Resident Evil 7: Biohazard - Ein (Alb-)Traum in VR

PlayStation 4
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Capcom hatte mit Resident Evil 7 versprochen die Reihe wieder zurück zu ihren Ursprüngen zu führen. Viele Spieler waren ursprünglich skeptisch, doch selbst unser Daniel war restlos begeistert von dem Abenteuer, dass die Japaner uns boten. Zwar ist das Spiel abseits der klassischen Zombiethematik, allerdings bietet es erneut ein düsteres Herrenhaus, in dem wir um das Überleben kämpfen. Diese Erfahrung wird mit der PlayStation VR noch intensiver. Inwiefern sich das vom Spielen mit dem klassischen Controller unterscheidet, habe ich für euch ausprobiert.

Mit pochendem Herzen drücke ich mich gegen die Wand. Dumpf ertönen die Schritte meines Verfolgers über den stumpfen Dielenboden des Flurs. Ich höre ihn von weitem, doch kann ich nicht genau erkennen, wie weit er von mir entfernt ist. Ich höre nur die Schritte näherkommen. Panik macht sich bei mir breit; wird er mich entdecken oder bin ich im Zwielicht gut genug versteckt, damit er mich nicht findet. Langsam bewege ich meinen Kopf seitwärts, um einen kurzen Blick um die Ecke zu erhaschen. Ich sehe einen bulligen Kerl in meine Richtung stapfen, eine alte Schaufel fest umklammert. Er trägt schmutzige Kleidung, einen krausen Vollbart und er weiß, dass ich hier irgendwo bin. Vorsichtig stecke ich meinen Kopf zurück in die dunkle Ecke. Ich muss versuchen ihn irgendwie abzulenken, damit ich an den kleinen Tisch mit dem benötigten Schlüssel kann.

Resident_Evil_7_nexgam_06Geduldig warte ich noch kurz und lausche dem Rhythmus des dumpfen Wummerns der Schritte meines Peinigers. Angstschweiß bildet sich auf meiner Stirn, denn ich fürchte, dass er mich gleich aus der dunklen Ecke ziehen wird. Doch dann ist kurz Stille, er ruft nach mir, was mir zeigt, dass er keine Ahnung von meinem Standort hat. Kurz darauf höre ich wie sich die Schritte von mir entfernen. Kurz kann ich aufatmen, aber jetzt muss ich mir einen Weg überlegen, wie ich hier rauskomme. Es gibt nur eine Richtung und in dieser wartet bereits der Feind irgendwo. Langsam pirsche ich mich voran in Richtung Tisch, auf dem schon der Schlüssel glänzt. Nach wenigen Momenten befinde ich mich vor dem ersehnten Werkzeug in die mögliche Freiheit. Kaum habe ich ihn eingesackt, höre ich ein tiefes Grollen neben mir. Ich wurde entdeckt! Panisch laufe ich den Gang hinunter, doch leider vergaß ich die Sackgasse. Nun gibt es kein Entkommen mehr.

So oder so ähnlich wird auch euer Erlebnis mit PlayStation VR aussehen und wie man vielleicht herauslesen konnte, ist es ein ziemlich packender Eindruck der Geschichte. Allein zu Beginn, als man noch draußen in der Natur herumstreift, erfährt man ein bisher nicht gekanntes Gefühl der Immersion. Als wenn ich selbst an einem schwülen Sommertag mitten durch die Sümpfe Lousianas streifen würde. Noch intensiver wird diese Erfahrung, sobald mir das Innenleben des verfallenen Herrenhauses begegnet. Ein nur schmaler Lichtkegel erhellt die finsteren Gänge des Anwesens und lässt mich jeden einzelnen Schritt überdenken. Ein derart beeindruckendes Erlebnis und Angstgefühl habe ich schon lange nicht mehr in einem Spiel erlebt! Hier hat Capcom nahezu alles richtig gemacht.

Doch gibt es zwei Dinge, die dieses intensive Erlebnis ein wenig trüben. Einerseits die niedrige Auflösung, die auf der normalen PS4 zum Tragen kommt, bisher besitze ich noch keine PS4 Pro, andererseits ist es die Fortbewegung an sich. Da man mit seiner Kopfbewegung sich nur umschauen kann, muss man den rechten Analogstick am Controller nutzen, um seinen Blickwinkel zu ändern. Dies geschieht aber nur schrittweise, womöglich um einer etwaigen Übelkeit vorzukommen. Allerdings stört das ein wenig den Spielfluss. Hier würden vermutlich andere Headsets wie das HTC Vive Möglichkeiten haben, das zu umgehen. Doch kostet diese natürlich viel mehr und wird derzeit ja auch gar nicht unterstützt.

Resident_Evil_7_nexgam_02Die PS VR hat seine guten und seine schlechten Seiten im Kampf. Das Gute ist, dass ihr mit der Justierung durch euren Kopf deutlich feiner zielen könnt, als wenn ihr das mit einem Analogstick tut. Allerdings ist man in Sachen Bewegung nicht ganz so agil, wie man es mit dem Controller gewohnt ist, was womöglich auch bisher nur Gewöhnungssache ist.

Auf jeden Fall hat Capcom mit Resident Evil 7: Biohazard einen Meilenstein geschaffen. Eine erneute, bitter nötige Neuausrichtung einer Reihe, die sich in seiner Geschichte immer wieder neu erfunden hat. Auch wenn sie einige wenige Altfans mal wieder von der Serie abwenden werden, lege ich jedem nahe das Spiel zumindest anzuspielen und am besten gleich in der Version mit VR, um das perfekte Horrorgame zu erleben. Ich habe nicht nur einmal schweißgebadet mein Headset abnehmen müssen, um eine kurze Pause zu machen, weil sich das Erlebnis so echt anfühlte und das ist im Grunde ja auch das, was sich ein Horrorfan wünscht.

Forum
  • von Sakutoru:

    Ne nur das was du vor den Augen hast Aber wenn ich es mir recht überlege ja warum eigentlich nicht....

  • von CD-i:

    Die 90er sind überbewertet?

  • von Sakutoru:

    bbstevieb schrieb: Cooles Game. Habe mich tatsächlich schon ein paar mal richtig übel erschreckt. Habe ja schon mal die VR Variante gespielt und hätte nicht gedacht dass es auch ohne die Brille so intensiv ist. Beim Writing/Voice Acting...

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