Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea im Test

PlayStation3

Dank meiner Arbeit bei neXGam bin ich über ein Rollenspiel-Kleinod gestolpert, welches ich wohl als normaler Videospieler nie in Betracht gezogen hätte. Doch als Videospielredakteur muss man öfter in den sauren Apfel beißen, wenn es darum geht, sein Werk zu verrichten. So ging es mir damals bei Atelier Ayesha: The Alchemist of Dusk, was nebenbei erwähnt mein Einstieg in die Serie war. Anfangs konnte ich dem Gameplay oder dem Setting nichts abgewinnen, aber das änderte sich, je länger ich es spielte, und mit jedem Nachfolger fand ich mehr gefallen an dieser Rollenspielreihe.

Atelier_Shallie_Alchemists_of_the_Dusk_Sea_6So freute ich mich enorm, als mir Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea mit der Post zugesandt wurde. Natürlich hat sich am bereits bekannten Gameplay wenig geändert, vielmehr machen die Verbesserung das Spiel zu dem in meinen Augen besten Vertreter seiner Serie. Das fängt schon damit an, dass das so verhasste Zeitlimit in der Tonne gelandet ist. Endlich könnt ihr nach Herzenslust die Umgebung erkunden, ohne ständig Angst zu haben, eine Storymission nicht rechtzeitig abzuschließen. Das gilt zudem beim Erstellen von Synthesen.

Ohne gehetzt zu werden, dürft ihr euch in der Küche austoben und das steigert den Spielspaß ernorm. Obendrein wurde der Einstieg in das Alchimistensystem verbessert. Erneut könnt ihr euch für einen Charakter entscheiden. Da wäre zum einen die zurückhaltende Schallistera, die versucht, ihr Heimatdorf vor der Dürre zu bewahren. Shallotte, wohnhaft in der Oasenstadt Stellard, ist eher das Gegenteil mit ihrer optimistischen Einstellung.

Als Besitzerin einer kleinen Hexenküche hat sie leider nur einen Job als Putzfrau des Dorfes. Aber ihr bestreben ist weit größer. Sie möchte berühmt werden und was aus sich machen. Hierzu ist ihr fast jedes Mittel recht und sie bietet sich jedem förmlich an, um bessere Arbeit zu bekommen. Ihre Standfestigkeit wird nach einiger Zeit belohnt und ihre Jobs erhalten mehr Seriosität, fernerhin hat sie auch den Willen sich alchimistentechnisch weiterzuentwickeln. Doch bevor ihr euch für einen der beiden Shallies entscheidet, dürft ihr zu Anfang beide anspielen, damit die Wahl leichter fällt. Dann geht es in altbekannterweise raus in die Wildnis und ihr sammelt alles ein. Dieses landet am Ende eures Trips im Kochtopf und wird dank vieler Rezepte zu Gegenständen.

Atelier_Shallie_Alchemists_of_the_Dusk_Sea_4Hier tritt schnell wieder das bekannte Feeling auf und es macht einfach einen Riesenspaß, neue Bereiche zu erkunden, rundenbasierte Kämpfe zu bestreiten, Zutaten zusammenzumischen und die lockere Geschichte zu genießen, die nur so mit sympathischen Figuren gefüllt ist. Auftragsarbeiten, also Nebenquests, sind massig vorhanden und dank dem immer weiter wachsenden Wissen der Heldin gibt es rezepttechnisch viel zu entdecken. Beim eigentlichen Erstellen von Synthesen wurde das bestehende System verfeinert und die flotten Kämpfe wirken für meinen Geschmack ein bisschen einfacher. Das macht ganz besonders für Neueinsteiger den Titel noch interessanter. Bedauerlicherweise ist die Lokalisierung fortwährend mittelmäßig. Es gibt zwar ein deutsches Handbuch, das euch alle wichtigen Dinge erklärt, doch ist das grundlegende Spiel in Englisch bzw. mit japanischer Sprachausgabe und englischen Texten versehen.

Mich persönlich stört diese Tatsache nicht, aber es gibt eben viele Videospieler in Deutschland, die dem Englischen nicht mächtig sind, und da wäre es ein feiner Schachzug von Koei Tecmo, deutsche Übersetzungen einzufügen. Wenigstens wurden die Trophäen endlich ins Englische übersetzt, während die bei den Vorgängern noch japanisch waren. Grafisch gehört Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea zum Vorzeigetitel der Reihe. Nach längerer Zeit wurde die PlayStation 2-Grafik ad acta gelegt und das Rollenspiel wirkt unglaublich stimmungsvoll. Die gezeigten Figuren glänzen mit hohem Detailreichtum und der Soundtrack zieht euch mit seinen wunderbaren Kompositionen in seinen Bann.




Dominic meint:

Dominic

Ich war verblüfft, was für einen Sprung Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea im Vergleich zu seinem Vorgänger gemacht hat und so kann ich endlich von einer echten Kaufempfehlung sprechen. Seid ihr Neueinsteiger und wollt ein wunderbares JRPG erleben, dann greift zu, doch solltet ihr ein gutes Englisch mitbringen. Seid ihr Kenner der Serie, dann werdet ihr die Feinheiten im System sofort lieben und sie gar nicht mehr missen möchten. Zum Schluss würde ich mir für den Nachfolger eine bessere Lokalisierung wünschen und vielleicht einen Koop-Modus, bei dem man gemeinsam mit seinem Freund in der Alchimistenküche die Kochlöffel schwingt.

Positiv

  • Zwei spielbare Charaktere
  • Kein Zeitlimit mehr
  • Wunderschöne Präsentation

Negativ

  • Keine deutschen Texte
  • Für Kenner der Serie sind die Kämpfe zu leicht
Userwertung
6.2 12 Stimmen
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Forum
  • von PatrickF27:

    Das werde ich dieses Jahr auch noch angehen, nachdem ich letztes Jahr Escha&Logy gespielt hab, welches ich schon super fand von der gesamten Atmo. Shallie soll ja in allen Belangen besser sein. So schade, dass das die einzigen beiden Atelier Games sind, die man im Westen auf Cartridge bekommt...

  • von aldi404:

    Gefällt mir sogar noch besser als der Nachfolger (Sophie), vor allem weil dieses "Zutaten im Tetris-Style anordnen" wegfällt, das System bei Shallie ist um einiges besser. Aber ich glaube ich hab die falsche Shallie am Anfang gewählt, hätte doch lieber die grünhaarige nehmen sollen,...

  • von aldi404:

    Ich hab's jetzt trotzdem mal angefangen ...

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