wellengang sehr gutgetan. Aber hässlich ist Maneater nun wirklich nicht, vor allem die Hai Animationen sehen toll aus und der Sound passt sich dem Spiel immer sehr gut an. Einzig negativ ist mir bei dem Spielen die Performance der PS4 Pro aufgefallen. Vor allem, wenn ich während des Spielens auf die Karte oder in den Charakterbildschirm gewechselt bin, wollte ein Düsenjet in meinem Wohnzimmer starten. Während des Spielens selbst war das nie so schlimm. 
 
Nun, kann man Maneater nun empfehlen? Es kommt ganz drauf an. Wenn man einfach mal was anderes sehen will, sich auch gut von Trashfilmen unterhalten lassen kann, dann kann man gerne mal einen Blick in den Alltag eines Haifischs werfen. Das Spiel ist mit seinen acht bis zehn Stunden Spielzeit ja auch recht kurzweilig und mag die meiste Zeit zu unterhalten. Wer mit dem Setting aber schon nichts anfangen kann, der sollte vielleicht die Finger von Maneater lassen.
 
 
 
Forum
  • von Azazel:

    Und hier ist auch schon der Nexgam Test! Nexgam schrieb: Wer erinnert sich nicht an alte Filmklassiker wie der weiße Hai oder den etwas neueren Deep Blue Sea. Haie hatten schon immer eine ganz eigene Horror Affinität und begeistern...

  • von Darkshine:

    CD-i schrieb: Gabs ja schon vor 15 Jahren: Da musste ich auch sofort dran denken. Hatte ich trotz mäßiger Kritiken sogar Spaß mit....

  • von Mistercinema:

    Ist bereits im neXGam Testlabor!

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