Star Trek Bridge Crew - Beam me into VR

PlayStation 4
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Auf der letztjährigen E3 angekündigt sorgte Star Trek The Bridge Crew gleichermaßen bei Fans des Franchises sowie VR Nutzern für Aufsehen. Grafisch auf den ersten Blick einfach gehalten blieb jedoch eine gewisse Skepsis. Unbegründet, wie sich bei unserer Reise in unendliche VR-Welten herausstellte.

Star-Trek-Bridge-Crew-neXGam-10Eindrucksvoll blickt man zum Start aus einem Shuttle zur nächsten Raumbasis und des daran vorbei fliegenden Raumschiffes. Das Design des ganzen Spiels ist dabei an die 2009 gestartete Filmreihe angelegt. Im Boardcomputer hat man nun die Auswahl zwischen Multiplayer und der fünf Episoden kleinen, storybasierten Solo Kampagne. In letzterem nehmen wir auf dem Stuhl des Captains auf der U.S.S Aegis Platz. Später ergibt sich auch die Möglichkeit an dynamisch generierten Missionen teilzunehmen, dies sogar auf der NCC-1701 – der original U.S.S Enterprise stattfinden. Dies ist trotz zuschaltbarer Hilfen mit einem Schwierigkeitsgrad auf Extrem zu vergleichen und nur für Erfahrenen Boardpersonal zu empfehlen.

Bevor man sich in die unendlichen Weiten des Alls begibt, gilt es allerdings sein Alter Ego zu bestimmen. Hier hat man leider nur die Auswahl zwischen Mensch und Vulkanier sowie einer kleinen Auslese an vordesignten Köpfen. Das Star Trek Universum bietet hier eindeutig mehr Möglichkeiten.

Star-Trek-Bridge-Crew-neXGam-01Im Tutorial lernt man die einzelnen Stationen der Kommandobrücke kennen: Captain, Steuermann, taktischer Offizier und Chefingenieur. Während wir uns mit der Steuerung, die per Controller oder Move erfolgen kann, vertraut machen bekommen wir die gesonderten Systeme und deren Funktionsweise erklärt. Für einen Trekkie nichts Neues, für alle anderen hingegen eine hervorragende Einführung. Man kann jederzeit im Solo Modus zwischen den vier Stationen hin und her springen, was sich im Spielverlauf auch als absolut nötig erweist. Unsere KI-Mannschaft agiert dabei nicht immer logisch. So fliegt der Steuermann gerne durch Anomalien, anstatt diese zu umkreisen. Daraus ergibt sich, dass die Captains Tätigkeit rasch in Mikromanagement ausartet, da man von einem Posten nicht alles steuern kann. Das Missionsdesign läuft leider schnell in eine Art Wiederholungsschleife. Fliege von A nach B, scanne Objekte oder Anomalien, beame Personen von Fremden Schiffen oder durchlauft Kämpfe. Dabei trifft die Crew immer wieder auf die gleichen Piraten oder Klingonen, die gerne ohne große Warnung  angreifen. Durch Verringern der Schiffsignatur kann man versuchen den Konflikten etwas aus dem Weg zu gehen, jedoch wird man meistens in einen Kampf verwickelt. Diplomatie, die große Stärke von Star Trek bleibt leider außen vor, es gibt keine Möglichkeit mit meinem gegenüber zu verhandeln. Es steht also nur Kampf oder Flucht zur Debatte! So verbleibt als alleiniger Wohnzimmer Captain schnell ein durchschnittlicher Eindruck des Spiels.

Star-Trek-Bridge-Crew-neXGam-09Wäre da nicht das absolute Herzstück von „Star Trek Bridge Crew“ - die Multiplayer  Erfahrung. Hier würde ich ohne große Umschweife sogar behaupten, dass es aktuell keine bessere VR-Erfahrung gibt! Unter anderem ist dies auch darin begründet, dass ein problemloses Crossplay zwischen PS VR, Vive und Ocolus Spielern möglich ist. Im Grunde bietet der Multiplayer-Modus die exakt gleiche Auswahl wie die Solo Kampagne, mit dem Unterschied, dass alle vier Stationen mit VR Teilnehmern besetzt sein müssen. Dazu trifft man sich in der Lobby und wartet und wartet…. Hier kann es schon einmal vorkommen, das man 20 Minuten mit zwei Personen im Raum ist und auf die restlichen Kollegen verharrt. Hier wäre ein Minispiel a la Reversi eine willkommene Abwechslung gewesen. Generell kann man im Spiel einstellen, ob man mit Teilnehmern aus Europa oder anderen Kontinenten verbunden werden möchte. Im Optionsmenü versteckt sich ebenfalls noch die Auswahl der Spracheinstellung für Spiel UND Multiplayer. Ich kann so also durchaus in Europa nach englischsprachigen Mitspielern suchen. In meinem Test wurde ich ausnahmslos, wie eingestellt, mit Deutschen Star Trek Fans zusammengeführt. Ist die Lobby einmal voll, muss sich jeder Spieler noch für seine Position entscheiden und dann geht das aus dem Single Player bekannte Abenteuer los. Mit dem sehr feinen Unterschied, dass sich online vom Hardcore Trekkie bis Casual-Gamer alles trifft. Bei Erstem artet das Spiel in ein Real-Life-Rollenspiel mit sämtlichen Kommando & Status Meldungen sowie deutlicher Ernsthaftigkeit aus. Oder man geht alles Locker an und schaut was die Truppe so macht. Dabei ist es einfach unglaublich, wenn sich auf einmal der Spieler einer Position zu euch wendet, dabei fast genau lippensynchron spricht und wild mit dem Armen gestikuliert. Hier empfehle ich auch unbedingt das Spiel mit dem Move Controllern zu erleben, da es sich erheblich flüssiger spielt und eben freie Bewegungen möglich sind. Während der Multiplayerspiele vergeht die Zeit schneller als mit Warp und man möchte gar nicht mehr aufhören.

So bleibt unter dem Strich dank Multiplayer ein recht ordentliches Spiel mit kleinen Mankos, was ich aber unbedingt jedem VR-Spieler, sei er Trekkie oder nicht an Herz lege. Persönlich war ich aufgrund der Verschiebung, Preissenkung und plötzlicher Erweiterung auf die NCC-1701 besorgt das Bridge Crew in die Hose geht. Klar der Content bzw. die Missionen könnten etwas besser sein, aber die einzigartige Multiplayererfahrung in Verbindung mit der tollen Immersion macht alles wieder wett. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen das Ubisoft die NCC-1701 D- der Picard Ära nachliefert. In diesem Sinne: „Make it so!“
 

Forum
  • von Civilisation:

    Kristian Kaisen aka Skydancer hat sich auf die Brücke der Enterprise gebeamt und für uns Star Trek Bridge Crew getestet. Star Trek Bridge Crew - Beam me into VR Auf der letztjährigen E3 angekündigt sorgte Star Trek The Bridge Crew gleichermaßen bei Fans des Franchises...

  • von mzero2:

    Spiele auf der PS4

  • von Skydancer:

    Lass mal verabreden. Spielst du auf Ps4 oder PC? Spiel hat ja crossplay.

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