Little Witch Academia: Chamber of Time - Viele kleine Fehler

PlayStation 4
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Little Witch Academia ist einer der bekanntesten und beliebtesten Animeserien der letzten Zeit. Die Reihe, die man hierzulande über Netflix gucken kann, hat auch diverse Nebenprodukte erzeugt. Darunter ebenso das Videospiel Little Witch Academia: Chamber of Time, dass seit dem 15. Mai digital auf der PS4 erhältlich ist.

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Little Witch Academia ist die Geschichte der jungen Hexe Akko, die allerdings magisch alles andere als begabt ist. Sie schafft es sogar nicht, mit dem Besen zu fliegen. Trotzdem versucht sie alles, um ihrem Idol, der Hexe Shiny Chariot, nachzueifern und lässt sich nicht unterkriegen. Dabei wird sie von ihren Freundinnen Lotte und Sucy unterstützt.
 
Chamber of Time spielt am Ende ihres ersten Schuljahres, zu Beginn der Sommerferien. Von denen Akko allerdings nicht viel hat, da sie von einer der Professorinnen dazu verdonnert wird, die Bibliothek aufzuräumen. Eine Aufgabe, die sie so sehr anstrengt, dass sie schon nach ein paar Büchern an einem Tisch in der Bücherei einschläft. Als sie von ihren Freundinnen geweckt wird, entdeckt sie ein altes Buch, das vorher nicht da war. Pflichtbewusst sortiert sie es ein, wodurch sich eine Geheimkammer öffnet. Darin findet sie eine merkwürdige Standuhr, die sie berührt und dadurch etwas Unvorhersehbares auslöst. Denn auf ein Mal dreht sich jedes Mal um Mitternacht die Zeit zurück und sie erlebt den ganzen Tag noch mal neu. Sie und ihre Kumpaninnen sind in einer Zeitschleife gefangen! Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, muss sie mit ihren Kameradinnen überall auf der Akademie Schlüssel finden, die neue Labyrinthe eröffnen, die hoffentlich auch dafür sorgen, dass sie aus der Schleife herauskommt.
 
Little Witch Academia: Chamber of Time wurde von dem Entwickler A+ programmiert. Für diesen ist es das erste Game, das ebenso außerhalb Japans herausgekommen ist. Das Studio hatte zuvor zwei 3DS-Titel hergestellt. Des Weiteren arbeiteten sie an einem PS Vita-Spiel, wobei die Arbeit daran allerdings nach einer Zeit eingestellt wurde, so dass es nie herauskam.
 

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Man merkt dem Titel an, dass hier jede Menge Geld investiert wurde. So stammen die vollanimierten Zwischensequenzen von Studio Trigger, die ebenfalls den Anime produzieren. Doch auch die Spielfiguren sind sehr gut animiert, derweil die vielen Dialoge, nahezu vollständig auf, leider nur, Japanisch vertont sind. Ebenso ist der Titel für Neueinsteiger geeignet, da jegliches Vorwissen direkt zu Beginn des Spiels gelungen präsentiert wird. Wer die Vorlage hingegen schon kennt, kann diese kleinen Erklärsequenzen überspringen. 
 
Dabei findet das Geschehen hauptsächlich an der Schule statt, wo auch das Handlungsgeschehen des Animes platziert ist. Dieser Handlungsschauplatz kann überzeugen, weil man wirklich jeden Winkel erkunden kann. Ja, man wird sogar vom Game dazu ermutigt, da man sonst nicht an die wichtigen Schlüssel kommt, mit denen sich neue Dungeons öffnen lassen. Die Darstellung ist 2.5D und man sieht das Geschehen von der Seite. Die Kamera dreht sich dabei immer mit dem Charakter, wenn man das weitläufige Schulgelände durchquert.
 
Auf die Dungeons kommt es an. Ohne das wiederholte Besuchen dieser Gebiete, wird man nicht in der Lage sein, neues Equipment zu erhalten, neue Ausrüstung oder Objekte, mit denen man eben diese Gegenstände nochmal verstärken kann und die nötige Erfahrung, um die vielen Zauber für die Charaktere zu leveln. Man erhält in den Leveln auch Geld oder andere Objekte, mit denen man zum Beispiel Zaubertränke eintauschen kann, ohne die Akko, die man die ganze Zeit steuert, außerhalb des Dungeons nicht zaubern kann.
 

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Es spricht also viel für das Spiel. Doch jegliche Euphorie und Freude vergeht einem dann im Laufe des Spielens. Denn Little Witch Academia: Chamber of Time hat viele kleine Fehler, die in der Summe dafür sorgen, dass man irgendwann das Spiel enttäuscht zur Seite legt.
 
Das fängt schon mit den Missionen an, hier Ereignisse genannt, die man absolvieren muss. Derweil die Nebenmissionen darauf hinauslaufen, dass man häufig zu einer vorgegebenen Zeit an einem bestimmten Ort sein muss, wird man bei den Hauptmissionen auf eine wahre Schnitzeljagd geschickt. Jeder einzelne Schritt führt dazu, dass man sich an die unterschiedlichsten Stellen der Schule bewegen muss, die sich noch dazu teilweise an den entgegengesetzten Enden des Geländes befinden. 
 
Gleichzeitig wird die Orientierung auch dadurch erschwert, dass sich einige Gebäudeteile der Schule bis aufs Haar gleichen. So kann es schnell passieren, dass man sich, anstatt im Ostflügel im Westflügel befindet, wo man eigentlich nicht hinwollte. Zwar gibt es eine Karte, aber keinen Kompass. Noch dazu zeigt sich die Übersicht zwar, in welchem Gebiet man sich aufhält, aber nicht genau wo! Weshalb man sich mühsam daran orientieren muss, an welchen Räumen man vorbeiläuft.
 

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Immerhin: Das Problem besteht in den Dungeons nicht.  Denn diese sind übersichtlich aufgebaut und warten mit einem interessanten Feinddesign. Es lohnt sich allgemein, diese Gebiete regelmäßig aufzusuchen, da vor allem die Endbosse bei jedem neuen Durchgang anders und bizarr sind. Man bekämpft unter anderem ein fliegendes Schloss, dessen Schwachpunkt immer wieder verdeckt wird. Einen riesigen Blob, den man nur verwunden kann, wenn man einen bestimmten Angriff kontert. Oder eine Art untoter Baum, der einen gerne mal einschlafen lässt.
 
Doch auch hier gibt es Mängel. So ist zum Beispiel die KI der computergesteuerten Partymitglieder der allerletzte Rotz. Sie greifen weiterhin an, obwohl es keinen Gegner mehr gibt. Sie heilen sich nicht, obgleich es dringend notwendig ist. Und sie gehen gerne mal kampfunfähig, weil sie es versäumen, einer Attacke auszuweichen. 
 
Gleichzeitig sind die eigenen Angriffe ein Thema für sich. Falls man sich nicht exakt auf demselben Pixel befindet, wie der Gegner oder der Schwachpunkt, kann es oft passieren, dass die Attacke daneben geht. Man kann sich durchaus vorstellen, wie sich das auf den Spielspaß auswirkt, vor allem, wenn bei einem Endboss ist, die Partymitglieder gefechtsunfähig sind und der Widersacher sowieso knifflig zu besiegen ist.
 

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Wer übrigens das Spiel vorbestellt hat, erhält Zugriff auf das Minispiel Magic Knight Grand Charion. Hierbei handelt es sich um ein kleines Shoot’em Up mit Beat'em Up-Einlagen, das ganz nett ist. Mehr allerdings nicht.
 
Man merkt dem Spiel an, dass die Entwickler ihr Herzblut reingesteckt haben. Die Atmosphäre ist auch stimmig und der Humor der Vorlage wird sehr gut wiedergegeben. Aber sobald man sich bewegt, fallen einem die vielen Schwächen auf, die zum Beispiel die mangelhafte Übersicht im Schulgelände oder die Quests, die einen ständig kreuz und quer schicken. Fans der Animeserie können sicher einen Blick riskieren. Doch allen anderen rate ich davon ab, sich das Spiel zu holen!
 
 
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  • von Civilisation:

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