Ride to Hell – Retribution: Schrott!

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Wenn es darum ging, die schlechtesten Spiele in der Sammlung dieses Spieleredakteurs zu nennen, war das einfach. Carrier Command: Gaea Mission und Battleship nahmen den unangefochtenen Spitzenplatz ein. Bis jetzt. Bis Ride to Hell – Retribution eintraf, und man feststellen durfte, dass dieses Game vor allem eins war … Schrott!

Ride_to_Hell_Retribution_2Dabei ist man als Spieleredakteur im Prinzip Kummer gewohnt. Nicht jeder Titel, den man bespricht, ist wirklich ein AAA-Spiel. Häufig genug gibt es einige Fehler, die einem den Spielspaß zwar nicht verleiden, aber ihn zumindest etwas eintrüben. Trotzdem sind es auch diese Games durchaus wert, Zeit in sie zu investieren.

Ride to Hell – Retribution ist da anders. Hier ärgert man sich über jede Sekunde, die man investiert. Am Ende ist es vergeudete Lebenszeit. Klingt hart? Entsprich jedoch der Wahrheit. Denn der Titel stellt in jederlei Hinsicht einen Negativrekord auf.

Die Story: Man spielt einen Biker in den 1960er Jahren, der aus Vietnam zurückgekehrt ist. Gemeinsam mit seinem älter gewordenen, jüngeren Bruder will man etwas Zeit verbringen, nur um mitzuerleben, wie eben dieser von einer Bikergang aus nicht nachvollziehbaren Gründen umgebracht wird. Und selbstverständlich will man Rache, und zwar möglichst blutig.

Ride_to_Hell_Retribution_7Ursprünglich sollte Ride to Hell bereits 2009 herauskommen. Geplant war ein Open World-Spiel, doch dann wurde zuerst einer der beiden Entwickler geschlossen, und anschließend das geplante Game auf mehrere andere Titel aufgeteilt, die nach und nach gepublisht werden sollten.  Diese Entscheidung muss allerdings relativ kurzfristig gefallen sein, denn Retribution macht einen unfertigen Eindruck.

Das fängt schon bei der Grafik an. Man fühlt sich bei an GTA erinnert. Jedoch nicht an die HD-Teile, sondern an die PS2-Fassungen wie San Andreas, ohne dabei die Brillanz jener Spiele zu erreichen. Die Texturen sind matschig oder laden erst mit Verspätung. Die Charaktermodelle wirken lachhaft dilettantisch, was besonders bei dem Zeug auffällt, was vermutlich Haare darstellen soll.

Das Gameplay ist stark wiederholend. Und dementsprechend monoton. Du fährst mit deinem Bike von A nach B, erledigst dort etwas, fährst wieder Bike, erlebst eine Cutscene, fährst Bike, machst einen Job, fährst Bike und so weiter und so langweilig. Man könnte diese Repetition ja akzeptieren, wenn die einzelnen Sequenzen nicht so kurz wären, und man deshalb oft den Ladebildschirm zu Gesicht bekommt. Aber so verbringt man maximal fünf Minuten mit einem Gameplayteil, ehe es weiter geht.

Ride_to_Hell_Retribution_3Das Spiel „glänzt“ mit einer Brutalität, die stark aufgesetzt wird. Bei jedem Kampf spritzt literweise Blut, ohne ersichtlichen Grund. Wobei die Auseinandersetzungen allgemein langweilig und nach Schema F ablaufen. Es kommt nur darauf an, dass man irgendwelche Knöpfe drückt, die teilweise auch noch vorgegeben sind. Und dies geschieht mit einer Toleranz, dass es einem unmöglich ist, Fehler zu machen.

Die gegnerische KI gehört mit zu den grauenvollsten, denen der Redakteur im Laufe seiner Laufbahn als Spieletester bislang begegnet ist. Im Prinzip handelt es sich um laufende Schießbudenfiguren, die nur darauf warten, dass du sie erledigst. Einzige Ausnahme stellen Schusswechsel dar. Da hat sie teilweise auf ein Mal die Gabe, so treffsicher zu schießen, dass sie dich auch dann noch erwischt, wenn du dich in Deckung befindest. Kein Einzelfall, sondern die Norm.

Negativer Höhepunkt ist die Darstellung der Frauen. Fast allen, denen du begegnest, sind Huren. Doch ausnahmslos lässt es sich erreichen, dass du mit ihnen Sex haben kannst. Wer jetzt auf nackte Tatsachen hofft, der wird enttäuscht sein. Die Figuren schlafen zwar miteinander. Allerdings haben sie dabei immer noch alle ihre Klamotten an. Da fragt man sich unwillkürlich, wieso die Entwickler überhaupt dieses Feature einbauten, wenn sie es am Ende so absolut lachhaft umsetzten!

Das Beste ist, man macht um dieses Machwerk einen großen Bogen. Ja kein Geld ausgeben und ja keine Zeit investieren. Man wird es sonst am Ende bereuen!




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