Uncharted The Lost Legacy im Test

PlayStation 4

Mit Uncharted 4 hat Naughty Dog die Geschichte um Nathan Drake zu Ende erzählt. Unterm Strich war es ein würdiger Abschluss, der mich als langjähriger Videospieler tief berührte. So hat es mich auch mehr als verwundert, als Naughty Dog Uncharted: The Lost Legacy ankündigte. Anfangs hatte ich bedenken, dass dieser Ableger die Serie ausschlachten wollte, aber ich wurde nach gut acht Stunden Spielzeit eines Besseren belehrt.

legacy4Ja, Uncharted: The Lost Legacy ist ein vollwertiges Abenteuer für den etwas kleineren Geldbeutel, wo alle liebgewonnenen Spielmechaniken, die in Uncharted 4 zusammengetragen wurden, für ein wirklich rundes Spielerlebnis sorgen. Im Fokus steht aber nicht der altbekannte Titelheld und dessen Freunde, sondern die Protagonisten Chloe Frazer die Fans noch aus dem zweiten Teil kennen sollten. Diese jagt nämlich zusammen mit ihrer Kollegin Nadine Ross den abgeschlagenen Stoßzahn des indischen Gottes Ganesha nach und vollendet dabei das Vermächtnis ihres Vaters, der auch nach diesem Artefakt suchte. So hangelt, springt und durchforstet ihr alte Ruinen, löst Rätsel und gebt euch hin und wieder ein paar Schießereien mit einem Warlord und dessen Söldnern hin. Mit dabei sind die liebgewonnenen Features, wie der Kletterhacken, der nach meiner Meinung noch mehr ins Spieldesign integriert wurde. Zudem könnt ihr erneut mit einem Jeep eine halboffene Spielwelt erkunden und im eigenen Tempo Locations besuchen.

Wie und wann ihr welche Örtlichkeiten besucht bleibt, euch überlassen. Hin und wieder trefft ihr auf den Söldnertrupp, die euch natürlich aufhalten und als Erster am Schatz sein möchten. Scharmützel müssen nicht immer in Schießereien enden. Auch könnt ihr wie in einem Stealthgame die Wachen super aus dem Hinterhalt erledigen. Dazu dient euch zum Beispiel hohes Gras als Deckung. Gegner lassen sich leicht markieren und deren Bewegungsrouten sind sehr einfach auszuspähen. Sollte man sich für die Schleichoption entscheiden, geht das Spiel merklich müheloser, wenn keine Scharfschützen vor Ort sind. Diese haben dank ihrer höheren Positionen einen besseren Überblick und schlagen sofort Alarm. Obwohl ihr immer im Team unterwegs seid, sind eure Kollegin Nadine und später auch der ältere Bruder von Nathan mehr passive Naturen. Nur in den von Entwicklern vorprogrammierten Momenten glänzen sie durch Aktionen, die leider im Vergleich zum vierten Teil der Serie eher schwach wirken.

legacy3So passiert es häufig, das eure K.I.-Kollegen wie kopflose Hühner in der Gegend rumrennen. So verschanzen sie sich hinter Deckungen, wo der Feind praktisch ein Meter danebensteht und sie aus allen Rohren feuern, obwohl ein Faustschlag ausreichen würde. Diese Situationen sind bedauerlicherweise recht komisch anzusehen und trüben die sonst authentische Spielweise von The Lost Legacy. Ein anderes kleines Ärgernis ist die Paarung mit Chloe und Nadine, die gemeinsam versuchen die harten Frauen rauszuhängen. Obwohl beide Charakter unter normalen Bedingungen glaubwürdig daherkommen, ist das Zusammenspiel dieser Egos ein Manko. So wirken viele Unterhaltungen der Powerfrauen wie ein regelrechter Schwanzvergleich wer, bei welcher Aktion nun mehr die Muskeln hat spielen lassen. Vergleicht man dabei die Konversationen von Nathan, Sully oder Elena merkt man sehr schnell, dass diese einfach dank der unterschiedlichen Charakterisierung besser zueinander passen, wo es immer wieder zu lustigen Wortwechsel kamen. Und das ist eigentlich das größte Problem der beiden Titelheldinen. Sie gleichen sich zu sehr. Zwar raufen sie sich später zusammen, doch das versprüht nicht denselben Flair, den man sonst von den anderen Ablegern gewöhnt ist.

Wer damit leben kann, bekommt für sein Geld ein hochwertiges Abenteuer mit einer immer noch fantastischen Präsentation, sehr guter deutscher Sprachausgabe und abwechslungsreichem Gameplay. Nebenbei ist der Onlinemodus aus Uncharted 4 mit dabei, der dazu noch kompatibel mit diesem ist, wo man sich in bekannten Spielmodis miteinander- bzw. gegeneinander bekriegt.
 

Dominic meint:

Dominic

Mir war von Anfang an schon klar, das The Lost Legacy allein durch das Wegfallen von Nathan und seiner Freunde ein bisschen an Glanz verlieren würde. Und so passierte es auch. War ich von den Vorgängern noch smarte Konversationen mit humoristischen Momenten gewöhnt, lässt Naughty Dog zwei Egofrauen von der Leine, die sich in immer wieder folgenden Catfights die Augen auskratzen möchten. Da hilft es auch nicht, wenn später der ältere Bruder von Nathan das Parkett betritt, der sich für meinen Geschmack sehr zurückhalt. Nichtsdestotrotz ist Uncharted: The Lost Legacy ein tolles Spiel mit einem perfekten Mix aus Erkunden, Feuergefechten, Qucktime-Events, Fahrmissionen und Puzzleeinlagen.

Positiv

  • Tolle Atmosphäre und Spieldesign
  • Grafisch immer noch schön anzusehen
  • Finale gut in Szene gesetzt

Negativ

  • Heldenduo nicht so charmant wie Nathan und Co.
  • Kopflose Teamkollege
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  • von Onkelpsycho:

    Durch. Großartiges Spiel. Besonders hätte ich das ausgewogene Gameplay begrüsst. Nucht zuviele Schiessereien, einige Rätsel und ausgewogene sprungpassagen. Waren zwar nicht soviele WTF Momente drin, aber mir hat's gefallen. Kann man sich mal n Wochende geben. Hat mir auf jeden Fall Spass...

  • von Retrozocker:

    RouWa schrieb: Ich mag halt diese Interaktionen zwischen den Charakteren. Ist ganz gut gelungen. Ich hasse Nadine. Sie ist so unnütz wie Sheva in Resi 5. Hätte Naughty Dog vorher Resi 5 einmal angespielt, hätten sie...

  • von daniel.dani:

    Habs mir gestern Abend noch bei Amazon für 34,97€ geholt. Werde es aber direkt nach dem Durchspielen verkaufen. Hoffe, dass ich es direkt dieses Woche schaffe zu beenden. Bin aber sehr gespannt wie das Game geworden ist...funktioniert Uncharted auch ohne Nathan?!?!

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